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Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche St. Martin in Hartberg wurde dem heiligen Martin von Tours geweiht. Die heutige Außengestaltung orientiert sich an der spätbarocken Farbgebung. Im Februar 2022 wurde die Kirche nach einer grundlegenden Innensanierung, bei der auch eine vollkommene Neugestaltung des Altarraumes erfolgte, wiedereröffnet.

Das heutige Erscheinungsbild der Stadtpfarrkirche von Hartberg
präsentiert sich von außen als einheitlicher barocker Kirchenbau, der
durch seine barocke Formensprache sowie insbesondere durch seinen
prächtigen, vergoldeten Kirchturm, den Hauptplatz sowie die Silhouette
der Stadt Hartberg dominiert. Ein Blick in das Innere der stattlichen
Kirche zeigt jedoch, dass das Kirchengebäude nicht in einem Zug in der
Barockzeit errichtet wurde, sondern vom Mittelalter beginnend immer
wieder umgebaut und erweitert wurde; das letzte Mal und gleichzeitig am
umfangreichsten in der Barockzeit.

Beim Betreten der Kirche fällt als erstes die harmonische
Innengestaltung, eine gelungene Verschmelzung des gotischen Raumes mit
der barocken Einrichtung, einem Hochaltar und sieben Seitenaltären auf.
Die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Martin wird 1157 erstmals erwähnt
und von 1745 bis 1760 barock erweitert. Das Hochaltarblatt stammt von
Johann Cyriak Hackhofer.

Altar des heiligen Franz Xaver Der nächste Seitenaltar ist dem hl. Franz Xaver
geweiht. Im Deckenfresko sieht man den hl. Franz Xaver bei der Taufe
der Inder. Das Altarbild zeigt ihn als Sterbenden. Die Statuen stellen
den hl. Augustinus und den hl. Florian dar

Altar des heiligen Aloisius Über dem Aloisius-Altar
mit den Statuen des hl. Ignatius von Loyola und des hl. Johannes vom
Kreuz zeigt das Mölck-Fresko den hl. Aloisius beim Verzicht auf Welt
und Krone.

Die erste Kirche bestand schon im Jahre 862. 1122 wurde eine romanische
Chorquadratkirche erbaut und dem Hl. Martin geweiht. Im 12. Jh.
erfolgte der Umbau zur dreischiffigen Pfeilerbasilika. Im 18. Jh.
wurden die Seitenschiffe zugefügt. Die Fresken und das Altarbild
stammen von Josef Adam Mölck. Der Hochaltar selbst wurde 1766
errichtet. Sehenswert ist eine gotische Pieta und der romanische Karner.

Altar der Heiligen Familie
- Das Altarbild zeigt die Heilige Familie in ihrem Hause in Nazareth.
Links und rechts davon stehen die Statuen der hl. Katharina und der hl.
Barbara. Das Deckenfresko stellt ebenfalls die Heilige Familie dar. Der
hl. Josef steht einem Sterbenden bei, er ist der Patron der Sterbenden.

Altar des heiligen Johannes Nepomuk
- Die Statuen stellen die Apostel Petrus und Paulus dar. Das
Deckenfresko zeigt den hl. Johannes von Nepomuk vor dem König Wenzel.

Die Orgel befindet sich auf der westlichen Empore und wurde vom Grazer
Orgelbauer Ferdinand Schwarz im Jahre 1762 betriebsfertig übergeben.
Mit ihren 29 Registern galt sie bis ins 19. Jahrhundert neben Mariazell
und Admont als drittgrößte Orgel in der Steiermark. Die Orgel wurde
1942 vom Orgelbauer Karl Schuke aus Berlin erneuert, wobei von der
Schwarzorgel nur die Prospektpfeifen und das Gehäuse erhalten blieben.
Im Jahre 1969 wurde die Orgel um zwei weitere Register (Trompete und
Posaune) erweitert. Die Orgel umfasst nun 22 Register auf zwei Manualen
und Pedal mit elektropneumatischer Traktur. Der Spieltisch ist seitlich
aufgestellt. An den Seiten finden sich Statuen von König David und der
hl. Cäcilia. Unter der Orgelempore befindet sich seit 2022 ein
überlebensgroßes ursprünglich gotisches Kruzifix, welches zuvor am
Triumphbogen im Bereich über dem Volksaltar hing.
Orgel mit historischem Prospekt und einem Werk vom Orgelbaumeister Ferdinand Salomon aus dem Jahr 2013

Rosenkranzaltar - Das Altarbild zeigt die Übergabe des Rosenkranzes durch die Gottesmutter an den hl. Dominikus.

Altar der Apostel Petrus und Paulus
- Der rechte Altar ist den heiligen Aposteln Petrus und Paulus geweiht.
Die Standbilder an beiden Seiten stellen die hll. Franz Xaver und
Aloisius dar.

Der Hochaltar mit dem Säulenaufbau entstand 1766. Den Abschluss des
Presbyteriums bilden links das Standbild der hl. Jungfrau Maria und
rechts die Statue des hl. Josef mit dem Jesuskind.

Das Hochaltarbild wurde vom
Vorauer Stiftsmaler Johann Cyriak Hackhofer vor dem Barockumbau,
wahrscheinlich im Jahre 1717 geschaffen. Es zeigt, wie der hl. Martin
himmelwärts schwebt. Engel umschwärmen ihn und tragen alle
bischöflichen Utensilien.

Die Fresken des Hofkammermalers Josef Adam Mölk über dem Hochaltar zeigen den hl. Martin bei seiner Ankunft im Himmel.

Über die Baugeschichte gab es nur Vermutungen. Erst eine Grabung beim
Einbau einer Bodenheizung im Jahre 1973 brachte Klarheit über die vier
Bauperioden der Kirche. Etwa um 1130 wurde unmittelbar nach der
Errichtung des ersten Platzmarktes in Hartberg eine romanische
Chorturmkirche errichtet. Pfarrer Ulrich ließ schon in der 2. Hälfte
des 12. Jahrhunderts die Kirche zu einer dreischiffigen Pfeilerbasilika
ausbauen. Zur gleichen Zeit dürfte auch der romanische Wehrturm
entstanden sein. 300 Jahre später, in der Spätgotik, wurde der Chorraum
nach Osten erweitert. Die Strebepfeiler an der Außenseite tragen die
Jahreszahl 1467. Von den damals neu erbauten Gewölben ist das gotische
Sternrippengewölbe im Mittelschiff, wie eingangs erwähnt, noch erhalten.
Schäden an der Kirche und dem Wehrturm nach der Brandkatastrophe des
Jahres 1715 und die unzureichenden Raumverhältnisse verlangten einen
Neubau. Doch es kam nur zu einem großzügigen Umbau im Stile des Barock.
Die Seitenschiffe wurden erneuert und mit Emporen versehen, der
Altarraum erhielt ein neues Gewölbe, die Sakristei wurde vergrößert und
im Norden die Marienkapelle angebaut.

Nach der Abtragung des Ostturmes baute der Hartberger Baumeister
Thomann Reift den Westturm, der an die Kirche angeschlossen wurde zu
einem der schönsten Barocktürme der Steiermark aus. Bei den Bau- und
Renovierungsarbeiten im Jahre 1973 fand man auch Mauerreste und
Hypokausten einer römischen Villa aus dem 2.-3. Jahrhundert. Beim
Betreten der Kirche fällt die harmonische Innengestaltung aus dem
Spätbarock auf. Die gotische Pieta in der Marienkapelle, das ebenso
gotische Kreuz an der Rückwand und das steinerne Renaissance-Taufbecken
von 1648 sind wertvolle Zeugnisse aus früheren Epochen. Zu erwähnen ist
noch die Barockkanzel, die der Grazer Bildhauer Mathias Leitner schuf.
Das Hochaltarblatt wurde vom Vorauer Stiftsmaler Johann Cyriak
Hackhofer 1716 noch vor dem Barockumbau geschaffen. Das Ölbild stellt
die Aufnahme des Kirchenpatrons, des hl. Martin, in den Himmel dar. Das
Deckenfresko des Malers Josef Adam von Mölk zeigt den Heiligen als
Fürbitter im Himmel. Die Orgel des Grazer Orgelbauers Ferdinand Schwarz
aus dem Jahre 1762 wurde 1942 vom Berliner Orgelbauer Karl Schuke
erneuert. Von der Schwarzorgel blieben nur die Prospektpfeifen und das
Gehäuse erhalten.

Die Marienkapelle liegt
gegenüber der Sakristei in nördlicher Richtung. Im Zentrum des Altares
thront die Pieta, die Schmerzhafte Muttergottes, eine Plastik, die im
Jahre 1420 als Sandstein angefertigt wurde und damit das künstlerisch
wertvollste Ausstattungsstück der Kirche bildet. Hinter Maria, die den
toten Leib Jesu hält, geht die goldene Sonne auf. Im oberen Teil des
Altars geht hinter dem Kreuz die Ostersonne auf.

Die Kanzel, die der Grazer
Bildhauer Mathias Leitner 1753 schuf, ist eine Stuckmarmorarbeit,
ähnlich den Altären grau, rot und weiß marmoriert. Am Schalldach der
Kanzel befinden sich die Statuen der vier sitzenden Evangelisten und
als Bekrönung Christus als guter Hirte. Am Korb sind vergoldete Reliefs
von „Schafen auf der Weide“ und der „Übergabe des Hirtenamtes an
Petrus“.

Das steinerne Renaissance-Taufbecken trägt die Jahreszahl 1648. Vier
Ölbilder zeigen die Anbetung der Hl. Drei Könige, die Beschneidung
Jesu, die Darstellung Jesu im Tempel und den Kindermord in Bethlehem.

Das Fresko in der Taufkapelle stellt den hl. Johannes den Täufer bei der Taufe Jesu dar.

Die Martinsstatue dürfte um
1720 vom Hartberger Bildhauer Joseph Hofstetter geschaffen worden sein.
Der hl. Martin ist der Schutzpatron der Kirche und der Pfarre. Er ist
geb. 316 in Savaria (Steinamanger), gest. 398 als Bischof von
Tours/Frankreich. Der Legende nach soll er als 18jähriger römischer
Reiteroffizier seinen Mantel mit dem Bettler geteilt haben. Er gilt als
Vorbild für tätige Nächstenliebe. Als Statue ohne Kopf wurde sie 1981
im Erdreich zwischen Karner und Mesnerhaus aufgefunden. Der
Pöllauberger Bildhauer Johann Schweighofer stattete sie wieder mit
einem Kopf aus.

Der Kirchturm ist 54 m hoch und gehört mit seinem 90 m² Goldfläche
(16.500 Goldplättchen) zu den goldreichsten Kirchtürmen in Österreich.
„Ich Lorenz Husickh schlosser Meister auf den Rinnen Markh habe
dießes Creitz und Helm stannen Gott und seinen Heilchen zu greßter Er
und glore gemacht den 14. julius 1755sten Jahr ist eß Aufgestellt
worden.“ – Zitat im Turmkopf

Die Immaculata (Mariä Unbefleckte Empfängnis), auch Frauensäule genannt
Sie ist ein Werk des Hartberger Bildhauers Christoph Hofstetter, 1675
gestiftet von der Hartberger Herrschaftsinhaberin Marie Gräfin von Paar
zusammen mit Tochter und Schwiegersohn als Dankesbezeigung an die hl.
Maria für die Abwendung der Türkengefahr durch den 1664 errungenen Sieg
über das türkische Heer in der Schlacht bei Mogersdorf/Fehring. 150
verwundete kaiserliche Soldaten waren zur Pflege nach Hartberg gebracht
worden. Der 12 Sterne-Kranz Mariens soll als Vorbild für das 12
Sterne-Symbol der EU gedient haben. Die erhöhte Madonna ist Symbol für
die Bitte um den mütterlichen Schutz des Himmels.

Die oststeirische Bezirkshauptstadt Hartberg zählt zu den
besterhaltenen Altstädten der Steiermark. Die Stadt Hartberg zählt
nicht umsonst zu den Kleinen Historischen Städten Österreichs und ist
mit den knapp 6800 Einwohnern bekannt für ihre historischen Gebäude. Am
Hauptplatz befinden sich die Stadtpfarrkirche, das Rathaus, die Mariensäule und viele weitere historische Gebäude, die noch heute unter Denkmalschutz stehen.

Die Apotheke beim Hauptplatz

der steinerne fluss
symbolisiert den unterirdisch fließenden stadtbach durch die 3 positionen: quelle / welle / wasserfall
künstlerische gestaltung der fußgängerzone 1991, kunstpreis 1991, ulrike truger

Altes Bürgerhaus in der Fußgängerzone
