Stadtpfarrkirche hl. Martin

in Hartberg, Dezember 2022

Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche St. Martin in Hartberg wurde dem heiligen Martin von Tours geweiht. Die heutige Außengestaltung orientiert sich an der spätbarocken Farbgebung. Im Februar 2022 wurde die Kirche nach einer grundlegenden Innensanierung, bei der auch eine vollkommene Neugestaltung des Altarraumes erfolgte, wiedereröffnet.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Das heutige Erscheinungsbild der Stadtpfarrkirche von Hartberg präsentiert sich von außen als einheitlicher barocker Kirchenbau, der durch seine barocke Formensprache sowie insbesondere durch seinen prächtigen, vergoldeten Kirchturm, den Hauptplatz sowie die Silhouette der Stadt Hartberg dominiert. Ein Blick in das Innere der stattlichen Kirche zeigt jedoch, dass das Kirchengebäude nicht in einem Zug in der Barockzeit errichtet wurde, sondern vom Mittelalter beginnend immer wieder umgebaut und erweitert wurde; das letzte Mal und gleichzeitig am umfangreichsten in der Barockzeit.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Beim Betreten der Kirche fällt als erstes die harmonische Innengestaltung, eine gelungene Verschmelzung des gotischen Raumes mit der barocken Einrichtung, einem Hochaltar und sieben Seitenaltären auf. Die spätgotische Stadtpfarrkirche St. Martin wird 1157 erstmals erwähnt und von 1745 bis 1760 barock erweitert. Das Hochaltarblatt stammt von Johann Cyriak Hackhofer.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Altar des heiligen Franz Xaver Der nächste Seitenaltar ist dem hl. Franz Xaver geweiht. Im Deckenfresko sieht man den hl. Franz Xaver bei der Taufe der Inder. Das Altarbild zeigt ihn als Sterbenden. Die Statuen stellen den hl. Augustinus und den hl. Florian dar

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Altar des heiligen Aloisius Über dem Aloisius-Altar mit den Statuen des hl. Ignatius von Loyola und des hl. Johannes vom Kreuz zeigt das Mölck-Fresko den hl. Aloisius beim Verzicht auf Welt und Krone.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Die erste Kirche bestand schon im Jahre 862. 1122 wurde eine romanische Chorquadratkirche erbaut und dem Hl. Martin geweiht. Im 12. Jh. erfolgte der Umbau zur dreischiffigen Pfeilerbasilika. Im 18. Jh. wurden die Seitenschiffe zugefügt. Die Fresken und das Altarbild stammen von Josef Adam Mölck. Der Hochaltar selbst wurde 1766 errichtet. Sehenswert ist eine gotische Pieta und der romanische Karner.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

    Altar der Heiligen Familie - Das Altarbild zeigt die Heilige Familie in ihrem Hause in Nazareth. Links und rechts davon stehen die Statuen der hl. Katharina und der hl. Barbara. Das Deckenfresko stellt ebenfalls die Heilige Familie dar. Der hl. Josef steht einem Sterbenden bei, er ist der Patron der Sterbenden.

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Altar des heiligen Johannes Nepomuk - Die Statuen stellen die Apostel Petrus und Paulus dar. Das Deckenfresko zeigt den hl. Johannes von Nepomuk vor dem König Wenzel.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Die Orgel befindet sich auf der westlichen Empore und wurde vom Grazer Orgelbauer Ferdinand Schwarz im Jahre 1762 betriebsfertig übergeben. Mit ihren 29 Registern galt sie bis ins 19. Jahrhundert neben Mariazell und Admont als drittgrößte Orgel in der Steiermark. Die Orgel wurde 1942 vom Orgelbauer Karl Schuke aus Berlin erneuert, wobei von der Schwarzorgel nur die Prospektpfeifen und das Gehäuse erhalten blieben. Im Jahre 1969 wurde die Orgel um zwei weitere Register (Trompete und Posaune) erweitert. Die Orgel umfasst nun 22 Register auf zwei Manualen und Pedal mit elektropneumatischer Traktur. Der Spieltisch ist seitlich aufgestellt. An den Seiten finden sich Statuen von König David und der hl. Cäcilia. Unter der Orgelempore befindet sich seit 2022 ein überlebensgroßes ursprünglich gotisches Kruzifix, welches zuvor am Triumphbogen im Bereich über dem Volksaltar hing.

Orgel mit historischem Prospekt und einem Werk vom Orgelbaumeister Ferdinand Salomon aus dem Jahr 2013

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Rosenkranzaltar - Das Altarbild zeigt die Übergabe des Rosenkranzes durch die Gottesmutter an den hl. Dominikus.

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Altar der Apostel Petrus und Paulus - Der rechte Altar ist den heiligen Aposteln Petrus und Paulus geweiht. Die Standbilder an beiden Seiten stellen die hll. Franz Xaver und Aloisius dar.

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Der Hochaltar mit dem Säulenaufbau entstand 1766. Den Abschluss des Presbyteriums bilden links das Standbild der hl. Jungfrau Maria und rechts die Statue des hl. Josef mit dem Jesuskind.

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Das Hochaltarbild wurde vom Vorauer Stiftsmaler Johann Cyriak Hackhofer vor dem Barockumbau, wahrscheinlich im Jahre 1717 geschaffen. Es zeigt, wie der hl. Martin himmelwärts schwebt. Engel umschwärmen ihn und tragen alle bischöflichen Utensilien.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Die Fresken des Hofkammermalers Josef Adam Mölk über dem Hochaltar zeigen den hl. Martin bei seiner Ankunft im Himmel.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Über die Baugeschichte gab es nur Vermutungen. Erst eine Grabung beim Einbau einer Bodenheizung im Jahre 1973 brachte Klarheit über die vier Bauperioden der Kirche. Etwa um 1130 wurde unmittelbar nach der Errichtung des ersten Platzmarktes in Hartberg eine romanische Chorturmkirche errichtet. Pfarrer Ulrich ließ schon in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts die Kirche zu einer dreischiffigen Pfeilerbasilika ausbauen. Zur gleichen Zeit dürfte auch der romanische Wehrturm entstanden sein. 300 Jahre später, in der Spätgotik, wurde der Chorraum nach Osten erweitert. Die Strebepfeiler an der Außenseite tragen die Jahreszahl 1467. Von den damals neu erbauten Gewölben ist das gotische Sternrippengewölbe im Mittelschiff, wie eingangs erwähnt, noch erhalten.

Schäden an der Kirche und dem Wehrturm nach der Brandkatastrophe des Jahres 1715 und die unzureichenden Raumverhältnisse verlangten einen Neubau. Doch es kam nur zu einem großzügigen Umbau im Stile des Barock. Die Seitenschiffe wurden erneuert und mit Emporen versehen, der Altarraum erhielt ein neues Gewölbe, die Sakristei wurde vergrößert und im Norden die Marienkapelle angebaut.

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Nach der Abtragung des Ostturmes baute der Hartberger Baumeister Thomann Reift den Westturm, der an die Kirche angeschlossen wurde zu einem der schönsten Barocktürme der Steiermark aus. Bei den Bau- und Renovierungsarbeiten im Jahre 1973 fand man auch Mauerreste und Hypokausten einer römischen Villa aus dem 2.-3. Jahrhundert. Beim Betreten der Kirche fällt die harmonische Innengestaltung aus dem Spätbarock auf. Die gotische Pieta in der Marienkapelle, das ebenso gotische Kreuz an der Rückwand und das steinerne Renaissance-Taufbecken von 1648 sind wertvolle Zeugnisse aus früheren Epochen. Zu erwähnen ist noch die Barockkanzel, die der Grazer Bildhauer Mathias Leitner schuf.

Das Hochaltarblatt wurde vom Vorauer Stiftsmaler Johann Cyriak Hackhofer 1716 noch vor dem Barockumbau geschaffen. Das Ölbild stellt die Aufnahme des Kirchenpatrons, des hl. Martin, in den Himmel dar. Das Deckenfresko des Malers Josef Adam von Mölk zeigt den Heiligen als Fürbitter im Himmel. Die Orgel des Grazer Orgelbauers Ferdinand Schwarz aus dem Jahre 1762 wurde 1942 vom Berliner Orgelbauer Karl Schuke erneuert. Von der Schwarzorgel blieben nur die Prospektpfeifen und das Gehäuse erhalten.

 Stadtpfarrkirche hl. Martin in Hartberg, Dezember 2022

Die Marienkapelle liegt gegenüber der Sakristei in nördlicher Richtung. Im Zentrum des Altares thront die Pieta, die Schmerzhafte Muttergottes, eine Plastik, die im Jahre 1420 als Sandstein angefertigt wurde und damit das künstlerisch wertvollste Ausstattungsstück der Kirche bildet. Hinter Maria, die den toten Leib Jesu hält, geht die goldene Sonne auf. Im oberen Teil des Altars geht hinter dem Kreuz die Ostersonne auf.

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Die Kanzel, die der Grazer Bildhauer Mathias Leitner 1753 schuf, ist eine Stuckmarmorarbeit, ähnlich den Altären grau, rot und weiß marmoriert. Am Schalldach der Kanzel befinden sich die Statuen der vier sitzenden Evangelisten und als Bekrönung Christus als guter Hirte. Am Korb sind vergoldete Reliefs von „Schafen auf der Weide“ und der „Übergabe des Hirtenamtes an Petrus“.

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Das steinerne Renaissance-Taufbecken trägt die Jahreszahl 1648. Vier Ölbilder zeigen die Anbetung der Hl. Drei Könige, die Beschneidung Jesu, die Darstellung Jesu im Tempel und den Kindermord in Bethlehem.

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Das Fresko in der Taufkapelle stellt den hl. Johannes den Täufer bei der Taufe Jesu dar.

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Die Martinsstatue dürfte um 1720 vom Hartberger Bildhauer Joseph Hofstetter geschaffen worden sein. Der hl. Martin ist der Schutzpatron der Kirche und der Pfarre. Er ist geb. 316 in Savaria (Steinamanger), gest. 398 als Bischof von Tours/Frankreich. Der Legende nach soll er als 18jähriger römischer Reiteroffizier seinen Mantel mit dem Bettler geteilt haben. Er gilt als Vorbild für tätige Nächstenliebe. Als Statue ohne Kopf wurde sie 1981 im Erdreich zwischen Karner und Mesnerhaus aufgefunden. Der Pöllauberger Bildhauer Johann Schweighofer stattete sie wieder mit einem Kopf aus.

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Der Kirchturm ist 54 m hoch und gehört mit seinem 90 m² Goldfläche (16.500 Goldplättchen) zu den goldreichsten Kirchtürmen in Österreich.
 „Ich Lorenz Husickh schlosser Meister auf den Rinnen Markh habe dießes Creitz und Helm stannen Gott und seinen Heilchen zu greßter Er und glore gemacht den 14. julius 1755sten Jahr ist eß Aufgestellt worden.“ – Zitat im Turmkopf

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Die Immaculata (Mariä Unbefleckte Empfängnis), auch Frauensäule genannt
Sie ist ein Werk des Hartberger Bildhauers Christoph Hofstetter, 1675 gestiftet von der Hartberger Herrschaftsinhaberin Marie Gräfin von Paar zusammen mit Tochter und Schwiegersohn als Dankesbezeigung an die hl. Maria für die Abwendung der Türkengefahr durch den 1664 errungenen Sieg über das türkische Heer in der Schlacht bei Mogersdorf/Fehring. 150 verwundete kaiserliche Soldaten waren zur Pflege nach Hartberg gebracht worden. Der 12 Sterne-Kranz Mariens soll als Vorbild für das 12 Sterne-Symbol der EU gedient haben. Die erhöhte Madonna ist Symbol für die Bitte um den mütterlichen Schutz des Himmels.

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Die oststeirische Bezirkshauptstadt Hartberg zählt zu den besterhaltenen Altstädten der Steiermark. Die Stadt Hartberg zählt nicht umsonst zu den Kleinen Historischen Städten Österreichs und ist mit den knapp 6800 Einwohnern bekannt für ihre historischen Gebäude. Am Hauptplatz befinden sich die Stadtpfarrkirche, das Rathaus, die Mariensäule und viele weitere historische Gebäude, die noch heute unter Denkmalschutz stehen.

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Die Apotheke beim Hauptplatz

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der steinerne fluss
symbolisiert den unterirdisch fließenden stadtbach durch die 3 positionen: quelle / welle / wasserfall
künstlerische gestaltung der fußgängerzone 1991, kunstpreis 1991, ulrike truger

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Altes Bürgerhaus in der Fußgängerzone

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