Jordanien 2013

Fotoreise im Land der Nabatäer, Oktober 2013

Ich war letzten Monat in Jordanien auf einer geführten Fotoreise (Diamir, Sandra Petrowitz) und möchte davon Bilder zeigen. Es beginnt mit einem Foto vom letzten Abend, das mir beim 5. Versuch gelungen ist. Die Beduinen (Gastgeber in Wadi Rum) haben sich wohl so ihren Teil gedacht, als ich nachts in Unterhose durch den Sand gehampelt bin.

Bereits vom Flugzeug kann ich sehen, was mich erwarten wird. Es geht direkt am Toten Meer vorbei - rechts ist Israel, links ist Jordanien. Der kleine Rinnsal im Vordergrund ist der Jordan.

Der Flughafen von Amman ist der Queen Alia Airport und irgendwo im Nirgendwo.
Ok ok, natürlich gibts eine mehrspurige Anbindung Richtung Hauptstadt, von oben sieht aber alles wie Wüste aus.

Flughafen NEU ging vor drei Monaten in Betrieb (hab ich ein Glück), das alte Gebäude wird demontiert.
Die Flecken im Bild sind Dreck auf der Fensterscheibe und nicht am Sensor.

Nach dem Bezahlen des Visums von 20 JOD - die einzige Wechselstube zwischen Gate und Passport hat einen recht sportlichen Wechselkurs - gehts direkt in die große Halle zu den Kofferbändern.

Das neue Flughafengebäude

Auf der Strecke in die Hauptstadt kann ich einen ersten Blick auf Land und Bebauungsstil erhaschen. Sehr schön hier und die Farbeinheit beruhigend für's Auge. Das Abholen hat natürlich trotz Flugverspätung tadellos geklappt. Auf der Fahrt kann schon erahnt werden, dass die Reise mit dem Guide Raed sicher keine fade Tour werden wird.

Straßenszene in Amman. Was es hier reichlich gibt sind Autowerkstätten. Ein Auto ist aber wirklich erst dann zu reparieren, wenn die Hupe kaputt ist. Die ist am allerwichtigsten und wird im gefühlten 5-Sekunden-Takt betätigt. Dies hat natürlich unterschiedliche Bedeutungen, wie zB. 'Hallo, hier komme ich." oder "Weg da, meine Lücke." oder "Salam Habibi, wie gehts Dir?" oder "Der Himmel ist blau und das Wetter ist schön". Das geübte Ohr kann sicher die Nuancen erkennen.

Ein Hotelzimmer eben. Die Klimaanlage lässt sich abschalten und das Fenster im 5. Stock öffnen. Passt.

Bad mit Loch in der Decke. Da tropft Wasser raus. Dafür gibts einen Fön. Habe ich noch nie gebraucht.

Auch in diesem Hotel gibt es Lektüre für einsame Stunden. Der Koran darf nicht fehlen.

Das Toledohotel war das Quartier für 3 Nächte und hat seinen Eingang im 7. Stock. Zu den Zimmern muss man nach unten. Klingt zwar seltsam, aber hat den Grund, dass das Gebäude an einen Hügel gebaut wurde und oben die Rezeption ist.

Hinter dem Hotel ist bereits erkennbar, welches Problem Touristen mit Jordanien haben. Es ist alles voller Müll. Diese Tatsache wird mich auf der gesamten Reise durch das Land begleiten. Am Straßenrand, auf Plätzen und in den Sehenswürdigkeiten (!), überall ist Abfall verstreut oder reingestopft.

Flohmarkt vor dem Toledo Hotel. Verkehrslärm, Gehupe und Marktschreier von früh bis spät.

Es gibt nur gebrauchtes Gewand zu kaufen. Durch mein üppiges Reisegepäck bin ich jedoch rundum versorgt.

Brotverkäufer unterwegs. Ist anders, isst sich anders, schmeckt vorzüglich.

Da ich (als Quoten-Ösi) einen halben Tag vor den deutschen Kollegen ankam, konnte ich den ersten Abend mit einer Führung durch DownTown, dem Basar von Amman, nutzen. Ein buntes Bild und Treiben ist zu beobachten.

Die Gewürzauswahl läßt Kochherzen höher schlagen.

Am Gemüsemarkt

Die Tageslichtlampen haben ihren eigenen Flair.

Fleisch gibt es hier auch.

Und Figurbewusste sollten hier einen großen Bogen machen.

Hashem, das älteste Restaurant von Amman, wo schon der König mit Familie zu Gast war. Das komplette Abendessen um 3 Dinar ist spottbillig und schnell serviert. Gibt es mal keinen Platz, wird Platz geschaffen.

Gemüse mit Kichererbsenpürree und dazu gut gesüßtem Tee. Serviert binnen 5 Minuten.

Hier gibt es die neuesten Filme mit chinesischen Untertiteln, platzsparend in der Papierhülle.

Noch ein Blick in den Eingangsbereich des Hotels.

Jordanisches Papiergeld gibt es in der Stückelung von 1, 5, 10, 20 und 50 Dinar.

Amman bei Nacht...

...und Tag.

Auf Streifzug durch den Basar.

Wasserpfeifen, genannt Shisha.

Bananen werden hier (gelb und fleckig) samt Stamm verkauft.

Nach ein paar Bilder vom Markt am Abend, in meiner Gegend gibts sowas einfach nicht.

So, ein bisschen Kultur zwischendurch. Es geht auf nach Jerash. Die antike Stadt Gerasa (auch Jerash, Jarash oder Jerasch) liegt im Norden Jordaniens und etwa 40 km nördlich von Amman.
Der Hadriansbogen in Gerasa: Der Triumphbogen wurde im Winter 129/130 zu Ehren des Kaisers Hadrian erbaut.

Das ovale Forum misst 90 × 80 Meter. Das Oval ist mit Kolonnaden gesäumt.

Das prächtige 22 Meter breite Nymphäum stammt aus dem 2. Jahrhundert. Das den Wassernymphen geweihte zweigeschossige Heiligtum ist eines der besterhaltenen Gebäude des antiken Gerasa. Das untere Stockwerk des Nymphäums war mit Marmor verkleidet. Das obere war mit Fresken verziert, die zum Teil noch erkennbar sind. Auffällig ist die Dachkonstruktion – eine Halbkuppel mit gesprengtem Giebel, die sich über einem großen Prachtbrunnen wölbt. Die Brunnenfassade wurde in Nischen unterteilt, in denen sich Statuen befanden.

Der aus dem 2. Jhdt. n.Chr. stammende Artemis-Tempel war mit den Ausmaßen seiner Umfassungsmauer von 160 × 120 Meter besonders imposant und sicherlich eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt. Die Pilger näherten sich dem Tempel über eine Prozessionsstraße und -treppe, die aus der Stadt heraufführt. Von den einstmals 32 Säulen des Tempels sind elf aufrechterhalten.

Farbiger und gefärbter Sand in Flaschen

Mosaike liegen hier überall rum.

Das Südtheater entstand etwa 90 bis 92 n. Chr. Es verfügte über 32 Sitzreihen, in denen bis zu 5000 Zuschauer Platz fanden. Das Theater ist westlich des Jupiter-Tempels in den Hang gebaut, der obere Rang wurde über Tonnengewölbe aufgesetzt. Die Bühne ist klassisch-römisch gestaltet und verfügt über zwei seitliche Bogentore sowie drei Kulissenzugänge.

Ein Schausteller in Tracht, der zur Unterhaltung von Touristen zur Verfügung steht - musizierend, als Fotomotiv und für kurzweiligen Smalltalk.

Ich versuche mich in den einsamen Stunden am Koran, scheitere aber an der Lesbarkeit.
Also mache ich stattdessen Langzeitbelichtungen aus dem Hotelfenster.

Um 5 Uhr früh sing der Muezzin leise vor sich hin, die Jordanier verbrennen ein bisschen Müll auf der Straße.

Eines von vielen Highlights, das nicht im Reiseprogramm erwähnt wurde: Der schwarze Tee mit versenktem Pfefferminzzweig. Genau mein Geschmack, da darf's auch gerne mehr davon sein.

Die Al-Husseini Moschee

An diesem Straßenbild kann man die strikte Mülltrennung gut erkennen. Man trennt sich vom Müll, wo man ihn nicht mehr braucht.

Da soll noch mal eine sagen, in dem Land kann man nicht einkaufen... Gewürze en masse.

Verkehrsregelung mit hübschen Helm

So einfärbig die Häuser sind, umso bunter sind die Waren.

Was sich unter der Burka verbergen könnte...

Was der naturferne Touri nicht kennt, darf gerne probegekostet werden.

Erwähnte ich schon den Müll in Jordanien?

In der Auslage eines Gewürzladens

Es gibt natürlich auch hochgeschlossene, farbenfrohe Frauenkleider für die modebewussten Damen.

Bedeutende historisch-kulturelle Stätte ist der Zitadellenhügel im Stadtzentrum mit tollen Rundumblick auf Amman.

Kuppel in der Zitadelle

So schaut's aus von dort oben. Amman wurde auf 7 Hügeln gegründet. Mittlerweile sind 70 Hügel bebaut.

Die charmante Einheitsfarbe ist durch staatliche Förderung begründet. Andere Fassadenfarbe ist erlaubt, wird aber vom König dann nicht bezahlt.

Herculestempel auf dem Zitadellenhügel in Amman

Das Jordan Antiquities Museum birgt wichtige, weltbedeutende archäologische Funde aus dem Nahen Osten. Herausragend sind die mit Gips plastisch überformten Schädel der Ausgrabung in Tell es-Sultan, im heutigen Jericho aus dem präkeramischen Neolithikum (7220 v. Chr. bis 5850 v. Chr.).

Nicht lebender Bewohner am Zitadellenhügel

Lebender Bewohner am Zitadellenhügel, hat sich farblich der Umgebung angepasst.

Passen steht's auf, dass keiner die Säulen umschmeisst.

Panorama gestitched aus 14 Aufnahmen. Kommt bei 20000 x 4000 besser rüber, als in dieser Miniansicht.

Jordanien ist das an Wasser viertärmste Land der Welt, der Tourismus bringt 14 % der Staatseinnahmen.

Und so entsteht das Fladenbrot. Erstmal wird der Teigbatzen geplättet, für Touris gerne auch mit Handschuhen, über ein Kissen drapiert und dann...

...an die Innenseite des Ofens geschleudert. Die Backzeit ist minimal.

Für die politisch Interessierten hier die Reihe der jordanischen Könige. Hashemite Kings: Sharif Hussein bin Ali (1854 - 1931), King Abdullah I bin al-Hussein (1882 - 1951), King Talal I bin Abdullah (1909 - 1972), King Hussein bin Talal (1935 - 1999), King Abdullah II bin al-Hussein

Madaba ist eine Stadt in Jordanien mit 70.000 Einwohnern rund 35 Kilometer südlich von Amman. Die von den Moabitern gegründete Stadt wird in der Bibel mehrfach erwähnt. Im 1. Jahrhundert v. Chr. unter nabatäische Herrschaft, war sie ab 106 n. Chr. sie Teil der römischen Provinz Arabia. 746 zerstörte ein Erdbeben die Stadt und wurde von den Bewohnern aufgegeben. 1880 wurde sie von Christen wiederbesiedelt, wobei unter Schutt alte Mosaiken gefunden wurden. 1897 gab es noch Reste von 10 Kirchen, die aber bereits in Wohnhäuser integriert waren.

Im archäologischen Park von Madaba gibt es eine geballte Ladung an Mosaiken an Böden und Wänden zu bestaunen.

Direkt neben dem Gelände befindet sich eine/die Mosaik-Schule, sodass die Kunst auch heute erlernt und weitergegeben werden kann.

Die drei Königinnen: Madaba, Gregoria, Rome. Dieses Bodenmosaik befindet sich in der Kirche der "Heiligen Jungfrau Maria". Die Kreuze an den Spitzen ihrer Stäbe zeigen offiziell die Zugehörigkeit zum Christentum.

Die konnten damals nicht nur kleine Steinchen bearbeiten.

Die Mosaikkarte von Madaba (auch Madaba-Mosaik oder Palästina-Mosaik) ist Teil eines Mosaiks in der griechisch-orthodoxen St. Georgskirche in Madaba (Jordanien). Das Madaba-Mosaik ist die älteste im Original erhaltene kartografische Darstellung des sogenannten Heiligen Landes und insbesondere Jerusalems. Sie stammt aus dem mittleren 6. Jahrhundert n. Chr.

Das Bodenmosaik befindet sich vor der Apsis der St. Georgskirche in Madaba und ist nicht genordet, sondern so nach Osten ausgerichtet, dass die Lage der Orte auf der Karte den tatsächlichen Himmelsrichtungen entspricht. Ursprünglich hatte es eine Länge von 21 m und eine Breite von 7 m und bestand aus über zwei Millionen tesserae. Die heutige Größe beträgt 16 m mal 5 m.

Das größte und detailreichste Element der topografischen Darstellung ist Jerusalem im Zentrum der Karte. Die nachvollziehbare Darstellung der Topografie der Stadt macht die Madabakarte zum wichtigsten Zeugnis des byzantinischen Jerusalems. Einzigartig sind die detaillierten Darstellungen der Städte Neapolis, Askalon, Gaza, Pelusium und Charachmoba auf der Madabakarte, die fast der Qualität eines Stadtplans entsprechen.
Die Mosaikkarte von Madaba ist das erste geografische Bodenmosaik der Kunstgeschichte. Sie ist für die Lokalisierung und Verifizierung biblischer Stätten von großer Bedeutung.

Der Versuch, eine plötzlich reinstürmende Rentnertruppe in der Unschärfe verschwinden zu lassen.

Johannes-der-Täufer-Kirche (Church of St John the Baptist) ist die Pfarrkirche des Lateinischen Patriarachates von Jerusalem in Madaba und thront auf der höchsten Stelle des Ortes: so überragt sie das gesamte Panorama - sogar die beiden Minarette der Hauptmoschee. Touristen können den Kirchturm besteigen: dieser ist oberhalb der Glockenstube von einem Rundgang umgeben, so dass man das 360°-Panorama der gesamten Stadt und ihrer Umgebung bestaunen kann.

Den Gang durch die Kellergewölbe sollte man auch keinesfalls auslassen, auch wenn's eng ist.

So sehen die Kaufhausfassaden auf der Hauptstraße aus. Zeitweise (zwischen 0 und 24 Uhr) liegt etwas Staub in der Luft.

Die Gehsteigsituation dürfte der Grund sein, warum ich keinen einzigen Kinderwagen gesehen habe und meistens am Straßenrand gegangen wird. Babys werden im Arm gehalten, zumeist von den Männern.

Der König und seine Familie sind allgegenwärtig. Außen- und auch Innenräume zieren oft Bilder und die Landesflagge.

Selbst in dieser kargen Landschaft finden Schafe und Ziegen noch genug zum Fressen.
In Hintergrund ist bereits das Tote Meer erkennbar.

'Schutzhütten' würde man bei uns dazu sagen:

Der Berg Nebo im Gebirge Abarim liegt in Jordanien, er ist Ausläufer jenes Plateaus, das zum Toten Meer hin abfällt. Der Berg Nebo mit einer Höhe von 808 m bietet eine Aussicht in das Jordantal, auf das Tote Meer und nach Israel.

Von hier aus soll Moses in das Gelobte Land geblickt haben. Im Jahr 2000 kam auch Pabst Johannes Paul II vorbei und hat den Ort zu einem der fünf wichtigsten christlichen Pilgerstätten in Jordanien erklärt. Das war dem Tourismus nicht gerade abträglich.

Gleich nahebei wird versucht einen Weltrekord für das größte Mosaik (30m x 6m) mit 3 Millionen Steinen aufzustellen. Jeder darf mitmachen.

Eine gute Gelegenheit gleich etwas Schleichwerbung anzubringen, damit die Nachfahren in 1500 Jahren auch noch meine Domain finden.

Allgegenwärtig: Die Mosaikkarte von Madaba

Ein Museum zeigt bekannte Szenen aus der Bibel.

Nach den testamentarischen Szenen folgen dann Trachten und Uniformen der Bürger

So sah es mal im Schulunterricht aus.

Zum Vergleich ein echtes Foto: Pfarrer Manuel Habash und Pfarrer Hanna Banfel mit Schülern (männlich) im Jahre 1905.

In der Mosaikwerkstatt werden all die tollen Produkte hergestellt. Für eine Tischplatte benötigt eine Person etwa eine Woche.

Auch ein beliebtes Motiv in allen Darstellungsformen

Nix für Grobmotoriker. Und was allgegenwärtig ist: das Smartphone.

Ich muss zugeben, dass mir dieser Stil ausgesprochen gut gefällt. Wenn ich den Platz hätte...

Diese schicke Kiste im Vordergrund (kniehoch) ist um JOD 2.400,- zu haben (ca. EUR 2.640,-) und wurde aus Kamelknochen gemacht. Ein traumhaftes Schmuckkästchen! Um den Preis ist die weltweite Zustellung inkludiert!

Geschnitzte und handbemalte Kamelknochen. Ein wunderbarer Staubfänger.

Kommen wir nun zum obligatorischen Strandurlaub: Das Tote Meer ist ein abflussloser rund 800 km² großen Salzsee, der 420 m unter dem Meeresspiegel liegt, vom Jordan gespeist wird und für seinen hohen Salzgehalt (33 %) bekannt ist. Das Ufer des ist der am tiefsten gelegenen Bereich der Erde.

Durch die ständige Wasserentnahme aus dem Jordan zur Versorgung Israels und Jordaniens mit Trinkwasser und zur Bewässerung in der Landwirtschaft ist der nördliche Teil des Toten Meeres von schleichender Austrocknung bedroht. Er sinkt seit den 1980er Jahren jährlich um etwa einen Meter, da die Zuflussmenge bei gleichbleibender Verdunstung abnimmt. In den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist die Oberfläche des Sees um rund ein Drittel geschrumpft.

Der Jordangraben erreicht am Toten Meer den tiefsten trockenen Punkt der Erdoberfläche (425 m unter dem Meeresspiegel). Die einheimischen Frauen gehen selbstverständlich vollständig bekleidet ins Wasser.

Das ist Salz am Ufer. Es läßt sich mit der Hand nicht abbrechen.

Am anderen Ufer ist Israel mit den Städten Jericho und Jerusalem.

Szenen vom Straßenrand.

Solange die Hupe funktioniert, ist das ein fahrtaugliches Auto.

Das Wadi Mujib, das biblischen Arnon, ist eine Schlucht in Jordanien, die vom Arnon durchflossen wird. Es wird auch als der "Grand Canyon Jordaniens" bezeichnet. Es mündet 410 Metern unter dem Meeresspiegel in das Tote Meer und liegt 90 km südlich von Amman. Es ist das tiefstgelegene Naturschutzgebiet der Welt im Bergland östlich des Toten Meeres. Die "Kaiserstraße" quert das Tal in zahlreichen Windungen.

Ein neuer großer Staudamm 'Mujib-Talsperre' wurde 2003 im Wadi Mujib fertiggestellt, wo nun die dort neu ausgebaute Königsstraße den Fluss überquert. Als Ergebnis hat sich ein großer Stausee gebildet, der die gefährlichen Sturzbäche des Wadis dämmt. Die Mujib-Talsperre liegt am Wadi Mujib 100 km südlich von Amman. Das Absperrbauwerk ist 67 m hoch und 764 m lang.

Panorama vom Wadi Mujib

Stand gerne für Fotos (und Souvenierverkauf) zur Verfügung.

So karg und steil kann keine Landschaft sein, dass nicht Beduinen ihre Herden drüber treiben.

Das Klo mit der besten Aussicht ist bei Sami, der am Straßenrand im Rastzelt seine Gäste herzlichst begrüßt.

Dank der fehlenden Klotür kann man auch ungestört den Ausblick ins Tal und auf den Staudamm genießen.

Sami zeigt nicht nur gerne seine Räumlichkeiten her, auch die Haustiere gehören zur Zeltführung.

Und wie immer: Tee für die Gäste. Hier wieder mit Minze.
Rechts vorne ist meiner, den ich mal mit Salbei probieren wollte. Ist nicht mein Geschmack.

Im Ort Kerak befinden sich die Ruinen einer Burg der Kreuzfahrer des Königreiches Jerusalem. Die Burg Kerak ist ein bekanntes Beispiel der Kreuzfahrerarchitektur, einer Mischung aus europäischem, byzantinischem und arabischem Stil. Lange war sie eine Ruine, während sich um sie herum die moderne Stadt gebildet hat. 2008 wurde sie aber in großen Teilen renoviert.

Gegenschuss: Die Aussicht von der Burg Kerak

Was mir sofort bei der freien Besichtigung auffällt - es gibt keinerlei Absperrungen. Man darf bis ganz nach oben steigen, auf Vorsprünge klettern, schwindelerregende Aussichten ohne Fallgitter genießen. In Österreich undenkbar.

Und im Inneren der Burg erwarten einen dann diese genialen Schattenspiele.

Auch wenn die Festung zu ihrer Glanzzeit sicher ganz anders und komfortabler war, bin ich doch froh im Hier und Heute zu leben.

Straßenszenen in Kerak. Ganz typisch die Omnipräsenz von Smartphones.

Dieser Bursche wollte unbedingt fotografiert werden. Dabei wollte ich nur die Anzeige der Treibstoffpreise abfotografieren. Die Sorte Super kostet übrigens genau einen Dinar (ca. EUR 1,10). Also auch nicht gerade billig zu anderen arabischen Ländern.

Weiter geht es in den Süden mit einem Hindernis auf der Schnellstraße. Es gibt ja auch keine Zäune am Straßenrand.

So, wir kommen gleich direkt nach Petra, jener Sehenwürdigkeit, die nur über einen Fußweg von der Nebenortschaft Wadi Musa erreichbar ist.

Petra lag versteckt und gut geschützt zwischen schroffen Felswänden und verfügte zudem über eine sichere Wasserversorgung. Der Ort ist nur über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten zugänglich oder von Osten her durch eine etwa 1,5 Kilometer lange und ca. 70 Meter tiefe Felsschlucht, den Siq (dt.: "Schacht"), der an seiner engsten Stelle nur 2 Meter breit ist.

Brauch- und Trinkwasser wurde über in den Fels gemeißelte Aquädukte in die Stadt geleitet sowie durch Terrakottaröhren, die ebenfalls in die Felswände eingelassen und mit Gips abgedichtet waren. Das höchst komplexe Wasserversorgungssystem, das zudem mehr als 200 Zisternen umfasste, speiste sich aus allen bekannten Wasserquellen im Umkreis von mehr als 25 Kilometern um die Stadt.

Wer den Fußmarsch scheut und tolle Fotomotive versäumen möchte, der kann sich eine Kutsche mieten.

Der etwas andere Hintergrund - der Siq als Location.

An der Einmündung des Siq in den Talkessel steht das wohl berühmteste Bauwerk Petras, das 40 m hohe und 25 m breite Kazne al-Firaun. Das "Schatzhaus des Pharao", war in Wirklichkeit eines von zahlreichen Felsgräbern.

Die verlassene Felsenstadt Petra im heutigen Jordanien war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Wegen ihrer Grabtempel, deren Monumentalfassaden direkt aus dem Fels gemeißelt wurden, gilt sie als einzigartiges Kulturdenkmal. Am 6. Dezember 1985 wurde Petra in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Die Geschichte der Stadt ist aufs Engste mit der des Nabatäerreichs verknüpft, des ersten arabischen Reichs der Geschichte. Bis auf eine Reihe von Inschriften haben die Nabatäer jedoch kaum eigene Schriftzeugnisse hinterlassen. Ihre Geschichte und die Petras lassen sich daher nur bruchstückhaft und indirekt über biblische sowie griechische und römische Quellen erschließen.

Die Show "Petra by night"

Die Felsenstadt ist von 7 - 19 Uhr besuchbar, ich war daher um 7 Uhr am Eingang beim Visitor Center. So zeitig sind noch nicht viele Leute unterwegs, ich konnte im Siq menschenleere Gelegenheiten abwarten oder die Leute sind hinter mir stehen geblieben, um mir nicht ins Bild zu laufen. Ich habe mir im Siq die Zeit für gemütliches Fotografieren und Gespräche genommen und hatte dann beim Schatzhaus schon zahlreiche Touristen vor mir.

In Jordanien war zwar seit 40 Jahren kein Krieg mehr, aber duch die Krisen in den Nachbarländer, geht der Tourismus sofort zurück. Allerdings will Jordanien seine Felsenstadt Petra auch nicht vom Massenansturm zertrampeln lassen (der Sandstein leidet ziemlich darunter und zerbröselt) und hat recht saftige Eintrittspreise. Das Tagesticket für Gäste von Ägypten und Israel kostet JOD 90,- (ca. EUR 100,-!), weil die sonst keinerlei Geld im Land lassen. Die kommen in der Früh über die Grenze, stürmen durch Petra und fahren zu Mittag mit ihren Lunchboxen wieder zurück.
Gäste, die vor Ort nächtigen (Ticket wird auf Namen und nach Hotelliste ausgestellt!), zahlen für
1-Tages-Ticket JOD 50,-
2-Tages-Ticket JOD 55,-
3-Tages-Ticket JOD 60,-
Das sind ja auch schon recht sportliche Preise, vor drei Jahren hat das 1-Tages-Ticket noch JOD 21,- gekostet. Der Busparkplatz beim Eingang war voriges Monat voll, vor einem halben Jahr war er leer.

Gerne können die Dinars investiert werden. Für begleitende Musik (dieses Instrument heißt Rababa), Mitbringsel & Schmuck, Ansichtskarten, Ritt auf Esel/Kamel oder (am wichtigsten) für Trinkwasser.

Zu unserem Schutz und Sicherheit: Die Tourism Police gibt es bei jeder Sehenswürdigkeit. An eine Bedrohungssituation kann ich mich nicht erinnern, vielleicht achten die auch darauf, dass der gemeine Besucher nur erwünschte Pfade beschreitet?

Erwünscht und von mir sehr geschätzt: Das Gespräch mit Einheimischen. Auch wenn es nur ein paar Sätze sind (auf englisch) und im Grunde belanglos, aber diese Begegnungen machen für mich eine volksnahe Reise aus. Dieser Mann saß auf seinem Esel, sein Sohn neben ihm ebenso. Er hat mir stolz erzählt, dass sein Sohn in die Schule geht und seine Frau gerade mit dem 4. Kind schwanger ist. Je mehr Kinder, desto angesehener. Als mehrfacher Vater konnte ich da besonders leicht eine Sympathiebrücke bilden, was dem Wunsch nach einem Portraitfoto sehr förderlich war.

Diese Mädchen sollte wohl Ansichtskarten verkaufen (15 Stück um JOD 1,-), hat aber viel lieber für und mit Fotografen posiert.

Dank ihrer strategisch günstigen Lage am Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenwege, die Ägypten mit Syrien und Südarabien mit dem Mittelmeer verbanden, war die Stadt vom 5. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert nach Christus ein bedeutender Handelsplatz. Insbesondere kontrollierte Petra einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße.

Das Römische Theater

Sandsteinformationen durch Insolationsverwitterung in prächtigen Farben

Grabkammern

Farben und Formen in allen Richtungen.

Bevor es langweilig wird: Ein Blick auf die Botanik in Petra. Die hat es auch nicht leicht.

Es gibt auch größere und kleinere Tiere.

An der so genannte "Königswand" reihen sich hier gleich 13 monumentale Grabtempel aneinander, die aufgrund ihrer Größe und Ausschmückung als Königsgräber gedeutet werden.

Senkrecht zur Königswand verläuft in Richtung Westen die "Säulenstraße", die einstige Hauptverkehrsachse Petras. Im Hintergrund der Große Tempel.

Der Haupttempel Qasr al-Bint wurde in der Zeit zwischen 30 und 8 vor Christus errichtet. Die Außenwände sind mit einer Zwischenschicht aus Holz errichtet worden, die wohl der Grund ist, warum diese Wände als einzige die beiden großen Erdbeben überstanden haben.

Gräber der Nabatäre: Nicht nur als Stall, auch als Garage verwendbar. Damit hätten die Nabatäer vor 2000 Jahren nie gerechnet.

Das Wasser und die sichere Lage machten Petra zu einer bevorzugten Station für Karawanen aus dem Süden Arabiens, die überwiegend mit Luxusgütern für Abnehmer aus dem gesamten Mittelmeerraum beladen waren: mit Gewürzen aus Indien und Seide aus China, Elfenbein aus Afrika, Perlen aus dem Roten Meer und eben Weihrauch aus dem Süden Arabiens. Das Harz des Weihrauchbaums war in der gesamten antiken Welt als besonders kostbare, religiöse Opfergabe und als Arzneimittel begehrt. In umgekehrter Richtung gelangten über Petra Waren aus der Levante, etwa Goldschmiedearbeiten aus Aleppo zu den Märkten Jemens und Omans. Zwischenhandel und Zölle warfen für die Nabatäer hohe Gewinne ab.

Souvenirs ohne Ende.

Element aus dem Bodenmosaik der byzantinischen Kirche (ca. 450 - 550).

Über (angeblich) 846 Stufen geht es hinauf zum Felsenkloster. Ich habe natürlich mitgezählt, bin aber bei der Hälfte durcheinandergekommen, weil es auch mal Stufen runter geht (zählt man die dazu oder weg?) oder gar keine Stufen mehr erkennbar sind.

Nicht ahnend, was mich oben erwartet, komme ich seitlich vom Kloster raus auf einen großen Platz. Drehe mich nach rechts und - leck, Alter! - da steht ja noch so ein Ding wie unten. Nur noch schöner!

Felsentempel ad-Deir (Kloster)

Während Wagemutige das Denkmal erklettern und die Aussicht vom Dach genießen, gehe ich lieber zu den Viewpoints, die noch ein Stück höher liegen.

Welchen View nehmen wir bloß? Am besten beide.

Fernlick bis zur Wüste Negev im Süden von Israel

Dort drüber soll ja der noch bessere View sein...

Tagesmarsch im Wadi Farasa: Der Opferplatz

The Tomb Of The Soldier

The Garden Hall, 200 v. Chr. - 200 n. Chr.

Im Triclinium

Zum Abschluss des zweiten und letzten Tages gibt es noch einen View auf das Schatzhaus von oben. Die wenigsten tun sich das noch an. Es ist anstrengend, schweißtreibend und kein Spaziergang. Es geht nochmals vorbei an den Gräbern der Königswand mit dem Urnengrab und dahinter nach oben.

Achmed, der Guide am Al-Khubtha Trail, bringt die Touris zum Viewpoint gegenüber dem Schatzhaus. Er tänzelt die Stufen rauf wie unsereins zum Zeitungsstandl an der Ecke. Natürlich will ich Schritt halten, bin ja kein Weichei und auch nicht unsportlich.
Mann, ich dachte, mir haut's die Ventile raus! Das muß an der mitgeschleppten FX-Ausrüstung liegen...

Blick von oben auf das Römische Theater

Das entschädigt dann die Mühe. Das Schatzhaus von oben. Boah!

Der Ausflug in die Felsenstadt Petra neigt sich dem Ende zu. Noch ein letzter Blick auf die Königsgräber. Der Vergleich mit den winzigen Pünktchen - den Menschen - lässt die Größe der Monumentalwerke erst erahnen.

Mineralische Einlagerungen

Auch dem Pferd gefällt der Blick auf das Römische Theater.

Die Urnengräber verschwinden bereits im Schatten. Ganz oben am Felsen steht übrigens jemand mit einem Esel.

Steinmännchen gibts viele. Manchmal weisen sie den Weg, viel öfters wurden sie von asiatischen Touristen zum Spaß gebaut.

Der Vollständigkeit halber besuchen wir auch 'Klein Petra'. Der Siq el-Barid ('der kalte Schacht'), auch Little Petra genannt, liegt wenige Kilometer nördlich der Nabatäerstadt Petra. Der ehemalige Karawanenrastplatz kann als Vorort von Petra betrachtet werden.

Obwohl el-Barid deutlich kleiner ist als Petra und über weniger prächtige Fassaden verfügt, war die ursprüngliche Bedeutung groß: Klein-Petra war ein bedeutender Karawanenrastplatz auf der Handelsroute zwischen Mittelmeer und Rotem Meer – und auch der größte Warenumschlagsplatz von Petra. Die schmale Schlucht am Eingang war durch eine Tür zu verschließen und bot große Sicherheit durch ihre Unzugänglichkeit.

Die eigentlichen Unterkünfte liegen im engen Tal des Siq el-Barid. In der ganzen Schlucht finden sich zahlreiche Höhlen, Nischen, Fassaden, Kanäle und Zisternen. Zahlreiche Treppen führen nach oben – vermutlich zu hochgelegenen Opferplätzen, wo Kulthandlungen ausgeführt wurden. Bei den Höhlungen handelt es sich vor allem um Wohnräume und (Kult-)Speiseräume (Triklinien) – Grabstätten gibt es wenige.

Bevor es zum letzten Teil der Reise geht ist noch Zeit für ein paar Portraits auf der Strecke.

Die Frage nach einem Portraitfoto wird nur in den seltensten Fällen mit Nein quittiert, da hole ich mir in meiner Heimat viel öfters eine Abfuhr und Mißtrauen.

Es folgt die letzte Etappe der Reise - Ab in den Süden nach Wadi Rum.

Auf dem Weg dorthin kommen wir an einer Station mit Zug vorbei. Gerne dürfen wir darauf herumklettern und die Waggons erkunden. Angeblich fährt das Ding noch, auf mich wirkt es wie eine abgestellte Attraktion für Touristen.

Die Herren passen auf, dass keiner die Eisenbahn klaut.

Ich fühle mich hin- und hergerissen ... zwischen Winnetou und Terence Hill.

Und dann sind wir da! Die 'Sieben Säulen der Weisheit', benannt nach 'Seven Pillars of Wisdom', dem Buch von T. E. Lawrence.

Eintritt/Einfahrt ins Naturreservat Wadi Rum ist kostenpflichtig. Gleich nach dem Besucherzentrum kommt die (einzige) Ortschaft Rum Village, wo man sich noch mit Verpflegung eindecken kann.

Einsatzfähiges Fahrzeug, weil die Hupe geht ja noch.

Das Wadi Rum ist das größte Wadi in Jordanien. Seine Felswände bestehen aus Sandstein und Granit. Als Schutzgebiet mit einer Fläche von 740 km² wurde es 2011 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Das Wadi ist ein Gebiet mit einer Länge von etwa 100 Kilometern und einer Breite von etwa 60 Kilometern. Es liegt auf etwa 800 Meter Höhe, wobei die höchsten Erhebungen der Jebel Um Adaami mit 1832 Meter und der Jabal Rum mit 1754 Meter sind.

In den nächsten 3 Tagen legen wir etliche Kilometer mit den zwei Pritschenwägen zurück. Wenn ich mir jetzt so die Distanzen auf der Karte ansehe - geotagging an der Kamera macht's leicht - dann war das eh alles nicht so weit entfernt.

Es war jedenfalls sehr angenehm hinten am Bankerl ohne Dach zu sitzen. Der Fahrtwind strich um die Nase, die Temperaturen waren angenehm und die Toyotas zogen keine Staubwolke nach sich. Das war auch für die Fotoausrüstung nett.

Der Khazali Canyon, der auch im Film 'Lawrence von Arabien' zu sehen ist. Da soll es eine Szene geben (ich muss mir den Schinken endlich mal ansehen...), in der ein paar hundert Reiter herausstürmen. In Wirklichkeit ist der Canyon etwa 3 Meter breit, eine Kletterpartie und endet irgendwo nach 80 Metern.

Was ich viel beachtenswerter finde sind die Thamudischen Felszeichnungen im Khazali Canyon (4000 Jahre alt).

Und wer die Felskünste von vor 4 Jahrtausenden bewundert, bemerkt auch kreisrunde Löcher darunter am Boden, die etwas zwei Finger breit sind. Das sind die Bohrlöcher für die Stative, die vor 5 Jahrezehnten die Filmkameras getragen haben. Was für ein Frevel.

Zum Thema Unterkunft und Verpflegung: Genächtigt wurde im Rumshines Camp im Wadi Rum bei Salem und Ali. Es gibt mehrere Hütten mit je zwei Betten auf Teppichboden. Strom gibt's nicht, Wasser wird in einem Becken gesammelt. In den Tagen meines Besuches ist gerade Vollmond, es ist somit auch nachts sehr hell.

Somit alles da, was man zum Chillen brauchst.

Essen frisch aus dem Sandloch.
Zarb ist traditionelles Barbecue mit Fleisch und Gemüse, das stundenlang im Erdloch gegart wurde.

Auch mittags wird unterwegs frisch aufgekocht. Dazu wird irgendwo ein Rastplatz gerichtet und eine Feuerstelle vorbereitet. Betreten wird die Unterlage ohne Schuhe.

Köstlich - Bohnen, Tomaten und Fladenbrot

Bei wolkenlosem Wetter fahren wir ganz in den Süden des Landes.

Blick zum Jebel Um Adami, dem höchsten Berg Jordaniens mit 1832 m.

Die Landschaft entstand vor ca. 30 Mio. Jahren. Durch geologische Verwerfungen entstand ein gewaltiger Riss, der neben dem Wadi Rum den Jordangraben, den Golf von Aqaba und das Rote Meer schuf. Durch Erosion wurde der rote Sandstein, der auf einem Sockel aus Basalt oder Granit steht, zu den jetzt sichtbaren bizarren Formen geschliffen. Durch die zahlreichen Wasserquellen war eine durchgängige Besiedelung seit der Steinzeit möglich. Das Regenwasser, welches im Winter fällt, kann durch den porösen Sandstein dringen, wird von der wasserundurchlässigen Schicht des Granits aufgehalten und dringt an verschiedenen Stellen wieder aus.

Wir besuchen eine Familie der Beduinen. Die Shisha ist im Einsatz. Es wird Tee angeboten.
Die Position des Scheichs (Ältester der Reisegruppe und der Mann mit dem Geld) ist hier sehr wichtig.

Bei den Beduinen im Zelt gibt es auch einen Kochplatz. Im Frauenzelt daneben ist die Ausstattung ähnlich spartanisch. Da dürfen aber nur die Damen unserer Gruppe hin. Um den Unterschied und die Rechte nochmals zu verdeutlichen: Die Damen unserer Gruppe durften ins Männer- UND ins Frauenzelt. Wir Männer nur ins Männerzelt.

Das war einer unserer Fahrer. Er ist 14 und kann gut fahren. Ob er auch darf? Im Wadi Rum gibt es keine Polizei. Hier regelt man seine Angelegenheiten untereinander.

Der Stolz des Beduinen - seine Waffe. Dieses Modell ist ein englisches Enfield, datiert mit 1944. Es gibt auch Patronen dazu. Ich achte darauf, keine Fingerabdrücke zu hinterlassen.

Manchen sieht man die tägliche Sonnenbestrahlung schon einigermaßen an. Charaktergesichter brauchen keinen Weichzeichner.:-]

Bekannt wurde Wadi Rum durch das Buch Die sieben Säulen der Weisheit des britischen Offiziers Thomas Edward Lawrence, der hier während der Arabischen Revolte von 1917 bis 1918 stationiert war, und später noch mehr durch den Film Lawrence von Arabien.

Sehr beliebt sind klarerweise die Licht- und Schattenspiele bei tiefstehender Sonne.

Am 1. Abend hatten wir noch Wolken. Das sollte nicht nochmals vorkommen.

Übrigens ist nun am 26.11.2013 die Ansichtskarte angekommen, die ich am 15.10.2013 morgens in Wadi Musi im öffentlichen Briefkasten versenkt habe. Hurra! Eine Zustellzeit von 42 Tagen ist eh nicht schlecht.

Da diese Tour explizit als Fotoreise ausgewiesen ist, wird besonders Rücksicht und Zeit gegeben.
Unser Guide wiederholt daher, dass wir bei Sichtung eines guten Motives einfach auf's Wagendach klopfen sollen.
Wir brausen da gerade so durch die sandige Gegend, als plötzlich neben uns auf der Düne ein Kamel steht. Unser erstes in freier Wildbahn.
Ich hau also spontan dem Fahrer auf's Dach und der springt prompt in die Eisen.
Das nächste Mal möge ich bitte etwas dezenter klopfen, Ali habe sich sehr erschreckt.

"Was gibts denn?" - "Na da, ein Kamel!"
"Ja und?" - "Wollen wir fotografieren!"
"Achso, klar."

Darauf Ali: "Das ist mein Kamel. Soll ich die anderen auch holen?"
Es gibt noch mehr hier? c00L!

Ein Albinoportrait bei 14 mm Brennweite. Die Vorderbeine sind zusammengebunden um ein Davonlaufen zu verhindern.

Es werden immer mehr. Und auch ein Baby ist dabei - 7 Tage alt und weicht seiner Mama nicht von der Seite.

Einmal lächeln für die Kamera.

Newbie ist sehr schüchtern und seine Mama skeptisch. Beide marschieren nach kurzer Zeit wieder von dannen und lassen sich auch nicht mehr zurücklocken.

Es fehlte an keinerlei Komfort. Während wir rock-hopping machten, baute die gute Seele vom Camp irgendwo einen Rastplatz für uns auf. Mit Waschgelegenheit! Es gab sogar kostenlos zugängliche Freiluftklos. Gleich um die Ecke hinter dem nächsten Felsen.

Der Tee ist schon heiß, der Topf ist bereit.

Die Stille im Wadi Rum ist einfach unbeschreiblich und herrlich.

Noch eine Anmerkung zur Ausrüstung. Ich hatte diesmal die D3s mit dem Trippleteam (14-24-70-200 / 2.8) dabei und das Gewicht nie bereut. Sehr sinnvoll war auch die Mitnahme eines 2. Akkus, Polfilter, Stativ, Fernauslöser, Luftpumpe, Taschenlampe, SB-800 und vorallem des GPS-Taggers (foolography).
Ich hatte vor der Reise leichte Sorge, ob ich mit meinen CF-Speicherkarten durchkomme. Die aktuellen Preise für CF hielten mich von einem Nachkauf ab, ich nahm stattdessen zusätzlich USB-Sticks mit. Meine Hoffnungen hatten sich erfüllt, außer mir hatte offenbar jeder einen Computer mit und ich konnte die Fotos von CF auf USB-Stick verschieben lassen und wieder anfüllen.

Was mir bei Buchung der Reise noch fehlte war eine vernünftige Transportmöglichkeit für dieses Equipment. Auch hier hat mir das Nikon Fotografie-Forum wiedermal weitergeholfen und so wartete der Fotorucksack Lowepro Flipside 400 AW schon sehnsüchtig auf seinen Einsatz. Der Kauf hat sich rentiert, es hat alles reingepasst, war fest an seinem Platz, ist im Flugzeug handgepäckstauglich und die Öffnung an der Innenseite (beim Rücken) ist genial.
Nicht nur als Diebstahlschutz - da gab's nie Probleme - sondern vor allem beim Ablegen am Boden. Schmutz/Sand bleibt außen, die Tragegurte oben bleiben sauber.

An einem Morgen nimmt sich die halbe Gruppe den Sonnenaufgang vor, die anderen verschlafen dieses tägliche Wunder lieber.

Unser Betreuer macht schon mal den Tee.

Die Langzeitbelichtungen im Dunkeln waren ganz nett, aber was dann mit den ersten Sonnenstrahlen Schatten wirft sollte man nicht verpasst haben.

Bei unseren Tagestouren brausen wir kreuz und quer durchs Wadi Rum.

Das Geologenherz schlägt höher: Versteinerter Sand

Wir erklimmen die fast höchsten Berge.

Hier kann man den Sandstein scheibchenweise herausziehen (wie beim Spiel Jenga).

Salem kratzt zärtlich im Stein und hinterlässt Botschaften für die Nachwelt.

Wadi Rum hat auch seine dunklen Seiten, nämlich in der Nacht.

Es gibt Leben im Wadi Rum, wie man bei den vielen Spuren im Sand eindeutig erkennen kann.

Wir quetschen uns durch Felsspalten die stellenweise so eng sind, dass man den Fotorucksack abnehmen und sich seitlich drehen muss.

Unsere neuen Freunde haben auch mit und über uns viel zu lachen.

Bei einer kleinen Felsenbrücke

Sehnsüchtig erwartet (von mir) war der Kamelritt.

Jeder der 3 Burschen hatte 3 Kamele an der Hand und am Seil und es ging gemächliche 3 km durch den Sand. "Mein" Kamel hatte jenes neben sich offenbar gerne, denn sie rieben gerne ihre Körper aneinander. Das ist ja ok, allerdings war da ja mein Fuß dazwischen. Ich saß also zeitweise im Türkensitz (= Schneidersitz) auf dem schwankenden Wüstenschiff. Auch ok, wenn da nicht der Sattelknauf im Rücken wäre, der immer ins Kreuz gescheuert hätte. Eine Stunde Kamelritt war für mich vollkommen ausreichend.

Keine Frage, ich würde es natürlich wieder machen.

Bei der Quelle von El Qattar treffen wir eine Ziegenherde und den Friedhof der Beduinen.

Wasser sammelt sich hier in Felsenhöhlen und wird für die Tiere rausgeschöpft.

Ziege mit Schlappohren

Die Vegetation hat auch hier zu kämpfen.

Verschiedenste Gesteinsarten, die alle im Wadi Rum gefunden wurden.

Immer wieder beliebt - Sandspiele.

Große Sandkiste für große Leute.

Mit einem letzten Stopp beim Wald vom Wadi Rum - Lawrence's Spring - verabschieden wir uns aus dem Naturschutzgebiet und ich mich von diesem Reisebericht.

Ich fand das Land, in dem drei Weltreligionen ihre Wurzeln haben, ausgesprochen spannend und lehrreich. Dort ist wirklich Kultur und Menschheitsgeschichte beheimatet. Daher fand ich es auch schade, dass es keine Möglichkeit für den Besuch einer Moschee gab.

Danke für die virtuelle Mitreise, die Kommentare und Geduld.



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: