Lienz

in Osttirol, Juli 2026

Lienz ist eine Stadt in Osttirol. Das Stadtgebiet ist 16 km² groß. Mit etwa 12.000 Einwohnern ist Lienz die siebtgrößte Stadt Tirols und liegt an der Mündung der Isel in die Drau. Lienz ist Mitglied im Verband Kleine historische Städte. Die Liebburg am Lienzer Hauptplatz und das aus dem 13. Jahrhundert stammende Schloss Bruck auf dem Schlossberg gelten als Wahrzeichen der Stadt.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

St. Antonius-Kirche - Antoniuskirchl am Lienzer Hauptplatz
KIRCHLEIN HL. ANTONIUS V. PADUA
URK. 1556 KAPELLE BZW. FRONKASTEN. 1660/68 NEUERRICHTUNG. STEHT SEIT 1945 AUCH DER GRIECHISCH-ORTHODOXEN GLAUBENSGEMEINDE ZUR VERFÜGUNG. GESAMTRESTAURIERUNG 1987/88.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

DER EINAUGIGE ALTE IWAN
Die „Lienzer Russen" stammen aus allen Ostländern, von Rußland bis Rumänien. Lienz hat keine schlechten Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht, sie sind arbeitsam und ehrlich und gute Christen. Aber fast alle Männer sind mit Tbc behaftet. Die Ärzte führen es auf die großen Strapazen, durch die sie einen Großteil ihrer Widerstandskraft eingebüßt haben, aber auch auf das Rauchen von allen möglichen Kräutern zurück, eine Eigenschaft, die sich diese rauhen Steppensöhne nicht abgewöhnen können.

Einer jener Kosaken, die mit General DOMANOW in das Drautal kamen, ist der alte Iwan HORDIENKO, ein kleiner, gedrungener, einäugiger Mann von 68 Jahren, dem man auch heute noch ansieht, daß er im Sattel groß geworden ist. Beinahe wäre man versucht, zu sagen, er wäre der geborene „Ataman", wenn das heute noch nötig wäre. Aber irgend eine Führerrolle braucht Iwan HORDIENKO und so übt er nun seinen Posten als orthodoxer Kirchenältester in Lienz mit allem Nachdruck und Eifer aus. Seine Frau Natascha, die ihm 1947 einen Sohn schenkte, war mit ihm in den Kosaken-Einheiten. Man spürt seine alte Kämpferseele aus jedem Wort heraus, und wenn man hört, daß er mit aller Strenge auf Zucht und Moral in seiner Gemeinde hält, dann glaubt man es, ohne noch lange nach Zeugen zu fragen.

Seit einiger Zeit ist es diesem tapferen Grüpplein orthodoxer Christen gelungen, die Lienzer St.-Antonius-Kapelle für orthodoxe Gottesdienste verwenden zu dürfen. Der nächste Bischof der orthodoxen Kirche residiert in Villach. Von Zeit zu Zeit kommt er auf Besuch zu seinen „Lienzer Russen", und immer wieder freut er sich über diese kleine, aber unglaublich fleißige Russengemeinde mitten in der Dolomitenstadt!
Gundolf - Lienz, den 12. Januar 1955

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Kirche zu „St. Antonius von Padua": Der Sakralbau dürfte zu dem ehemals nebenstehenden „Görzer Haus", dem Stadtsitz des letzten Görzer Grafen Leonhard, gehört haben. Nach 1500 zum Fronkasten umfunktioniert, in dem das dem Landesfürsten zustehende Fronerz gesammelt wurde. Nach dem Rückgang des Bergbaus in der Lienzer Gegend wurde dieser nicht mehr benötigt und so erfolgte um 1660/1668 der Umbau zur Kirche. Die Ansicht mit dem Zwiebelturm bildet optisch einen wichtigen Abschluss des Hauptplatzes an der Ostseite. Der Hauptaltar von 1702 stammt aus der Liebburg-Kapelle mit Bildern von „St. Antonius von Padua" und „St. Johannes von Nepomuk". Der rechte Altar mit Bildern „St. Silvester tauft Kaiser Konstantin" und „St. Silvester bezwingt den Drachen" - vom Lienzer Maler J. Hofmann d.Ä. wurde 1660 gestiftet. Seitlich sind die Statuen zweier Bischöfe zu sehen. Am linken Altar von 1660/1670 die Gemäldekopie des Mariahilf-Bildes von Lukas Cranach im Innsbrucker Dom und die Dreifaltigkeit. 1946 wurde das St. Antonius-Kirchlein der griechisch-orthodoxen Gemeinde von der Stadt Lienz zur Verfügung gestellt. -

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

BARBARAHOF
URKUNDLICH 1583 ALS "DIRNITZ" BEZEICHNET, ZWECKBAU UNTER EINBEZIEHUNG DER MITTELALTERLICHEN STADTBEFESTIGUNG. NEUBENENNUNG IM ZUGE DER RESTAURIERUNG 1994/95.

Barbarahof, Bozener Platz 2 - Das turmartige Gebäude mit rundbogigem Durchgang rechts vom Antonius Park ist Teil der ursprünglichen mittelalterlichen nach der Befestigungsanlage, Renovierung 1994/95 als „Barbara-hof" bezeichnet.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Liebburg ist ein ehemaliger Ansitz am Hauptplatz der österreichischen Stadt Lienz in Osttirol. Sie wurde Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut und war von ca. 1608 bis 1653 Wohnsitz der Freiherren von Wolkenstein-Rodenegg. Seit 1988 dient sie als Rathaus der Stadt Lienz. Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Florianibrunnen: St. Florian Brunnen von Jos Pirkner. Die Figur des Heiligen ist eine Treibarbeit in Kupferblech aus dem Jahr 1956 über einer Serpentinschale von 1985. Jos Pirkner gehört zu den bedeutendsten Bildhauern Österreichs. Er lebt und arbeitet in Tristach bei Lienz.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Den Platz an der Rückseite der Liebburg schmückt jetzt ein Denkmal für Kaiser Joseph II., das Werk einer Kunstgießerei in Mähren aus dem Jahre 1906. Joseph II. war von 1765 bis 1790 als erster Angehöriger des Hauses Habsburg-Lothringen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Bronzeplastik „Tratsch", im Hof des Bezirksgerichtes beim östlichen Durchgang zurück zum Hauptplatz - Lebensgroße, miteinander den Stadttratsch besprechende Figuren von Jos Pirkner aus dem Jahr 1985.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

„Altes Spital" mit Kirche - Als städtische Sozialeinrichtung am Ende des 13. Jahrhunderts gegründet, hatte es nichts mit einem Krankenhaus im heutigen Sinne zu tun, sondern war eher einem Altenheim vergleichbar. Gegen Übergabe einer Geldsumme und/oder Realbesitz konnte man sich „einpfründen". Es wurden jedoch auch mittellose Lienzer aufgenommen und versorgt. Erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bahnte sich die Entwicklung zu einem Krankenhaus an, wenn auch weiterhin zwischen Patienten und „Pfründnern" unterschieden wurde. In diesem Sinn erfüllte das „Alte Spital" seine Funktion bis zum Bau des neuen Bezirkskrankenhauses im Jahre 1931. Heute ist in dem Gebäude, nach einer gelungenen Sanierung durch Architekt Dieter Tuscher, das Bundes-Oberstufen-Realgymnasium untergebracht. Die gesamte Anlage wurde mehrmals verändert. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche unter Einbeziehung des gotischen Mauerwerks barockisiert. Die Lienzer Spitalskirche galt der Architektur und Ausstattung nach als eine der einheitlichsten Barockkirchen Tirols, bis sie im April 1945 bei einem Fliegerangriff der Alliierten schwer beschädigt wurde. Wiederherstellung 1952/57. Die nicht mehr geweihte Kirche dient heute der Durchführung von Veranstaltungen und Ausstellungen.

Spitalskirche beim Bundes-Oberstufenrealgymnasium Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Spitalsbrücke: Fachwerkartige Eisenkonstruktion, 1897 errichtet und 1989/91 generalsaniert. Die Skulptur einer Taube des heimischen Künstlers Jos Pirkner ziert die Brücke über die Isel.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Isel ist ein Fluss im österreichischen Osttirol und ein linker Nebenfluss der Drau. Die Isel hat eine Gesamtlänge von 57,26 Kilometern und ein Gefälle von 1730 Metern. Sie entwässert ein Einzugsgebiet von 1.200,86 km² und nimmt mehr als 80 Nebenflüsse auf, darunter Tauernbach, Schwarzach und Kalserbach.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Gasthof Hotel „Goldener Fisch", Kärntnerstraße Nr. 9 - Die Tradition des ältesten noch heute bestehenden Gastbetriebes („Tafern am Fisch") von Lienz, reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die römisch-katholische Benefiziatkirche St. Michael, auch Michaelskirche, steht im Zentrum des ehemaligen Rindermarktes an der Beda-Weber-Gasse in der Stadtgemeinde Lienz in Osttirol. Die dem Patrozinium des hl. Michael unterstellte Kirche gehört zum Dekanat Lienz der Diözese Innsbruck.

BENEFIZIATKIRCHE HL. MICHAEL
SPATGOT. BAU 1531 VOLLENDET MIT BAROCKEM TURM VON 1712/14.VORGÄNGERBAU URK. 1308. 1501 STIFTUNG DURCH VIRGIL VON GRABEN. GRABKIRCHE DERER VON GRABEN. GESAMTRESTAURIERUNG 1980/83.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Das Kircheninnere zeigt ein einschiffiges, fünfjochiges Langhaus unter einem Gewölbe mit Rippenkonfigurationen in der Form achtblättriger Blütensterne mit fünf verschieden gestalteten maßwerkartigen Schlusssteinen, die Runddienste haben seitlich angesetzte Hohlkehlen. Die Empore hat die Breite des Langhauses. Die Fenster sind spitzbogig, nur bei einem Fenster ist das originale gotische Maßwerk erhalten, die Westfront hat ein Vierpassfenster. Der beidseits abgeschrägte Triumphbogen ist spitzbogig. Der eingezogene einjochige Chor mit einem Fünfachtelschluss verjüngt sich leicht von vorne nach hinten, die Wanddienste mit fünfachtel- bzw. mit rundem Querschnitt und Halbkapitellen zeigen die Bauformen der Görzer Bauhütte des 15. Jahrhunderts, das Gewölbe trägt Stuckrippen in Astform, die Formen des Langhausgewölbes nachahmend mit der Jahresangabe 1667 beim Triumphbogen.

Benefiziatkirche Hl. Michael, Langhaus, Blick zur Empore

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der Hochaltar aus 1683 hat einen Aufbau mit gedrehten Säulen umwunden von Weinranken, verkröpftes Gebälk, einen gesprengten geschweiften Giebel und einen Aufsatz mit Säulchen und gesprengten Volutengiebel, der Altar zeigt reiches Knorpelwerkornament und zentral die Statue des hl. Erzengels Michael von einem Meraner Bildhauer, die weiteren Statuen wurden Christof Egger zugeschrieben, über den Opfergangsportalen die Heiligen Erzengel Gabriel und Raphael und im Aufsatz Schutzengel sowie Engel mit den Symbolen Glaube, Hoffnung und Liebe.

Die Seitenaltäre um 1640 mit renaissancehaft-frühbarocken Formen mit kannelierten Säulen, geradem Gebälk, gesprengten geschwungenen Giebel und einem Aufsatz mit gesprengtem Dreieckgiebel; beide Seitenaltäre haben Leder-Antependien aus dem 17. Jahrhundert. Der linke Seitenaltar zeigt das Bild Maria mit den Heiligen Ursula und Agnes in freier Landschaft gemalt von Johann Hofmann 1641, im Aufsatz den hl. Michael, seitlich die Statuen der Heiligen Erasmus und Hieronymus dem Bartlmä Klettenhammer 1660 zugeschrieben und auf der Mensa die Büsten der Kirchenväter Gregorius und Hieronymus dem Johann Paterer um 1750/1760 zugeschrieben. Der rechte Seitenaltar zeigt in einer zentralen Nische die Statue Maria mit Kind umgeben von Putti und im Aufsatz das Bild hl. Chrysanth dem Johann Paterer zugeschrieben, die seitlichen Statuen zeigen zwei ritterliche Heilige mit Schwert und Kreuzfahne dem Bartlmä Klettenhammer um 1760/1770 zugeschrieben und auf der Mensa die Büsten der Kirchenväter Augustinus und Ambrosius von Johann Paterer um 1750/1760.

Benefiziatkirche Hl. Michael, Langhaus, Blick zum Chor

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Am ehemaligen Verbindungsweg von der Römerstadt Aguntum zur Siedlung um St. Andrä gelegen, hat sich der „Rindermarkt", heute Beda-Weber-Gasse, durch die Jahrhunderte ein gewisses Eigenleben bewahrt. Erstmals in einer Urkunde von 1308 erwähnt, reicht die Gründungen von St. Michael aber weiter zurück, was durch archäologische Grabung (1982) erwiesen ist. Vom künstlerischen Schmuck des romanischen Gotteshauses hat sich an der südlichen Außenwand ein zweiteiliges Fresko (gegen 1300) erhalten: thronende Madonna und Kreuzigungsgruppe.

Da ohne eigentliche Zweckbestimmung, konnte der Ritter Virgil vom (von) Graben das Gotteshaus als Begräbniskirche für sich, seine Familie und anverwandte Geschlechter vorsehen. Auf die Familie Graben gingen auch Fortsetzung und Abschluss des spätgotischen Umbaus von St. Michael zurück. Die Jahreszahlen „1510" über dem Haupteingang und „1531" auf der Empore bezeichnen auf jeden Fall wichtige Bauabschnitte. Der Bau des Langhauses wird mit den Baumeistern Andrä und Bartlmä Viertaler (Fiertaler) aus Innichen im Pustertal in Zusammenhang gebracht. Die Beteiligung von Bartlmä ist auf jeden Fall urkundlich gesichert.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Wesentlich zum äußeren Erscheinungsbild trägt der 1712/15 errichtete, elegante Turm mit achtseitiger, in doppelter Zwiebel abschließender Haube bei, der den alten Dachreiter über dem Chor ersetzte. Im Innenraum spannt sich das Gewölbe über alle fünf Joche des Langhauses. Die Rippenfigurationen als achtblättrige Blütensterne in Verbindung mit den Malereien (um 1520) vermitteln einen überwältigenden Gesamteindruck.

Eine bauliche Veränderung des Kircheninneren ist in das 17. Jh. zu datieren. Das Gewölbe wurde 1667 erneuert und dies in Angleichung an die viertaler'schen Rippenstrukturen ebenfalls in Form von Blütensternfigurationen, jedoch in Stuck und Astform. Damit setzte eine lokale Bautradition ein, die in der 2. Hälfte 17. Jh. mehrere Arbeiten im Lienzer Raum hervorgebracht hat.

Die Kanzel aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt am Korb Bilder der Evangelisten und am Schalldeckel Volutenbänder und die Statuette Erzengel Michael mit dem Flammenschwert.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Im Zentrum des Altars sehen wir drei große Statuen der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Diese Engel sind kraftvoll und stark dargestellt.
 Raphael (rechts) hat einen Fisch in der Hand: Als Begleiter des jungen Tobias rettet er ihn in vielen Gefahren, u.a. beim Überqueren eines Flusses, als ein Fisch den Fuß des Knaben verschlingen wollte (Tob 6,1-9) Mit der Galle des Fisches wird Tobias später seinen blinden Vater heilen.
 Michael steht zentral in der Mitte. Im Bogen über dem Kopf lesen wir die Worte „Quid es ut Deus“, Das ist die lateinische Übersetzung des hebräischen Wortes „mi-cha-el“ und heißt übersetzt: „Wer ist wie Gott?“ Michael wird oft mit einem Drachen dargestellt, hier fehlt er. Es gibt die Erzählung, dass eine fromme Pfarrhausfrau den grausigen Drachen entfernt und eingeheizt hat. Michael gilt als der Engel, der beim Weltgericht auftritt
 Gabriel (links) ist mit der Lilie dargestellt: Der Engel Gabriel ist in der Bibel jener Engel, der große Botschaften bringt. Er überrascht u.a. den alten Zacharias, dass Zacharias und Elisabeth noch Eltern werden. Er überrascht die junge Maria, dass sie die Mutter des Herrn werden soll.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die reiche künstlerische Ausstattung von St. Michael gehört zum größten Teil dem 17. Jh. an: Die beiden Seitenaltäre sind mit „1618" datiert. Der rechte Altar enthält an Stelle eines Bildes eine ältere Madonnenstatue (um 1515) der linke ein Gemälde mit den hl. Ursula (Pfeil) und Agnes (Lamm), signiert vom Maler Johann Hofmann d. Ä. und datiert mit „1641". Diesem Künstler sind auch die Bilder der Altaraufsätze, „St. Chrysanth" (rechts) und „St. Michael" (links) zuzuordnen. Die Heiligenfiguren auf den Seitenaltären stammen vom einheimischen Bildhauer Bartlmä Klettenhammer (um 1660/70). Die Büsten der Kirchenväter (1750/60) sind Meisterwerke von Johann Paterer (1712-1785). Der prachtvolle Hauptaltar mit der monumentalen Plastik des Erzengels Michael im Mittelpunkt trägt die Datierung „1683". Zahlreich sind weitere Werke der Bildhauerei und Malerei, vorwiegend von einheimischen Künstlern geschaffen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Schmetterlingsbrunnen am Iselkai, gestaltet von Leonard Lorenz 1992, 400 × 350 cm, Bronze

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Alte Stadtmauer mit „Iselturm" - In nördlicher Richtung hin gut sichtbare Teilstücke. Ein ehemaliges Rondell wurde 1952 zum Turm ausgebaut. Daneben zu sehen das Fresko „Ritter, Bauer, Handelsmann" aus 1952.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Fresko „Ritter, Bauer, Handelsmann" aus 1952

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Egger-Lienz-Platz mit Albin-Egger-Lienz-Denkmal
Zu Beginn der 1950er Jahre wurde der Platz neu geschaffen und in den 1980er Jahren in Egger-Lienz-Platz umbenannt. Im Zentrum steht ein Denkmal für den bedeutenden Künstler und Avantgardisten der Österreichischen Malerei. Gewidmet von seiner Heimatstadt Lienz und geschaffen vom Bildhauer Siegfried Hafner (1996).

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Albin Egger-Lienz (1868-1926) Berühmtester Sohn der Stadt
Geboren als uneheliches Kind der Maria Trojer und des Georg Egger, Kirchenmaler und Fotograf, wurde er auf den Namen Ingenuin Albuin Trojer getauft. Erst 1877 erhielt er die Bewilligung, den Familiennamen Egger zu führen. Nach dem Besuch der Volksschule in Lienz studierte er auf Vermittlung und Förderung des Vaters und des befreundeten Malers Hugo Engl Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die Verwendung des Namens Egger-Lienz ist erstmals für 1891 nachweisbar. Nach dem Studium lebte er als freier Maler abwechselnd in München und Osttirol. 1899 heiratete Egger-Lienz Laura Egger von Möllwald und ließ sich in Wien nieder.

Hier wurde er 1900 Mitglied der Genossenschaft bildender Künstler Wiens und Gründungsmitglied des Hagenbundes und 1909 Mitglied der Wiener Secession. 1910 wurde er vom Professorenkollegium der Wiener Akademie der Bildenden Künste als Professor vorgeschlagen. Die Berufung wurde jedoch vom Thronfolger Franz Ferdinand verhindert. Gründe dafür sind in der Zugehörigkeit Eggers in der von Franz Ferdinand abgelehnten Secession zu suchen, wie auch in der Tatsache, dass Egger das Gemälde „Der Totentanz Anno Neun" im Rahmen der Ausstellung zum 60. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs ausgestellt hatte. Das Bild war weder patriotisch noch angesichts des fortgeschrittenen Alters des Jubilars pietätvoll. Egger-Lienz unterschied sich von seinen malenden Zeitgenossen durch das Hervorheben der plastischen Körperformen und die Monumentalität. Sie standen im krassen Gegensatz zur Dekorativität des Jugendstils. Stilmäßig wurde nach 1910 die strenge Reduktion für ihn immer wichtiger. „Ich male Formen, nicht Menschen", sagte er.

Im Jahr darauf ließ sich Egger-Lienz in Hall in Tirol nieder, wo er mit den Künstlern des Brennerkreises verkehrte. 1912 ging er für ein Jahr als Lehrer an die Großherzogliche Hochschule für Bildende Kunst nach Weimar. Nach einem Sommeraufenthalt an der Katwijk aan Zee in Holland, wo er Meeres- und Dünenbilder malte, ließ er sich in St. Justina bei Bozen nieder. In Klausen betrieben einige seiner Schüler unter seiner Leitung eine Kunstschule. 1915 wurde er zu den Standschützen einberufen und entwarf Kriegspostkarten. 1919 und 1925 wurde ihm die Professur an der Wiener Akademie angeboten, die er jedoch beide Mal ausschlug. Die Ausgestaltung der von Clemens Holzmeister entworfenen Kriegergedächtniskapelle in Lienz beschäftigte ihn von 1923 bis 1925, in deren Zuge auch das Gemälde „Christi Auferstehung" entstand. Nach Protesten gegen das schmucklose, einfache Gemälde unter anderen des Dekans verfügte das Heilige Offizium in Rom ein Gottesdienstverbot für die Kapelle. In seinen letzten Lebensjahren wurde Egger-Lienz zum Ehrendoktor der Universität Innsbruck und zum Ehrenbürger von Lienz ernannt.

Er starb am 4. November 1926 im Grünwaldhof in St. Justina. Mittlerweile zählt Albin Egger-Lienz zu den „aufsteigenden" Künstlern - was das Begehren der Sammler und leidenschaftlichen Kunstliebhaber und -kenner betrifft. Der Wertseiner Bilder steigt stetig. 700.000 Euro war einem Interessenten bei einer Auktion der „Totentanz" wert. Das Werk - 2006 restituiert - war bis dahin Teil der weltweit größten Egger-Lienz Sammlung im Museum Schloss Bruck.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Franziskanerkirche beim Franziskanerkloster Lienz
Das Franziskanerkloster Lienz befindet sich im Zentrum der Stadt Lienz in Osttirol und war früher ein Karmelitenkloster. Es bildet mit der Franziskanerkirche Lienz einen Gebäudekomplex.

Mosaikbild (Maria als Spenderin aller Gnaden) an der Kirchenfront von José Pirkner (1978)

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Franziskanerkirche Lienz bildet gemeinsam mit dem Franziskanerkloster einen Gebäudekomplex in der Stadtgemeinde Lienz im Bezirk Lienz im Bundesland Tirol. Die dem Patrozinium Unserer Lieben Frau Mariä Himmelfahrt unterstellte römisch-katholische Kirche gehört zum Dekanat Lienz der Diözese Innsbruck und ist die Pfarrkirche der Franziskaner-Pfarre St. Marien.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Urkundlich erfolgte 1349 die Gründung eines Karmelitenklosters und nach der Aufhebung des Klosters 1785 die Übergabe an die Franziskaner aus Innsbruck. 1948 wurde die Klosterkirche ein Pfarrvikariat. Unter Einbeziehung noch älterer Bauteile erfolgte der Bau des Langhauses 1430/1440 durch die Görzer Bauhütte, der Chor folgte später.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Das Kircheninnere zeigt einen einheitlichen spätgotischen Eindruck mit einem einschiffigen, fünfjochigen Langhaus, die Joche sind mit ca. 2 m nach innen reichenden Wandpfeilern mit vorgelegten Dreiviertelsäulen mit polygonalen Kapitellen getrennt und tragen einfache Netzrippengewölbe. Die Westempore aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist mit einem Sterngratgewölbe unterwölbt und mit drei Rundbögen auf Granitsäulen geöffnet. Im mittleren nördlichen Joch befindet sich zwischen den Wandpfeilern eine hölzerne Empore. Nördlich im zweiten Joch befindet sich ein Portal mit einer beschlagenen Tür zum Kreuzgang des Klosters. Der Triumphbogen ist rundbogig. Der eingezogene dreijochige Chor mit einem Fünfachtelschluss ist etwas in der Achse nach rechts verschoben, er hat Sterngewölbe auf Konsolen und runde Schlusssteine. Die Fenster im Langhaus und Chor sind rundbogig, in den Chorschrägen zeigen die Fenster Glasmalereien der Heiligen Florian und Sebastian der Tiroler Glasmalerei um 1900. Die Orgel in einem vierteiligen neugotischen Prospekt baute Alois Fuetsch 1929.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Das Franziskanerkloster mit Kirche zu „Unserer Lieben Frau Mariae Himmelfahrt" - Von Gräfin Euphemia von Görz-Tirol und ihren Söhnen 1349 als Karmelitenkloster gestiftet. Die Karmeliten betreuten das görzische Benefizium auf Schloss Bruck, seit dem 18. Jahrhundert auch die Lienzer Garnison und unterrichteten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts die männliche Lienzer Schuljugend. In der Zeit des Josephinismus wurde das Karmelitenkloster 1785 aufgehoben und an die Franziskaner übergeben.

Der Kirchenbau war ca. 1369 vollendet. Das Langhaus wurde durch die Görzer Bauhütte 1430/40 erneuert. Davon ausgehend besteht bis heute ein einheitlicher spätgotischer Gesamteindruck. Der Raum ist in fünf Joche gegliedert und von einem Sternrippengewölbe überspannt. Von dem reichen Freskenschmuck besonders hervorzuheben sind der „Engelreigen" um den vordersten Schlussstein des Chorgewölbes (um 1480), die „Krönung Mariens" hinter dem Hauptaltar von Sebastian Gerumer aus Lienz (um 1480), die ehemaligen Altarbilder von Nikolaus Kenntner aus Lienz (1440) mit den Heiligen Nikolaus, Sebastian und Helena, sowie den Heiligen Ursula, Katharina, Barbara, Johannes d. T. und Margaretha. Über der „Leonhardlegende" wurde die „Dreifaltigkeit von Sebastian Gerumer 1468 dargestellt. Fragmente der Fresken von „St. Georg" (zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts), der „14 Nothelfer" und eines Passionszyklus (um 1470) sind unter der Empore zu sehen. Jos Pirkner gestaltete 1976 den Hauptaltar in Form eines gotischen Flügelaltars in Kupfer mit Szenen, die sich auf Maria, die Auferstehung und den Orden beziehen.

Der Hochaltar in der Form eines gotischen Flügelaltares schuf Jos Pirkner 1976 mit Darstellungen in getriebenem Kupfer.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die neugotische Kanzel entstand nach einem Entwurf von Pater Johann Maria Reiter durch Johann Ortner 1876/1877, die Reliefs mit verschiedenen franziskanischen Ordensheiligen schuf Karl Fuetsch. Beeindruckend ist das legendäre „Feldner-Kreuz" oder auch „Deferegger-Kreuz", um das sich viele Geschichten ranken. Es ist schon fast 500 Jahre alt und über viele Umwege in das Kloster gekommen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Mittelalterliche Wandmalerei, Franziskanerkirche, Lienz, Osttirol

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Franziskaner (Ordenskürzel OFM; lateinisch ordo fratrum minorum, deutsch Orden der Minderen Brüder) sind ein römisch-katholischer franziskanischer Reformorden. Sie bilden heute – neben den Kapuzinern (OFMCap) und den Minoriten (OFMConv) – einen der drei Zweige des ersten Ordens des heiligen Franziskus. Im Französischen werden die Franziskaner wegen des Zingulums an ihrer Ordenskleidung neben Franciscains auch Cordeliers genannt.

Heute betreuen die ca. 5 Franziskaner des Lienzer Konvents vor allem die Pfarre „St. Marien“, in deren Gebiet ca. 4200 Katholiken leben, und sind auch für seelsorgliche Aushilfen in der Umgebung von Lienz unterwegs. Außerdem sind sie als Seelsorger im Krankenhaus, in Altenheimen und für die Dominikanerinnen tätig. Nach der Fusion der Tiroler mit der Österreichischen Franziskanerprovinz im Jahr 2007 gehört das Kloster jetzt zur Franziskanerprovinz Austria.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

DER KREUZGANG
1697 - 1706 NACH VORBILDERN ITALIENISCHER WANDELHALLEN ERBAUT. DER URSPRÜNGLICHE BAU - 1369 - WAR WIEDERHOLT VON BRÄNDEN ZERSTÖRT WORDEN, ZULETZT BEIM GROSSEN STADTBRAND 1609. 21 GROSSE TAFELBILDER ERZÄHLEN GESCHICHTEN UND LEGENDEN AUS DEM KARMELITENORDEN, DER DIESES KLOSTER BIS ZUR AUFHEBUNG UNTER KAISER JOSEF II. 1785, BETREUTE. AUF DEN KONSOLEN BEFINDEN SICH OVALE BAROCKBILDER MIT DER DARSTELLUNG DER BEKANNTESTEN ORDENSGRÜNDER. DIE NAMEN DER KÜNSTLER SIND SEIT VERLUST DER CHRONIK UNBEKANNT.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

KLOSTER DER FRANZISKANER
DURCH GRAFIN EUPHEMIA VON GÖRZ UND DEREN SÖHNE 1349 ALS KARMELITERKLOSTER GEGRÜNDET. AUFHEBUNG 1785 UND ÜBERGABE AN DIE FRANZISKANER AUS INNSBRUCK.

Ein Blick aus dem Fenster des Kreuzganges zeigt im Garten eine Figur des Hl. Franziskus.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

GEBURTSHAUS DES GESCHICHTSFORSCHERS PROF. DR. PHIL. P. ALBERT v. MUCHAR
GEB. 22. NOV. 1786 - GEST. 6. JUNI 1849.

Geburtshaus von P. Dr. Albert -Muchar O.S.B., Muchargasse Nr. 13 - Der bedeutende Historiker brachte es bis zum Rektor der Grazer Universität. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten verfasst, darunter eine neunbändige Geschichte der Steiermark.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Johannesplatz - Der Platz lag ursprünglich vor den Toren des Burgums. Hier entwickelte sich das „bürgerliche Lienz", mit Werkstätten, Verkaufsgewölben, Tavernen und Herbergen. Am Platz befand sich die Kirche zu „St. Johannes dem Täufer" (Erinnerungstafel), deren Ursprünge noch in das 13. Jahrhundert zurückgehen. Die Mariensäule stand ursprünglich am Hauptplatz und wurde 1861 hier aufgestellt. Die Marienstatue stammt von Michael Rasner aus 1716.

Mariensäule am Johannesplatz in Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Mariensäule am Johannesplatz in Lienz
UPSPR. AUF DEM HAUPTPLATZ, SEIT 1861 AUF DEM HEUTIGEN STANDORT. STATUE VON MICHAEL RASNER, 1716. TEILRESTAURIERUNG 1978.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Hauptplatz in Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

KIRCHE MARIAE HEIMSUCHUNG
AUSSEHEN  DURCH RENOVIERUNG UM 1635 GEPRÄGT. NEUGESTALTUNG DES CHORES NACH KRIEGSSCHÄDEN 1945. "HAUSKIRCHE" DER DOMINIKANERINNEN.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Das Dominikanerinnenkloster Lienz (auch: Klösterle Lienz oder Maria Heimsuchung Lienz) ist seit dem 13. Jahrhundert ein Kloster des Dominikanerordens in Lienz in Österreich. Es gilt als das älteste Dominikanerinnenkloster im deutschsprachigen Raum.

Der Innenraum ist mit drei Jochen durch massive Strebepfeiler gegliedert. Der Chor wurde nach einem Bombentreffer 1945 neu gestaltet. Der Altar mit Tabernakel ist einfach, dahinter das Fresko „Aufnahme Mariens in den Himmel" von Hans Andre von 1949. An der Triumphbogenwand sind die Reliefs „Mariae Heimsuchung und „Die Heiligen Dominikus und Hyazinth" von 1969 von Josef Troyer aus Prägraten zu sehen. Er war ehemals Dombildhauer zu St. Stephan in Wien. In der Seitenkapelle („Grüftl") ist ein Altar aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts und eine spätgotische Plastik des Hl. Bischofs Wolfgang um 1510/1520. Die geistlichen Schwestern der Dominikanerinnen sahen seit dem Jahr 1781 eine wichtige Aufgabe darin, Kinder schulisch zu betreuen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Das dreijochige Langhaus ist mit einem steilen, schindelgedeckten Satteldach gedeckt und mit geböschten, abgetreppten Strebepfeilern gegliedert. Ein vorhallenartiger Anbau ist teilweise in den Klosterkomplex eingebunden und dient als Verbindung zum Kreuzgang. An der Südseite befinden sich zwischen den Strebepfeilern des Langhauses sowie in den Längs- und Schrägwänden des Chores große Rundbogenfenster mit diagonal verstrebten Schmiedeeisengittern. Im zweiten Langhausjoch befindet sich ein Portalvorbau über polygonalem Grundriss. Der Chor ist leicht eingezogen und polygonal geschlossen. Die Blendnische an der Stirnseite schmückt ein Wandgemälde mit der Heimsuchung Mariens aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

nnen wird das schlichte, einschiffige Langhaus von einer Stichkappentonne mit gekehlten Rippen über kräftigen Wandpfeilern mit Kämpfergesims überwölbt. Im Westen befindet sich eine mächtige, polygonal vorkragende Empore mit Orgel und Somcmerchor die vom Klostergebäude zugänglich ist. Der Triumphbogen ist rundbogig geschlossen, der eingezogene, einjochige Chor ist um zwei Stufen erhöht und mit einem Kreuzgratgewölbe über flacher Pilastergliederung versehen. Die Ausstattung stammt zum Großteil aus der Zeit nach 1945. Das Wandfresko hinter dem Hochaltar zeigt die Himmelfahrt Mariens, es wurde 1949 von Hans Andre geschaffen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Freiheitskämpfer Gedenkstätte
ZUR ERINNERUNG AN DIE FREIHEITSKAEMPFE VON 1809 UND 1813
DIE IN DIESEN KAEMPFEN GEFALLENEN TIROLER-FRANZOSEN-BAYERN UND ITALIENER VEREINT EIN GEMEINSAMES GRAB AUF DEM SOGENANNTEN FRANZOSEN-FRIEDHOF BEI LIENZ

1809: NACHDEM AM 3.AUGUST OESTLICH VON LIENZ GEKAEMPFT WORDEN WAR LIEFERTEN SICH TIROLER UND FRANZOSEN AM 8 DEZEMBER AUF DIESEM PLATZE EIN MOERDERISCHES TREFFEN DAS LETZTE IM 1809ER FREIHEITSKRIEGE

1813: VON LIENZ AUS BEGANNEN AM 21 AUGUST UND 8 SEPTEMBER DIE PUSTERTALER UND ISELTALER-SCHUETZEN UNTER FUEHRUNG DES K K FELDMARSCHALL-LIEUTENANTS VON FENNER DES K K OBRISTWACHTMEISTERS EISENSTECKEN DES HAUPTMANNS JOHANN PANZL UND SCHUETZENMAIORS JOSEF SPECKBACHER DIE WIEDEREROBERUNG VON ILLYRISCH UND ITALIENISCH TIROL

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Pfarrkirche St. Andrä
Schon im 5. Jhdt. stand auf dem Pfarrbichl, nördlich von Lienz, eine frühchristliche Kirche. 1204 weihte der Bischof von Pola eine romanische Kirche ein. Sie war einschiffig, mit Fresken geschmückt und wahrscheinlich mit einer Flachdecke versehen. Von diesem Gotteshaus stammen die zwei Portallöwen, die heute noch beim Haupttor stehen.

1430 begann die Görzer Bauhütte, im Auftrag des in Lienz residierenden Görzer Grafengeschlechts, mit dem großzügigen Umbau zu einer dreischiffigen gotischen Basilika. Auch sie wurde mit Fresken geschmückt und erhielt unter dem Chor eine Krypta. Der Innsbrucker Bildhauer C. Geiger schuf aus dunkelrotem Marmor die Grabplatten für den letzten Görzer Grafen Leonhard II. (12. April 1500) und für Michael von Wolkenstein-Rodenegg und dessen Gemahlin Barbara von Thun. 1737 zerstörte ein Blitz Turm und Kirchendach. Der Altarraum wurde nun barockisiert. Der Hauptaltar ist der prunkvollste Barockaltar Osttirols. Seine heutige neugotische Form erhielt der Turm nach der Umgestaltung des oberen Teils im Zeitraum 1907/09.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche Lienz steht nördlich der Isel auf dem Pfarrbichl auf 692 Meter Seehöhe in der Stadtgemeinde Lienz in Osttirol. Die dem Patrozinium St. Andrä (30. November) unterstellte Pfarrkirche ist die Dekanatskirche vom Dekanat Lienz der Diözese Innsbruck.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Blick in das ehemalige Beinhaus und die Gedenkstätte für verstorbene Priester der Pfarre St. Andrä, direkt am Eingang zum alten Friedhof rund um die Pfarrkirche.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

1430 begann die Görzer Bauhütte, im Auftrag des in Lienz residierenden Görzer Grafengeschlechts, mit dem großzügigen Umbau zu einer dreischiffigen gotischen Basilika. Allerdings hat nur die Südseite des Mittelschiffs Obergadenfenster, die nördliche Hochschiffswand ist fensterlos, die Kirche daher zur Hälfte eine Pseudobasilika. Auch diese, im Prinzip die heutige Kirche, wurde mit Fresken geschmückt und erhielt unter dem Chor eine Krypta.

An den Türen Bronzeplastiken und Türgriffe der Hll. Apostel Andreas und Petrus von Jos Pirkner aus 1969. Er hat auch das Steinrelief Berufung von Petrus und Andreas" geschaffen. In der Vorhalle romanische Portallöwen mit Widder und Lamm zwischen den Pranken. Das Kircheninnere besteht aus drei Schiffen mit Sternrippengewölbe und dem spitzbogigen Triumphbogen mit Fresko „Christus als Weltenrichter" aus 1446.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der spätgotische Bau (Mitte des 15. Jahrhunderts) ist eine architektonisch bemerkenswerte gotische Basilika. Charakteristisch für diesen Basilikatyp ist das gegenüber den Seitenschiffen erhöhte Mittelschiff, das durch eine Fensterreihe belichtet wird. Die drei Portale an der Westseite sind als Spitzbogenportale mit Gewände ausgeführt, wobei ein Rundbogen mit Tympanon – ein typisches Merkmal der Görzer Bauhütte – integriert ist. Aus dieser Zeit stammt auch der zweigeschossige Portalvorbau, der den Eingang besonders hervorhebt. Sowohl das Langhaus als auch der polygonale Chor werden an der Außenseite durch Strebepfeiler gegliedert. Im Winkel zwischen Chor und nördlichem Langhaus erhebt sich der Turm mit seinem Spitzhelm; auf der gegenüberliegenden Südseite befinden sich die neue Sakristei sowie der Zugang zur Krypta. Der Turm, der 1737 durch einen Blitzschlag schwer beschädigt und zunächst mit einer Barockkuppel versehen worden war, erhielt in den Jahren 1907/09 einen neugotischen Oberbau nach den Plänen des Lienzer Baumeisters Viktor Rizzardi und des Franziskanerpaters Johann Maria Reiter.

An der Westseite der Kirche haben sich Reste des romanischen Vorgängerbaus erhalten: ein Marmor-Hochrelief, das einen Kopf mit apotropäischer – also Unheil abwehrender – Wirkung darstellt (links), sowie das Osterlamm mit Kreuz und Fahne (rechts); am Eingang sind zudem zwei romanische Portal-Löwen aufgestellt. Die Portalfiguren (1969) von José (Jos) Pirkner (*1927) sind in ihrer schlichten, kompakten Form ideal auf ihre Funktion abgestimmt: Am Vorbau des Hauptportals befindet sich das Marmorrelief mit der „Berufung von Andreas und Petrus“; an den Bronzegriffen des Portals sind die beiden Apostel dargestellt; am linken Eingang zeigt eine Bronze die Entwendung der kostbaren Reliquien des Hl. Andreas während des Vierten Kreuzzugs (1204) durch die personifizierte Römische Kirche; rechts ist die Rückgabe des Hauptes des Hl. Andreas durch Papst Paul VI. (1966) als Geste der Versöhnung dargestellt.

Das Mittelschiff und die Seitenschiffe werden durch sieben breite Pfeilerarkaden voneinander getrennt und von Sternrippengewölben überwölbt, die auf Wandvorlagen (Lisenen) und Konsolen ruhen. Die Kapellen der Seitenschiffe befinden sich in den nach Westen ausgerichteten Arkadenbereichen. Dieser Raum im linken Seitenschiff, der einst durch ein Gitter abgetrennt war, diente als Kapelle der Grafen von Görz; er beherbergte einen von der Familie gestifteten Altar sowie das Grabmal des letzten Grafen von Görz. Die Westempore, die ebenfalls mit einem Sternrippengewölbe versehen ist, öffnet sich mit drei Rundbögen zum Kirchenschiff hin.
Der gotische Chorraum mit drei schlanken Pfeilern und 5/8-Schluss wurde in den Jahren 1760–1765 mit hochwertigen Werken des Barock und Rokoko ausgestattet. Der reiche Stuckschmuck stammt aus einer Innsbrucker Werkstatt. Über den aus den breiten Pfeilern hervorspringenden Kämpfergesimsen scheinen kleine Engel zu schweben, die die Leidenswerkzeuge Christi tragen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Orgel auf der Westempore wurde ursprünglich 1618 von dem Passauer Orgelbauer Andreas Butz erbaut. Nach einem Umbau durch Franz II. Reinisch 1888 beherbergt das erhaltene Butz-Gehäuse seit 1972 ein Orgelwerk der Firma Reinisch-Pirchner, in das einige erhaltene Pfeifen von Butz integriert wurden.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Von großer historischer und künstlerischer Bedeutung ist die Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert, zu der vor allem lokale Maler und Bildhauer beigetragen haben. Hinsichtlich ihrer historischen und künstlerischen Relevanz nimmt jedoch die Pfarrkirche St. Andreas in Lienz unter den Kirchen des gesamten Südosttirols eine herausragende Stellung ein. Sie ist die einzige Kirche mit einer über 1500-jährigen Tradition, die bis in die Spätantike und die frühchristliche Zeit zurückreicht. Eine beeindruckende Vielfalt offenbart sich in den zahlreichen erhaltenen Meisterwerken; sie spiegeln die europäische Kunstgeschichte verschiedener Epochen wider und zeugen von der alten, engen Verbindung zwischen dem nördlichen Adriaraum und der Alpenregion.

Holzfigurengruppe der Heiligen Anna mit Maria, ca. 1500 (1480?), St. Andreas

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der prunkvolle Hochaltar aus farbigem Marmor besteht aus einer reich verzierten Mensa, einem Drehtabernakel, einer Wand mit seitlichen Durchgängen sowie den weiß glänzenden Statuen des hl. Petrus (mit Kreuz) und des hl. Paulus (mit Schwert) von Franz Engele (1765). An der Wand daneben befinden sich die Salzburger Landespatrone, der hl. Rupert und der hl. Virgil, begleitet von zwei Putten; diese stützen über den Durchgängen ein Salzfass und ein Kirchenmodell – die Attribute der beiden Heiligen. Darunter sind Hochreliefs mit der Verkündigung an Maria angebracht. Der an der Wand stehende Altaraufbau gliedert sich in Säulen und geschwungene Gebälkstücke sowie ein offenes Retabel, das den Blick auf ein Glasfenster mit Gottvater auf dem Thron und der Taube des Heiligen Geistes lenkt; darüber thront eine majestätische Krone. Das Altarblatt mit der Darstellung des „hl. Andreas, der das Kreuz ergreift“ (1761) stammt von Anton Zoller (1695–1768). Zum Kirchenschiff hin, etwas eingerückt, steht der Volksaltar mit einem Hochrelief der „Brotvermehrung“ – einer Arbeit in versilbertem Kupfertreibwerk von José (Jos) Pirkner aus dem Jahr 1970.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Glasmalereien in den Fenstern der Seitenschiffe stammen fast alle aus der Münchner Hofglasmalerei von Franz Xaver Zettler und wurden zwischen 1881 und 1897 eingebaut. Dargestellt sind die Stifterfamilien (Hölzl, Kranz, Carli, Bödendler, Mayr, Oberkircher, Rohracher) sowie vorwiegend Heiligenbilder, aber auch die Heiligen Drei Könige und eine Landschaft mit Schloss Bruck.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der rechte Seitenaltar, der sogenannte „Kreuzaltar“, wurde 1774 von der damaligen „Todesangstbruderschaft“ gestiftet und von Johann Mussack dem Jüngeren aus Marmor errichtet; anstelle eines Altarblatts befindet sich dort ein spätgotisches Holzkruzifix (um 1500), das Hans Klocker (ca. 1460–1500) zugeschrieben wird. Im unteren Bereich – wie alle Statuen dieses Altars in glänzendem Weiß gehalten – befindet sich die spätbarocke Figurengruppe mit Maria, Johannes und Maria Magdalena (1775), ein Werk des einheimischen Bildhauers Johann Paterer; am Retabel ist ein Flachrelief mit der Darstellung der „Opferung Isaaks“ (1776) angebracht, flankiert von den Statuen des Mose (Gesetzestafeln) und des Aaron (Brot und Räuchergefäß).

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Aus der neugotischen Ausstattung blieben bei der Restaurierung von 1968 folgende Stücke erhalten: die Kanzel – ein qualitativ hochwertiges Werk von 1859, geschaffen von einheimischen Künstlern (Entwurf: Architekt Dominikus Stadler; Ausführung: Josef Stauder; Relief mit den Evangelisten: Matthias Oberegger; Figuren der Heiligen Petrus und Paulus, der vier Kirchenväter sowie des gekrönten Guten Hirten auf dem Schalldeckel: Karl Fuetsch) – sowie das Taufbecken im rechten Seitenschiff aus der Zeit um 1860.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der Innsbrucker Bildhauer Christoph Geiger schuf um 1510 das Grabmal für den Gründer des ersten Leihhauses der Grafschaft Lienz, Michael Freiherr von Wolkenstein-Rodenegg († 1523), und dessen Gemahlin Barbara von Thun († 1509); dieses Werk weist jedoch bereits Einflüsse der Renaissance auf. Ursprünglich befand sie sich im Mittelschiff; dort wurde bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1968 die lange von Legenden umwobene Gruft der Wolkensteiner lokalisiert und geöffnet.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der linke Altar, der sogenannte „Marien-“ oder „Rosenkranzaltar“, wurde 1829/30 von den aus Vorarlberg stammenden Brüdern Josef Simon und Josef Anton Moosbrugger im Stil des Klassizismus geschaffen; sie orientierten sich dabei bewusst am Aufbau des rechten Seitenaltars und integrierten die Statuen von König David (Harfe) und dem Propheten Jeremia (?), die von Gottlieb Klotz aus Imst in glänzendem Weiß ausgeführt wurden. Die beiden Gemälde – „Die Geburt Christi“ sowie das Altarbild „Papst Pius V. vor Maria mit dem Kind“ – stammen aus einer früheren Zeit (um 1770) und sind Werke von Johann Mitterwurzer (1714–1788). Papst Pius, der dem Dominikanerorden angehörte, ist der Begründer des Rosenkranzfestes. Die Statue der „Rosenkranzmadonna“ (1912) stammt von Josef Bachlechner dem Älteren (1871–1923).

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Dem letzten regierenden Fürsten aus dem Haus Görz-Tirol, Graf Leonhard (gestorben am 12. April 1500), widmete Maximilian I. ein prächtiges Grabmal, das 1506/07 von dem Innsbrucker Bildhauer Christof Geiger († 1530/35) geschaffen wurde. Das noch nach spätgotischen Formprinzipien ausgeführte Werk zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmälern Tirols.

Der Innsbrucker Bildhauer Christoph Geiger schuf aus dunkelrotem Marmor die Grabplatte für den letzten Görzer Grafen Leonhard († 12. April 1500).

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Orgel von 1618 ist von Andreas Putz aus Passau, versehen mit der Statue „König David" und den Reliefs von musizierenden Putti von Adam Paldauf. An den Flügeln des Orgelkastens „Christi Geburt und „Anbetung der Könige" sowie die Hll. Rupert und Virgil.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Pfarrkirche St. Andrä

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Bezirkskriegerdenkmal - Ein bewusst schmucklos gehaltener Sakralraum von Clemens Holzmeister aus den Jahren 1924/25. Durch das Zusammenwirken von Holzmeister mit Albin Egger-Lienz wurde eine der eindrucksvollsten Kriegergedenkstätten in Österreich geschaffen. Egger-Lienz hat den Raum 1925 mit einem vierteiligen Gemäldezyklus ausgestattet: „Sämann und Teufel" (Sämann sät Gutes, Satan Hass und Zwietracht); „Sturm" (Darstellung des Krieges); „Totenopfer" (Sieger scheint vorerst der Krieg zu sein) und „Der Auferstandene". Diese ungewohnte und wenig prunkvolle Darstellung war lange Zeit sehr umstritten und hatte auch zu einem von Rom verhängten Verbot der Abhaltung von Gottesdiensten geführt, das erst 1983 aufgehoben wurde. Hier in der Kapelle ist auch die Grabstätte des Künstlers Albin Egger-Lienz (†1926). Die Namen der in den beiden Weltkriegen gefallenen 3234 Osttiroler sind in der Kapelle und unter den Arkaden verzeichnet.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Seine heutige neugotische Form erhielt der Turm nach der Umgestaltung des oberen Teils im Zeitraum 1907/09. Ende 1949 konnte, nach dessen „Einziehung“ im Zweiten Weltkrieg, wieder ein neues Geläut, bestehend aus sieben Glocken, angeschafft und geweiht werden. Der Glockenstuhl der Pfarrkirche St. Andrä ist zweigeschoßig und dreifächrig aufgebaut. Die Anlage ist elektrifiziert, und alle Glocken sind mit Klöppelfängern ausgestattet. Das Geläut zählt den größten Osttirols.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Friedhöfe im Norden und Nordwesten der Kirche - Die beiden Friedhöfe sind durch zwei Kriegerfriedhöfe voneinander getrennt. Hier fanden bereits viele Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte. Die kunstvollen Werke an den Gräbern stammen unter anderen von bekannten heimischen Künstlern wie Virgil Rainer, Hermann Pedit sen., Hans Pontiller und Jos Pirkner.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Alter Stadtturm mit Stadtmauer am Iselsteg

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Liebburg

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Florianibrunnen am Hauptplatz Lienz mit St. Antonius-Kirche

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Alter Stadtturm mit Stadtmauer am Iselsteg

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Spitalsbrücke über die Isel
FACHWERKARTIGE EISENKONSTRUKTION 1897 ERBAUT. SEIT DEM 13. JH. ÜBERBRÜCKTE STELLE.
NAMENSABLEITUNG VOM EHEM. LIENZER BÜRGERSPITAL IN UNMITTELBARER NACHBARSCHAFT.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Liebburg am Hauptplatz Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Florianibrunnen am Hauptplatz Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

St. Antonius-Kirche in Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Mariensäule am Johannesplatz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Hauptplatz. Die Gaugrafen, die sich erst später „von Görz" nannten, rodeten den Talboden zwischen den Flüssen Isel und Drau und legten gegen Ende des 12. Jahrhunderts ein Burgum an. Die ritterständische Ansiedlung entsprach dem Umfang nach ungefähr dem heutigen Hauptplatz. Die lang gezogene Dreiecksform verengt sich nach Osten hin. Die Westseite des Burgums war besonders gefährdet, weshalb der Zugang, das sogenannte „Mittertor" nur einen schmalen Durchgang frei ließ. Die kleine ritterliche Ansiedelung mit ca. 30 Häusern gab den Bewohnern Sicherheit und Schutz. Regelmäßig wurden Wochenmärkte und wohl auch Ritterturniere abgehalten. Als „civitas" (Stadt), wird diese Anlage 1242 das erste Mal urkundlich erwähnt. Dieser Platz, früher als „Unterer Stadtplatz" bezeichnet, ist seither das repräsentative Zentrum von Lienz.

Liebburg, Hauptplatz Nr. 7 Die Freiherrn von Wolkenstein-Rodenegg, Inhaber der Herrschaft von Lienz, errichteten in den Jahren 1605 bis 1608 die Liebburg. Im westlichen Anbau, heute als „Fronfeste" bezeichnet, war die Kapelle untergebracht. Nach dem Brand im Jahre 1609 wurde die Liebburg beim Wiederaufbau um die repräsentativen seitlichen Türme mit Zwiebelhaube erweitert. Die Wolkensteiner nutzten die Liebburg zuerst als Wohnsitz, später wurde sie das Verwaltungszentrum der Herrschaft Lienz und seit dem 19. Jahrhundert Sitz verschiedener Behörden. Der Ankauf durch die Stadt Lienz erfolgte 1980. Architekt Dieter Tuscher vollführte den gelungenen Umbau zum Rathaus. Für die vorbildliche Revitalisierung erhielt die Stadt Lienz im Jahre 1991 die begehrte EUROPA NOSTRA Auszeichnung. Durchschreitet man das ehemalige kleine Stadttor nach Süden hin, gelangt man auf den Europaplatz. Zu sehen sind hier die Fundamente eines Rundturmes vom Beginn des 17. Jahrhunderts, der den Zugang zur Stadt schützte.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Freigelegter Teil der ehemaligen 2.Stadtmauer v. Lienz, die heute noch d. Westseite dieses Hauses bildet. Sie wurde erbaut 1311-1320. Hier schloß sich das Meraner Tor an das 871 abgetragen wurde..

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Lienzer Bergbahnen -Osttirodler - Sommerrodelbahn - Hochstein

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Pfarrkirche „Zur Heiligen Familie" - Geplant von den Lienzer Architekten Otto Gruber und Hans Buchrainer. Langgestreckter Bau mit abgesetzter Rundapsis und Turm über dem Chorraum. Der Eingangsbereich wurde 1963 von Jos Pirkner gestaltet: Darstellungen von „Mariae Verkündigung" und der „Flucht der Hl. Familie nach Ägypten" in einer Verbindung von Treibarbeit und Mosaikhintergrund.

Die Pfarrkirche ist dem Patrozinium der Heiligen Familie unterstellt. Unter der „Heiligen Familie“ versteht man Josef, Maria und das Jesuskind. Das Fest der heiligen Familie findet am Sonntag zwischen 26. und 31.12. (Weihnachtsoktav) statt.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Wenn wir in die Kirche hineinkommen, durchschreiten wir ein großzügiges Portal und ein riesiges Mosaikfenster, das Szenen aus dem Leben der Heiligen Familie und der Heilsgeschichte die Jesus Christus mit uns hat.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der langgestreckte Kirchenbau als Stahlbetonbau mit einer abgesetzten Rundapsis hat einen Turm über dem Chorraum. Die Gestaltung der Hauptportals mit getriebenem Kupfer und Mosaikhintergrund mit den Darstellungen Mariä Verkündigung und Flucht nach Ägypten schuf der Bildhauer Jos Pirkner 1963.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Pfarrkirche Lienz-Hl. Familie steht in der Südtiroler-Siedlung im Südwesten der Stadtgemeinde Lienz im Bezirk Lienz im Bundesland Tirol. Die dem Patrozinium Heilige Familie unterstellte römisch-katholische Pfarrkirche gehört zum Dekanat Lienz der Diözese Innsbruck. Die Kirche wurde von 1960 bis 1963 nach den Plänen der Architekten Otto Gruber und Hans Buchrainer aus Lienz erbaut und 1975 zur Pfarrkirche erhoben. Über dem Eingang ist ein Glasbetonfenster mit dem Thema der Hl. Familie von 1962 zu sehen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

An der rechten Vorderwand begegnet uns die seltene Darstellung der Muttergottes als schwangere Frau. Sie wurde vom Südtiroler Bildhauer Peter Kostner aus St. Ulrich in Gröden 1995 geschaffen. Diese Madonna steht im inneren Zusammenhang mit dem darunter liegenden Taufbecken. Hier fei    ern wir, dass der Mensch aus dem Wasser und dem Hl. Geist der Taufe zum Leben aus Gott, der Quelle des Lebens, neu geboren wird.

In den Mittelgang zurückgekehrt sehen wir im von oben indirekt einfallenden Licht den Altarraum mit dem Ambo und dem „Tisch des Herrn" (Steinmetze: Franz und Robert Fritzer). Jesus Christus stiftet Gemeinschaft in der Feier der Eucharistie. Er ist für uns durch seine liebevolle Hingabe seines Lebens im Leiden, im Tod und in der Auferstehung das Brot des Lebens. Das ewige Licht bezeugt die bleibende Gegenwart Christi in der im Tabernakel aufbewahrten Hl. Kommunion. Sie lädt zur inneren Einkehr und zur Anbetung ein.

Peter Kostner fertigte 1995/96 die Skulptur im Presbyterium an: „Christus und sein Gottesvolk". Dargestellt ist Christus als der Gute Hirt, der seine Hände für die Familie (links), die Kirchenfamilie (Mitte) und die Völkerfamilie (rechts) öffnet. Der Gute Hirt wird zu Ostern durch den Auferstandenen und zu Weihnachten durch die Hl. Familie ersetzt. Die Beziehung unter den Personen und Gemeinschaften belebt der Hl. Geist, die Liebe, die Gott in den Herzen der Menschen entzündet.

Den Tabernakel mit eucharistischen Symbolen schuf Walter Unterweger 1963. Über dem linken Seitenaltar befindet sich eine Hl. Anna Selbtritt (Jesus, seine Mutter Maria, deren Mutter Anna) vom Virgener Schnitzer Gottfried Fuetsch (1967).

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Die Pläne zum Bau der Kirche stammen von den beiden Lienzer Architekten Otto Gruber und Hans Buchrainer. Die Kirche wurden in den Jahren 1960-1963 errichtet. Der Bau ist sehr schlicht gehalten. Der hallenartige Innenraum ist durch Säulen gestützt und mit flacher Holzdecke versehen. Die Kirche ist nach Osten hin ausgerichtet und besitzt eine runde Apsis. Der Turm befindet sich über dem Presbyterium. Durch indirekten Lichteinfall wird der Ort des Allerheiligsten mit Tageslicht beleuchtet.

Nach alter christlicher Tradition ist die Kirche nach Osten, dem Aufgang der Sonne ausgerichtet. Dieser erneuert jeden Tag die Hoffnung, dass Jesus Christus, die Sonne unseres Lebens, jeden Tag für uns aufgeht, einmal endgültig, wenn er wiederkommt zur Vollendung der Welt.

Wenn Sie in der Kirche wieder zurückgehen erinnert das daran, dass Jesus Christus der Weg ist. Sein Weg zu Gerechtigkeit und Friede, zum Anbruch des Reiches Gottes war am Ende seines irdischen Lebens der Kreuzweg. Diesen hat an der Südwand Walter Unterweger (Lienz/Klagenfurt) in Etappen von 1962-1996 geschaffen.

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Der Innenraum ist eine große Halle mit fensterartigen Schlitzen an der Nordseite, flacher Holzdecke, die linke Seite von Säulen gestützt und eingezogenem Chor mit starkem Lichteinfall von oben. Der Hauptaltar besteht aus Granit und wurde 1994 um eucharistische Symbole an der Vorderseite ergänzt. Reliefgruppe „Christus und sein Gottesvolk" von Peter Kostner (St. Ulrich im Grödental) von 1995 bis 1998. Am Seitenaltar die Figurengruppe „St. Anna Selbdritt" von Gottfried Fuetsch (Virgen) von 1967. An der rechten Chorbogenwand eine Marienplastik von Peter Kostner von 1995. Der Kreuzweg stammt von Walter Unterweger, 1976 fertig gestellt, 1994 überabeitet und mit gemaltem Hintergrund versehen.

Das Kircheninnere zeigt eine Halle unter einer flachen Holzdecke mit einer starken Lichtführung in den eingezogenen Chor. Die Betonglasfenster von Jos Pirkner zeigen über dem Eingang die Heilige Familie und in der Taufkapelle den Gnadenstrom. An der Südseite befindet sich als Wandmalerei ein monumentaler Kreuzweg mit ineinandergreifenden Stationen von Walter Unterweger 1976.

Monumentale Wandmalerei und figurales Kreuzwegband von Walter Unterweger an der Langhauslängswand

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Zwergergasse in Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Florianibrunnen vor der Liebburg am Hauptplatz Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026

Liebburg am Hauptplatz Lienz

 Lienz in Osttirol, Juli 2026



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: