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Lienz ist eine Stadt in Osttirol. Das Stadtgebiet ist
16 km² groß. Mit etwa 12.000 Einwohnern ist Lienz die siebtgrößte Stadt
Tirols und liegt an der Mündung der Isel in die Drau. Lienz ist
Mitglied im Verband Kleine historische Städte. Die Liebburg am Lienzer
Hauptplatz und das aus dem 13. Jahrhundert stammende Schloss Bruck auf
dem Schlossberg gelten als Wahrzeichen der Stadt.

St. Antonius-Kirche - Antoniuskirchl am Lienzer Hauptplatz
KIRCHLEIN HL. ANTONIUS V. PADUA
URK. 1556 KAPELLE BZW. FRONKASTEN. 1660/68 NEUERRICHTUNG. STEHT SEIT
1945 AUCH DER GRIECHISCH-ORTHODOXEN GLAUBENSGEMEINDE ZUR VERFÜGUNG.
GESAMTRESTAURIERUNG 1987/88.

DER EINAUGIGE ALTE IWAN
Die „Lienzer Russen" stammen aus allen Ostländern, von Rußland bis
Rumänien. Lienz hat keine schlechten Erfahrungen mit Flüchtlingen
gemacht, sie sind arbeitsam und ehrlich und gute Christen. Aber fast
alle Männer sind mit Tbc behaftet. Die Ärzte führen es auf die großen
Strapazen, durch die sie einen Großteil ihrer Widerstandskraft
eingebüßt haben, aber auch auf das Rauchen von allen möglichen Kräutern
zurück, eine Eigenschaft, die sich diese rauhen Steppensöhne nicht
abgewöhnen können.
Einer jener Kosaken, die mit General DOMANOW in das Drautal kamen, ist
der alte Iwan HORDIENKO, ein kleiner, gedrungener, einäugiger Mann von
68 Jahren, dem man auch heute noch ansieht, daß er im Sattel groß
geworden ist. Beinahe wäre man versucht, zu sagen, er wäre der geborene
„Ataman", wenn das heute noch nötig wäre. Aber irgend eine Führerrolle
braucht Iwan HORDIENKO und so übt er nun seinen Posten als orthodoxer
Kirchenältester in Lienz mit allem Nachdruck und Eifer aus. Seine Frau
Natascha, die ihm 1947 einen Sohn schenkte, war mit ihm in den
Kosaken-Einheiten. Man spürt seine alte Kämpferseele aus jedem Wort
heraus, und wenn man hört, daß er mit aller Strenge auf Zucht und Moral
in seiner Gemeinde hält, dann glaubt man es, ohne noch lange nach
Zeugen zu fragen.
Seit einiger Zeit ist es diesem tapferen Grüpplein orthodoxer Christen
gelungen, die Lienzer St.-Antonius-Kapelle für orthodoxe Gottesdienste
verwenden zu dürfen. Der nächste Bischof der orthodoxen Kirche
residiert in Villach. Von Zeit zu Zeit kommt er auf Besuch zu seinen
„Lienzer Russen", und immer wieder freut er sich über diese kleine,
aber unglaublich fleißige Russengemeinde mitten in der Dolomitenstadt!
Gundolf - Lienz, den 12. Januar 1955

Kirche zu „St. Antonius von Padua": Der Sakralbau dürfte zu dem ehemals
nebenstehenden „Görzer Haus", dem Stadtsitz des letzten Görzer Grafen
Leonhard, gehört haben. Nach 1500 zum Fronkasten umfunktioniert, in dem
das dem Landesfürsten zustehende Fronerz gesammelt wurde. Nach dem
Rückgang des Bergbaus in der Lienzer Gegend wurde dieser nicht mehr
benötigt und so erfolgte um 1660/1668 der Umbau zur Kirche. Die Ansicht
mit dem Zwiebelturm bildet optisch einen wichtigen Abschluss des
Hauptplatzes an der Ostseite. Der Hauptaltar von 1702 stammt aus der
Liebburg-Kapelle mit Bildern von „St. Antonius von Padua" und „St.
Johannes von Nepomuk". Der rechte Altar mit Bildern „St. Silvester
tauft Kaiser Konstantin" und „St. Silvester bezwingt den Drachen" - vom
Lienzer Maler J. Hofmann d.Ä. wurde 1660 gestiftet. Seitlich sind die
Statuen zweier Bischöfe zu sehen. Am linken Altar von 1660/1670 die
Gemäldekopie des Mariahilf-Bildes von Lukas Cranach im Innsbrucker Dom
und die Dreifaltigkeit. 1946 wurde das St. Antonius-Kirchlein der
griechisch-orthodoxen Gemeinde von der Stadt Lienz zur Verfügung
gestellt. -

BARBARAHOF
URKUNDLICH 1583 ALS "DIRNITZ" BEZEICHNET, ZWECKBAU UNTER EINBEZIEHUNG
DER MITTELALTERLICHEN STADTBEFESTIGUNG. NEUBENENNUNG IM ZUGE DER
RESTAURIERUNG 1994/95.
Barbarahof, Bozener Platz 2 - Das turmartige Gebäude mit rundbogigem
Durchgang rechts vom Antonius Park ist Teil der ursprünglichen
mittelalterlichen nach der Befestigungsanlage, Renovierung 1994/95 als
„Barbara-hof" bezeichnet.

Die Liebburg ist ein ehemaliger Ansitz am Hauptplatz der
österreichischen Stadt Lienz in Osttirol. Sie wurde Anfang des 17.
Jahrhunderts erbaut und war von ca. 1608 bis 1653 Wohnsitz der
Freiherren von Wolkenstein-Rodenegg. Seit 1988 dient sie als Rathaus
der Stadt Lienz. Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt

Florianibrunnen: St. Florian Brunnen von Jos Pirkner. Die Figur des Heiligen ist eine
Treibarbeit in Kupferblech aus dem Jahr 1956 über einer Serpentinschale
von 1985. Jos Pirkner gehört zu den bedeutendsten Bildhauern
Österreichs. Er lebt und arbeitet in Tristach bei Lienz.

Den Platz an der Rückseite der Liebburg schmückt jetzt ein Denkmal für
Kaiser Joseph II., das Werk einer Kunstgießerei in Mähren aus dem Jahre
1906. Joseph II. war von 1765 bis 1790 als erster Angehöriger des
Hauses Habsburg-Lothringen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Bronzeplastik „Tratsch", im Hof des Bezirksgerichtes beim östlichen
Durchgang zurück zum Hauptplatz - Lebensgroße, miteinander den
Stadttratsch besprechende Figuren von Jos Pirkner aus dem Jahr 1985.

„Altes Spital" mit Kirche - Als städtische Sozialeinrichtung am Ende
des 13. Jahrhunderts gegründet, hatte es nichts mit einem Krankenhaus
im heutigen Sinne zu tun, sondern war eher einem Altenheim
vergleichbar. Gegen Übergabe einer Geldsumme und/oder Realbesitz konnte
man sich „einpfründen". Es wurden jedoch auch mittellose Lienzer
aufgenommen und versorgt. Erst in der ersten Hälfte des 19.
Jahrhunderts bahnte sich die Entwicklung zu einem Krankenhaus an, wenn
auch weiterhin zwischen Patienten und „Pfründnern" unterschieden wurde.
In diesem Sinn erfüllte das „Alte Spital" seine Funktion bis zum Bau
des neuen Bezirkskrankenhauses im Jahre 1931. Heute ist in dem Gebäude,
nach einer gelungenen Sanierung durch Architekt Dieter Tuscher, das
Bundes-Oberstufen-Realgymnasium untergebracht. Die gesamte Anlage wurde
mehrmals verändert. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche unter
Einbeziehung des gotischen Mauerwerks barockisiert. Die Lienzer
Spitalskirche galt der Architektur und Ausstattung nach als eine der
einheitlichsten Barockkirchen Tirols, bis sie im April 1945 bei einem
Fliegerangriff der Alliierten schwer beschädigt wurde.
Wiederherstellung 1952/57. Die nicht mehr geweihte Kirche dient heute
der Durchführung von Veranstaltungen und Ausstellungen.
Spitalskirche beim Bundes-Oberstufenrealgymnasium Lienz

Spitalsbrücke: Fachwerkartige Eisenkonstruktion, 1897 errichtet und 1989/91
generalsaniert. Die Skulptur einer Taube des heimischen Künstlers Jos
Pirkner ziert die Brücke über die Isel.

Die Isel ist ein Fluss im österreichischen Osttirol und ein linker
Nebenfluss der Drau. Die Isel hat eine Gesamtlänge von 57,26 Kilometern
und ein Gefälle von 1730 Metern. Sie entwässert ein Einzugsgebiet von
1.200,86 km² und nimmt mehr als 80 Nebenflüsse auf, darunter
Tauernbach, Schwarzach und Kalserbach.

Gasthof Hotel „Goldener Fisch", Kärntnerstraße Nr. 9 - Die Tradition
des ältesten noch heute bestehenden Gastbetriebes („Tafern am Fisch")
von Lienz, reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück.

Die römisch-katholische Benefiziatkirche St. Michael, auch
Michaelskirche, steht im Zentrum des ehemaligen Rindermarktes an der
Beda-Weber-Gasse in der Stadtgemeinde Lienz in Osttirol. Die dem
Patrozinium des hl. Michael unterstellte Kirche gehört zum Dekanat
Lienz der Diözese Innsbruck.
BENEFIZIATKIRCHE HL. MICHAEL
SPATGOT. BAU 1531 VOLLENDET MIT BAROCKEM TURM VON 1712/14.VORGÄNGERBAU
URK. 1308. 1501 STIFTUNG DURCH VIRGIL VON GRABEN. GRABKIRCHE DERER VON
GRABEN. GESAMTRESTAURIERUNG 1980/83.

Das Kircheninnere zeigt ein einschiffiges, fünfjochiges Langhaus unter
einem Gewölbe mit Rippenkonfigurationen in der Form achtblättriger
Blütensterne mit fünf verschieden gestalteten maßwerkartigen
Schlusssteinen, die Runddienste haben seitlich angesetzte Hohlkehlen.
Die Empore hat die Breite des Langhauses. Die Fenster sind spitzbogig,
nur bei einem Fenster ist das originale gotische Maßwerk erhalten, die
Westfront hat ein Vierpassfenster. Der beidseits abgeschrägte
Triumphbogen ist spitzbogig. Der eingezogene einjochige Chor mit einem
Fünfachtelschluss verjüngt sich leicht von vorne nach hinten, die
Wanddienste mit fünfachtel- bzw. mit rundem Querschnitt und
Halbkapitellen zeigen die Bauformen der Görzer Bauhütte des 15.
Jahrhunderts, das Gewölbe trägt Stuckrippen in Astform, die Formen des
Langhausgewölbes nachahmend mit der Jahresangabe 1667 beim Triumphbogen.
Benefiziatkirche Hl. Michael, Langhaus, Blick zur Empore

Der Hochaltar aus 1683 hat einen Aufbau mit gedrehten Säulen umwunden
von Weinranken, verkröpftes Gebälk, einen gesprengten geschweiften
Giebel und einen Aufsatz mit Säulchen und gesprengten Volutengiebel,
der Altar zeigt reiches Knorpelwerkornament und zentral die Statue des
hl. Erzengels Michael von einem Meraner Bildhauer, die weiteren Statuen
wurden Christof Egger zugeschrieben, über den Opfergangsportalen die
Heiligen Erzengel Gabriel und Raphael und im Aufsatz Schutzengel sowie
Engel mit den Symbolen Glaube, Hoffnung und Liebe.
Die Seitenaltäre um 1640 mit renaissancehaft-frühbarocken Formen mit
kannelierten Säulen, geradem Gebälk, gesprengten geschwungenen Giebel
und einem Aufsatz mit gesprengtem Dreieckgiebel; beide Seitenaltäre
haben Leder-Antependien aus dem 17. Jahrhundert. Der linke Seitenaltar
zeigt das Bild Maria mit den Heiligen Ursula und Agnes in freier
Landschaft gemalt von Johann Hofmann 1641, im Aufsatz den hl. Michael,
seitlich die Statuen der Heiligen Erasmus und Hieronymus dem Bartlmä
Klettenhammer 1660 zugeschrieben und auf der Mensa die Büsten der
Kirchenväter Gregorius und Hieronymus dem Johann Paterer um 1750/1760
zugeschrieben. Der rechte Seitenaltar zeigt in einer zentralen Nische
die Statue Maria mit Kind umgeben von Putti und im Aufsatz das Bild hl.
Chrysanth dem Johann Paterer zugeschrieben, die seitlichen Statuen
zeigen zwei ritterliche Heilige mit Schwert und Kreuzfahne dem Bartlmä
Klettenhammer um 1760/1770 zugeschrieben und auf der Mensa die Büsten
der Kirchenväter Augustinus und Ambrosius von Johann Paterer um
1750/1760.
Benefiziatkirche Hl. Michael, Langhaus, Blick zum Chor

Am ehemaligen Verbindungsweg von der Römerstadt Aguntum zur Siedlung um
St. Andrä gelegen, hat sich der „Rindermarkt", heute Beda-Weber-Gasse,
durch die Jahrhunderte ein gewisses Eigenleben bewahrt. Erstmals in
einer Urkunde von 1308 erwähnt, reicht die Gründungen von St. Michael
aber weiter zurück, was durch archäologische Grabung (1982) erwiesen
ist. Vom künstlerischen Schmuck des romanischen Gotteshauses hat sich
an der südlichen Außenwand ein zweiteiliges Fresko (gegen 1300)
erhalten: thronende Madonna und Kreuzigungsgruppe.
Da ohne eigentliche Zweckbestimmung, konnte der Ritter Virgil vom (von)
Graben das Gotteshaus als Begräbniskirche für sich, seine Familie und
anverwandte Geschlechter vorsehen. Auf die Familie Graben gingen auch
Fortsetzung und Abschluss des spätgotischen Umbaus von St. Michael
zurück. Die Jahreszahlen „1510" über dem Haupteingang und „1531" auf
der Empore bezeichnen auf jeden Fall wichtige Bauabschnitte. Der Bau
des Langhauses wird mit den Baumeistern Andrä und Bartlmä Viertaler
(Fiertaler) aus Innichen im Pustertal in Zusammenhang gebracht. Die
Beteiligung von Bartlmä ist auf jeden Fall urkundlich gesichert.

Wesentlich zum äußeren Erscheinungsbild trägt der 1712/15 errichtete,
elegante Turm mit achtseitiger, in doppelter Zwiebel abschließender
Haube bei, der den alten Dachreiter über dem Chor ersetzte. Im Innenraum spannt sich das Gewölbe über alle fünf Joche des
Langhauses. Die Rippenfigurationen als achtblättrige Blütensterne in
Verbindung mit den Malereien (um 1520) vermitteln einen überwältigenden
Gesamteindruck.
Eine bauliche Veränderung des Kircheninneren ist in das 17. Jh. zu
datieren. Das Gewölbe wurde 1667 erneuert und dies in Angleichung an
die viertaler'schen Rippenstrukturen ebenfalls in Form von
Blütensternfigurationen, jedoch in Stuck und Astform. Damit setzte eine
lokale Bautradition ein, die in der 2. Hälfte 17. Jh. mehrere Arbeiten
im Lienzer Raum hervorgebracht hat.
Die Kanzel aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zeigt am Korb
Bilder der Evangelisten und am Schalldeckel Volutenbänder und die
Statuette Erzengel Michael mit dem Flammenschwert.

Im Zentrum des Altars sehen wir drei große Statuen der Erzengel
Michael, Gabriel und Raphael. Diese Engel sind kraftvoll und stark
dargestellt.
Raphael (rechts) hat
einen Fisch in der Hand: Als Begleiter des jungen Tobias rettet er ihn
in vielen Gefahren, u.a. beim Überqueren eines Flusses, als ein Fisch
den Fuß des Knaben verschlingen wollte (Tob 6,1-9) Mit der Galle des
Fisches wird Tobias später seinen blinden Vater heilen.
Michael steht zentral in
der Mitte. Im Bogen über dem Kopf lesen wir die Worte „Quid es ut
Deus“, Das ist die lateinische Übersetzung des hebräischen Wortes
„mi-cha-el“ und heißt übersetzt: „Wer ist wie Gott?“ Michael wird oft
mit einem Drachen dargestellt, hier fehlt er. Es gibt die Erzählung,
dass eine fromme Pfarrhausfrau den grausigen Drachen entfernt und
eingeheizt hat. Michael gilt als der Engel, der beim Weltgericht
auftritt
Gabriel (links) ist mit
der Lilie dargestellt: Der Engel Gabriel ist in der Bibel jener Engel,
der große Botschaften bringt. Er überrascht u.a. den alten Zacharias,
dass Zacharias und Elisabeth noch Eltern werden. Er überrascht die
junge Maria, dass sie die Mutter des Herrn werden soll.

Die reiche künstlerische Ausstattung von St. Michael gehört zum größten
Teil dem 17. Jh. an: Die beiden Seitenaltäre sind mit „1618" datiert.
Der rechte Altar enthält an Stelle eines Bildes eine ältere
Madonnenstatue (um 1515) der linke ein Gemälde mit den hl. Ursula
(Pfeil) und Agnes (Lamm), signiert vom Maler Johann Hofmann d. Ä. und
datiert mit „1641". Diesem Künstler sind auch die Bilder der
Altaraufsätze, „St. Chrysanth" (rechts) und „St. Michael" (links)
zuzuordnen. Die Heiligenfiguren auf den Seitenaltären stammen vom
einheimischen Bildhauer Bartlmä Klettenhammer (um 1660/70). Die Büsten
der Kirchenväter (1750/60) sind Meisterwerke von Johann Paterer
(1712-1785). Der prachtvolle Hauptaltar mit der monumentalen Plastik
des Erzengels Michael im Mittelpunkt trägt die Datierung „1683".
Zahlreich sind weitere Werke der Bildhauerei und Malerei, vorwiegend
von einheimischen Künstlern geschaffen.

Schmetterlingsbrunnen am Iselkai, gestaltet von Leonard Lorenz 1992, 400 × 350 cm, Bronze

Alte Stadtmauer mit „Iselturm" - In nördlicher Richtung hin gut
sichtbare Teilstücke. Ein ehemaliges Rondell wurde 1952 zum Turm
ausgebaut. Daneben zu sehen das Fresko „Ritter, Bauer, Handelsmann" aus
1952.

Fresko „Ritter, Bauer, Handelsmann" aus 1952

Egger-Lienz-Platz mit Albin-Egger-Lienz-Denkmal
Zu Beginn der 1950er Jahre wurde der Platz neu geschaffen und in den
1980er Jahren in Egger-Lienz-Platz umbenannt. Im Zentrum steht ein
Denkmal für den bedeutenden Künstler und Avantgardisten der
Österreichischen Malerei. Gewidmet von seiner Heimatstadt Lienz und
geschaffen vom Bildhauer Siegfried Hafner (1996).

Albin Egger-Lienz (1868-1926) Berühmtester Sohn der Stadt
Geboren als uneheliches Kind der Maria Trojer und des Georg Egger,
Kirchenmaler und Fotograf, wurde er auf den Namen Ingenuin Albuin
Trojer getauft. Erst 1877 erhielt er die Bewilligung, den Familiennamen
Egger zu führen. Nach dem Besuch der Volksschule in Lienz studierte er
auf Vermittlung und Förderung des Vaters und des befreundeten Malers
Hugo Engl Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die
Verwendung des Namens Egger-Lienz ist erstmals für 1891 nachweisbar.
Nach dem Studium lebte er als freier Maler abwechselnd in München und
Osttirol. 1899 heiratete Egger-Lienz Laura Egger von Möllwald und ließ
sich in Wien nieder.
Hier wurde er 1900 Mitglied der Genossenschaft bildender Künstler Wiens
und Gründungsmitglied des Hagenbundes und 1909 Mitglied der Wiener
Secession. 1910 wurde er vom Professorenkollegium der Wiener Akademie
der Bildenden Künste als Professor vorgeschlagen. Die Berufung wurde
jedoch vom Thronfolger Franz Ferdinand verhindert. Gründe dafür sind in
der Zugehörigkeit Eggers in der von Franz Ferdinand abgelehnten
Secession zu suchen, wie auch in der Tatsache, dass Egger das Gemälde
„Der Totentanz Anno Neun" im Rahmen der Ausstellung zum 60.
Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josephs ausgestellt hatte. Das Bild war
weder patriotisch noch angesichts des fortgeschrittenen Alters des
Jubilars pietätvoll. Egger-Lienz unterschied sich von seinen malenden
Zeitgenossen durch das Hervorheben der plastischen Körperformen und die
Monumentalität. Sie standen im krassen Gegensatz zur Dekorativität des
Jugendstils. Stilmäßig wurde nach 1910 die strenge Reduktion für ihn
immer wichtiger. „Ich male Formen, nicht Menschen", sagte er.
Im Jahr darauf ließ sich Egger-Lienz in Hall in Tirol nieder, wo er mit
den Künstlern des Brennerkreises verkehrte. 1912 ging er für ein Jahr
als Lehrer an die Großherzogliche Hochschule für Bildende Kunst nach
Weimar. Nach einem Sommeraufenthalt an der Katwijk aan Zee in Holland,
wo er Meeres- und Dünenbilder malte, ließ er sich in St. Justina bei
Bozen nieder. In Klausen betrieben einige seiner Schüler unter seiner
Leitung eine Kunstschule. 1915 wurde er zu den Standschützen einberufen
und entwarf Kriegspostkarten. 1919 und 1925 wurde ihm die Professur an
der Wiener Akademie angeboten, die er jedoch beide Mal ausschlug. Die
Ausgestaltung der von Clemens Holzmeister entworfenen
Kriegergedächtniskapelle in Lienz beschäftigte ihn von 1923 bis 1925,
in deren Zuge auch das Gemälde „Christi Auferstehung" entstand. Nach
Protesten gegen das schmucklose, einfache Gemälde unter anderen des
Dekans verfügte das Heilige Offizium in Rom ein Gottesdienstverbot für
die Kapelle. In seinen letzten Lebensjahren wurde Egger-Lienz zum
Ehrendoktor der Universität Innsbruck und zum Ehrenbürger von Lienz
ernannt.
Er starb am 4. November 1926 im Grünwaldhof in St. Justina.
Mittlerweile zählt Albin Egger-Lienz zu den „aufsteigenden" Künstlern -
was das Begehren der Sammler und leidenschaftlichen Kunstliebhaber und
-kenner betrifft. Der Wertseiner Bilder steigt stetig. 700.000 Euro war einem
Interessenten bei einer Auktion der „Totentanz" wert. Das Werk - 2006
restituiert - war bis dahin Teil der weltweit größten Egger-Lienz
Sammlung im Museum Schloss Bruck.

Franziskanerkirche beim Franziskanerkloster Lienz
Das Franziskanerkloster Lienz befindet sich im Zentrum der Stadt Lienz
in Osttirol und war früher ein Karmelitenkloster. Es bildet mit der
Franziskanerkirche Lienz einen Gebäudekomplex.
Mosaikbild (Maria als Spenderin aller Gnaden) an der Kirchenfront von José Pirkner (1978)

Die Franziskanerkirche Lienz bildet gemeinsam mit dem
Franziskanerkloster einen Gebäudekomplex in der Stadtgemeinde Lienz im
Bezirk Lienz im Bundesland Tirol. Die dem Patrozinium Unserer Lieben
Frau Mariä Himmelfahrt unterstellte römisch-katholische Kirche gehört
zum Dekanat Lienz der Diözese Innsbruck und ist die Pfarrkirche der
Franziskaner-Pfarre St. Marien.

Urkundlich erfolgte 1349 die Gründung eines Karmelitenklosters und nach
der Aufhebung des Klosters 1785 die Übergabe an die Franziskaner aus
Innsbruck. 1948 wurde die Klosterkirche ein Pfarrvikariat. Unter
Einbeziehung noch älterer Bauteile erfolgte der Bau des Langhauses
1430/1440 durch die Görzer Bauhütte, der Chor folgte später.

Das Kircheninnere zeigt einen einheitlichen spätgotischen Eindruck mit
einem einschiffigen, fünfjochigen Langhaus, die Joche sind mit ca. 2 m
nach innen reichenden Wandpfeilern mit vorgelegten Dreiviertelsäulen
mit polygonalen Kapitellen getrennt und tragen einfache
Netzrippengewölbe. Die Westempore aus der ersten Hälfte des 16.
Jahrhunderts ist mit einem Sterngratgewölbe unterwölbt und mit drei
Rundbögen auf Granitsäulen geöffnet. Im mittleren nördlichen Joch
befindet sich zwischen den Wandpfeilern eine hölzerne Empore. Nördlich
im zweiten Joch befindet sich ein Portal mit einer beschlagenen Tür zum
Kreuzgang des Klosters. Der Triumphbogen ist rundbogig. Der eingezogene
dreijochige Chor mit einem Fünfachtelschluss ist etwas in der Achse
nach rechts verschoben, er hat Sterngewölbe auf Konsolen und runde
Schlusssteine. Die Fenster im Langhaus und Chor sind rundbogig, in den
Chorschrägen zeigen die Fenster Glasmalereien der Heiligen Florian und
Sebastian der Tiroler Glasmalerei um 1900. Die Orgel in einem vierteiligen neugotischen Prospekt baute Alois Fuetsch 1929.

Das Franziskanerkloster mit Kirche zu „Unserer Lieben Frau Mariae
Himmelfahrt" - Von Gräfin Euphemia von Görz-Tirol und ihren Söhnen 1349
als Karmelitenkloster gestiftet. Die Karmeliten betreuten das görzische
Benefizium auf Schloss Bruck, seit dem 18. Jahrhundert auch die Lienzer
Garnison und unterrichteten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts die
männliche Lienzer Schuljugend. In der Zeit des Josephinismus wurde das
Karmelitenkloster 1785 aufgehoben und an die Franziskaner übergeben.
Der Kirchenbau war ca. 1369 vollendet. Das Langhaus wurde durch die
Görzer Bauhütte 1430/40 erneuert. Davon ausgehend besteht bis heute ein
einheitlicher spätgotischer Gesamteindruck. Der Raum ist in fünf Joche
gegliedert und von einem Sternrippengewölbe überspannt. Von dem reichen
Freskenschmuck besonders hervorzuheben sind der „Engelreigen" um den
vordersten Schlussstein des Chorgewölbes (um 1480), die „Krönung
Mariens" hinter dem Hauptaltar von Sebastian Gerumer aus Lienz (um
1480), die ehemaligen Altarbilder von Nikolaus Kenntner aus Lienz
(1440) mit den Heiligen Nikolaus, Sebastian und Helena, sowie den
Heiligen Ursula, Katharina, Barbara, Johannes d. T. und Margaretha.
Über der „Leonhardlegende" wurde die „Dreifaltigkeit von Sebastian
Gerumer 1468 dargestellt. Fragmente der Fresken von „St. Georg"
(zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts), der „14 Nothelfer" und eines
Passionszyklus (um 1470) sind unter der Empore zu sehen. Jos Pirkner
gestaltete 1976 den Hauptaltar in Form eines gotischen Flügelaltars in
Kupfer mit Szenen, die sich auf Maria, die Auferstehung und den Orden
beziehen.
Der Hochaltar in der Form eines gotischen Flügelaltares schuf Jos Pirkner 1976 mit Darstellungen in getriebenem Kupfer.

Die neugotische Kanzel entstand nach einem Entwurf von Pater Johann
Maria Reiter durch Johann Ortner 1876/1877, die Reliefs mit
verschiedenen franziskanischen Ordensheiligen schuf Karl Fuetsch.
Beeindruckend ist das legendäre „Feldner-Kreuz" oder auch
„Deferegger-Kreuz", um das sich viele Geschichten ranken. Es ist schon
fast 500 Jahre alt und über viele Umwege in das Kloster gekommen.

Mittelalterliche Wandmalerei, Franziskanerkirche, Lienz, Osttirol

Die Franziskaner (Ordenskürzel OFM; lateinisch ordo fratrum minorum,
deutsch Orden der Minderen Brüder) sind ein römisch-katholischer
franziskanischer Reformorden. Sie bilden heute – neben den Kapuzinern
(OFMCap) und den Minoriten (OFMConv) – einen der drei Zweige des ersten
Ordens des heiligen Franziskus. Im Französischen werden die
Franziskaner wegen des Zingulums an ihrer Ordenskleidung neben
Franciscains auch Cordeliers genannt.
Heute betreuen die ca. 5 Franziskaner des Lienzer Konvents vor allem
die Pfarre „St. Marien“, in deren Gebiet ca. 4200 Katholiken leben, und
sind auch für seelsorgliche Aushilfen in der Umgebung von Lienz
unterwegs. Außerdem sind sie als Seelsorger im Krankenhaus, in
Altenheimen und für die Dominikanerinnen tätig. Nach der Fusion der
Tiroler mit der Österreichischen Franziskanerprovinz im Jahr 2007
gehört das Kloster jetzt zur Franziskanerprovinz Austria.

DER KREUZGANG
1697 - 1706 NACH VORBILDERN ITALIENISCHER WANDELHALLEN ERBAUT. DER
URSPRÜNGLICHE BAU - 1369 - WAR WIEDERHOLT VON BRÄNDEN ZERSTÖRT WORDEN,
ZULETZT BEIM GROSSEN STADTBRAND 1609. 21 GROSSE TAFELBILDER ERZÄHLEN
GESCHICHTEN UND LEGENDEN AUS DEM KARMELITENORDEN, DER DIESES KLOSTER
BIS ZUR AUFHEBUNG UNTER KAISER JOSEF II. 1785, BETREUTE. AUF DEN
KONSOLEN BEFINDEN SICH OVALE BAROCKBILDER MIT DER DARSTELLUNG DER
BEKANNTESTEN ORDENSGRÜNDER. DIE NAMEN DER KÜNSTLER SIND SEIT VERLUST
DER CHRONIK UNBEKANNT.

KLOSTER DER FRANZISKANER
DURCH GRAFIN EUPHEMIA VON GÖRZ UND DEREN SÖHNE 1349 ALS
KARMELITERKLOSTER GEGRÜNDET. AUFHEBUNG 1785 UND ÜBERGABE AN DIE
FRANZISKANER AUS INNSBRUCK.
Ein Blick aus dem Fenster des Kreuzganges zeigt im Garten eine Figur des Hl. Franziskus.

GEBURTSHAUS DES GESCHICHTSFORSCHERS PROF. DR. PHIL. P. ALBERT v. MUCHAR
GEB. 22. NOV. 1786 - GEST. 6. JUNI 1849.
Geburtshaus von P. Dr. Albert -Muchar O.S.B., Muchargasse Nr. 13 - Der
bedeutende Historiker brachte es bis zum Rektor der Grazer Universität.
Er hat zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten verfasst, darunter eine
neunbändige Geschichte der Steiermark.

Johannesplatz - Der Platz lag ursprünglich vor den Toren des Burgums.
Hier entwickelte sich das „bürgerliche Lienz", mit Werkstätten,
Verkaufsgewölben, Tavernen und Herbergen. Am Platz befand sich die
Kirche zu „St. Johannes dem Täufer" (Erinnerungstafel), deren Ursprünge
noch in das 13. Jahrhundert zurückgehen. Die Mariensäule stand
ursprünglich am Hauptplatz und wurde 1861 hier aufgestellt. Die
Marienstatue stammt von Michael Rasner aus 1716.
Mariensäule am Johannesplatz in Lienz

Mariensäule am Johannesplatz in Lienz
UPSPR. AUF DEM HAUPTPLATZ, SEIT 1861 AUF DEM HEUTIGEN STANDORT. STATUE VON MICHAEL RASNER, 1716. TEILRESTAURIERUNG 1978.

Hauptplatz in Lienz

KIRCHE MARIAE HEIMSUCHUNG
AUSSEHEN DURCH RENOVIERUNG UM 1635 GEPRÄGT. NEUGESTALTUNG DES
CHORES NACH KRIEGSSCHÄDEN 1945. "HAUSKIRCHE" DER DOMINIKANERINNEN.

Das Dominikanerinnenkloster Lienz (auch: Klösterle Lienz oder Maria
Heimsuchung Lienz) ist seit dem 13. Jahrhundert ein Kloster des
Dominikanerordens in Lienz in Österreich. Es gilt als das älteste
Dominikanerinnenkloster im deutschsprachigen Raum.
Der Innenraum ist mit drei Jochen durch massive Strebepfeiler
gegliedert. Der Chor wurde nach einem Bombentreffer 1945 neu gestaltet.
Der Altar mit Tabernakel ist einfach, dahinter das Fresko „Aufnahme
Mariens in den Himmel" von Hans Andre von 1949. An der Triumphbogenwand
sind die Reliefs „Mariae Heimsuchung und „Die Heiligen Dominikus und
Hyazinth" von 1969 von Josef Troyer aus Prägraten zu sehen. Er war
ehemals Dombildhauer zu St. Stephan in Wien. In der Seitenkapelle
(„Grüftl") ist ein Altar aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts und eine
spätgotische Plastik des Hl. Bischofs Wolfgang um 1510/1520. Die
geistlichen Schwestern der Dominikanerinnen sahen seit dem Jahr 1781
eine wichtige Aufgabe darin, Kinder schulisch zu betreuen.

Das dreijochige Langhaus ist mit einem steilen, schindelgedeckten
Satteldach gedeckt und mit geböschten, abgetreppten Strebepfeilern
gegliedert. Ein vorhallenartiger Anbau ist teilweise in den
Klosterkomplex eingebunden und dient als Verbindung zum Kreuzgang. An
der Südseite befinden sich zwischen den Strebepfeilern des Langhauses
sowie in den Längs- und Schrägwänden des Chores große Rundbogenfenster
mit diagonal verstrebten Schmiedeeisengittern. Im zweiten Langhausjoch
befindet sich ein Portalvorbau über polygonalem Grundriss. Der Chor ist
leicht eingezogen und polygonal geschlossen. Die Blendnische an der
Stirnseite schmückt ein Wandgemälde mit der Heimsuchung Mariens aus der
Mitte des 20. Jahrhunderts.

nnen wird das schlichte, einschiffige Langhaus von einer
Stichkappentonne mit gekehlten Rippen über kräftigen Wandpfeilern mit
Kämpfergesims überwölbt. Im Westen befindet sich eine mächtige,
polygonal vorkragende Empore mit Orgel und Somcmerchor die vom
Klostergebäude zugänglich ist. Der Triumphbogen ist rundbogig
geschlossen, der eingezogene, einjochige Chor ist um zwei Stufen erhöht
und mit einem Kreuzgratgewölbe über flacher Pilastergliederung
versehen. Die Ausstattung stammt zum Großteil aus der Zeit nach 1945.
Das Wandfresko hinter dem Hochaltar zeigt die Himmelfahrt Mariens, es
wurde 1949 von Hans Andre geschaffen.

Freiheitskämpfer Gedenkstätte
ZUR ERINNERUNG AN DIE FREIHEITSKAEMPFE VON 1809 UND 1813
DIE IN DIESEN KAEMPFEN GEFALLENEN TIROLER-FRANZOSEN-BAYERN UND
ITALIENER VEREINT EIN GEMEINSAMES GRAB AUF DEM SOGENANNTEN
FRANZOSEN-FRIEDHOF BEI LIENZ
1809: NACHDEM AM 3.AUGUST OESTLICH VON LIENZ GEKAEMPFT WORDEN WAR
LIEFERTEN SICH TIROLER UND FRANZOSEN AM 8 DEZEMBER AUF DIESEM PLATZE
EIN MOERDERISCHES TREFFEN DAS LETZTE IM 1809ER FREIHEITSKRIEGE
1813: VON LIENZ AUS BEGANNEN AM 21 AUGUST UND 8 SEPTEMBER DIE
PUSTERTALER UND ISELTALER-SCHUETZEN UNTER FUEHRUNG DES K K
FELDMARSCHALL-LIEUTENANTS VON FENNER DES K K OBRISTWACHTMEISTERS
EISENSTECKEN DES HAUPTMANNS JOHANN PANZL UND SCHUETZENMAIORS JOSEF
SPECKBACHER DIE WIEDEREROBERUNG VON ILLYRISCH UND ITALIENISCH TIROL

Pfarrkirche St. Andrä
Schon im 5. Jhdt. stand auf dem Pfarrbichl, nördlich von Lienz, eine
frühchristliche Kirche. 1204 weihte der Bischof von Pola eine
romanische Kirche ein. Sie war einschiffig, mit Fresken geschmückt und
wahrscheinlich mit einer Flachdecke versehen. Von diesem Gotteshaus
stammen die zwei Portallöwen, die heute noch beim Haupttor stehen.
1430 begann die Görzer Bauhütte, im Auftrag des in Lienz residierenden
Görzer Grafengeschlechts, mit dem großzügigen Umbau zu einer
dreischiffigen gotischen Basilika. Auch sie wurde mit Fresken
geschmückt und erhielt unter dem Chor eine Krypta. Der Innsbrucker
Bildhauer C. Geiger schuf aus dunkelrotem Marmor die Grabplatten für
den letzten Görzer Grafen Leonhard II. (12. April 1500) und für Michael
von Wolkenstein-Rodenegg und dessen Gemahlin Barbara von Thun. 1737
zerstörte ein Blitz Turm und Kirchendach. Der Altarraum wurde nun
barockisiert. Der Hauptaltar ist der prunkvollste Barockaltar
Osttirols. Seine heutige neugotische Form erhielt der Turm nach der
Umgestaltung des oberen Teils im Zeitraum 1907/09.

Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche Lienz steht nördlich der Isel
auf dem Pfarrbichl auf 692 Meter Seehöhe in der Stadtgemeinde Lienz in
Osttirol. Die dem Patrozinium St. Andrä (30. November) unterstellte
Pfarrkirche ist die Dekanatskirche vom Dekanat Lienz der Diözese
Innsbruck.

Blick in das ehemalige Beinhaus und die Gedenkstätte für verstorbene
Priester der Pfarre St. Andrä, direkt am Eingang zum alten Friedhof
rund um die Pfarrkirche.

1430 begann die Görzer Bauhütte, im Auftrag des in Lienz residierenden
Görzer Grafengeschlechts, mit dem großzügigen Umbau zu einer
dreischiffigen gotischen Basilika. Allerdings hat nur die Südseite des
Mittelschiffs Obergadenfenster, die nördliche Hochschiffswand ist
fensterlos, die Kirche daher zur Hälfte eine Pseudobasilika. Auch
diese, im Prinzip die heutige Kirche, wurde mit Fresken geschmückt und
erhielt unter dem Chor eine Krypta.
An den Türen Bronzeplastiken und Türgriffe der Hll. Apostel Andreas und
Petrus von Jos Pirkner aus 1969. Er hat auch das Steinrelief Berufung
von Petrus und Andreas" geschaffen. In der Vorhalle romanische
Portallöwen mit Widder und Lamm zwischen den Pranken. Das Kircheninnere
besteht aus drei Schiffen mit Sternrippengewölbe und dem spitzbogigen
Triumphbogen mit Fresko „Christus als Weltenrichter" aus 1446.

Der spätgotische Bau (Mitte des 15. Jahrhunderts) ist eine
architektonisch bemerkenswerte gotische Basilika. Charakteristisch für
diesen Basilikatyp ist das gegenüber den Seitenschiffen erhöhte
Mittelschiff, das durch eine Fensterreihe belichtet wird. Die drei
Portale an der Westseite sind als Spitzbogenportale mit Gewände
ausgeführt, wobei ein Rundbogen mit Tympanon – ein typisches Merkmal
der Görzer Bauhütte – integriert ist. Aus dieser Zeit stammt auch der
zweigeschossige Portalvorbau, der den Eingang besonders hervorhebt.
Sowohl das Langhaus als auch der polygonale Chor werden an der
Außenseite durch Strebepfeiler gegliedert. Im Winkel zwischen Chor und
nördlichem Langhaus erhebt sich der Turm mit seinem Spitzhelm; auf der
gegenüberliegenden Südseite befinden sich die neue Sakristei sowie der
Zugang zur Krypta. Der Turm, der 1737 durch einen Blitzschlag schwer
beschädigt und zunächst mit einer Barockkuppel versehen worden war,
erhielt in den Jahren 1907/09 einen neugotischen Oberbau nach den
Plänen des Lienzer Baumeisters Viktor Rizzardi und des
Franziskanerpaters Johann Maria Reiter.
An der Westseite der Kirche haben sich Reste des romanischen
Vorgängerbaus erhalten: ein Marmor-Hochrelief, das einen Kopf mit
apotropäischer – also Unheil abwehrender – Wirkung darstellt (links),
sowie das Osterlamm mit Kreuz und Fahne (rechts); am Eingang sind zudem
zwei romanische Portal-Löwen aufgestellt. Die Portalfiguren (1969) von
José (Jos) Pirkner (*1927) sind in ihrer schlichten, kompakten Form
ideal auf ihre Funktion abgestimmt: Am Vorbau des Hauptportals befindet
sich das Marmorrelief mit der „Berufung von Andreas und Petrus“; an den
Bronzegriffen des Portals sind die beiden Apostel dargestellt; am
linken Eingang zeigt eine Bronze die Entwendung der kostbaren Reliquien
des Hl. Andreas während des Vierten Kreuzzugs (1204) durch die
personifizierte Römische Kirche; rechts ist die Rückgabe des Hauptes
des Hl. Andreas durch Papst Paul VI. (1966) als Geste der Versöhnung
dargestellt.
Das Mittelschiff und die Seitenschiffe werden durch sieben breite
Pfeilerarkaden voneinander getrennt und von Sternrippengewölben
überwölbt, die auf Wandvorlagen (Lisenen) und Konsolen ruhen. Die
Kapellen der Seitenschiffe befinden sich in den nach Westen
ausgerichteten Arkadenbereichen. Dieser Raum im linken Seitenschiff,
der einst durch ein Gitter abgetrennt war, diente als Kapelle der
Grafen von Görz; er beherbergte einen von der Familie gestifteten Altar
sowie das Grabmal des letzten Grafen von Görz. Die Westempore, die
ebenfalls mit einem Sternrippengewölbe versehen ist, öffnet sich mit
drei Rundbögen zum Kirchenschiff hin.
Der gotische Chorraum mit drei schlanken Pfeilern und 5/8-Schluss wurde
in den Jahren 1760–1765 mit hochwertigen Werken des Barock und Rokoko
ausgestattet. Der reiche Stuckschmuck stammt aus einer Innsbrucker
Werkstatt. Über den aus den breiten Pfeilern hervorspringenden
Kämpfergesimsen scheinen kleine Engel zu schweben, die die
Leidenswerkzeuge Christi tragen.

Die Orgel auf der Westempore wurde ursprünglich 1618 von dem Passauer
Orgelbauer Andreas Butz erbaut. Nach einem Umbau durch Franz II.
Reinisch 1888 beherbergt das erhaltene Butz-Gehäuse seit 1972 ein
Orgelwerk der Firma Reinisch-Pirchner, in das einige erhaltene Pfeifen
von Butz integriert wurden.

Von großer historischer und künstlerischer Bedeutung ist die
Ausstattung aus dem 17. Jahrhundert, zu der vor allem lokale Maler und
Bildhauer beigetragen haben. Hinsichtlich ihrer historischen und
künstlerischen Relevanz nimmt jedoch die Pfarrkirche St. Andreas in
Lienz unter den Kirchen des gesamten Südosttirols eine herausragende
Stellung ein. Sie ist die einzige Kirche mit einer über 1500-jährigen
Tradition, die bis in die Spätantike und die frühchristliche Zeit
zurückreicht. Eine beeindruckende Vielfalt offenbart sich in den
zahlreichen erhaltenen Meisterwerken; sie spiegeln die europäische
Kunstgeschichte verschiedener Epochen wider und zeugen von der alten,
engen Verbindung zwischen dem nördlichen Adriaraum und der Alpenregion.
Holzfigurengruppe der Heiligen Anna mit Maria, ca. 1500 (1480?), St. Andreas


Der prunkvolle Hochaltar aus
farbigem Marmor besteht aus einer reich verzierten Mensa, einem
Drehtabernakel, einer Wand mit seitlichen Durchgängen sowie den weiß
glänzenden Statuen des hl. Petrus (mit Kreuz) und des hl. Paulus (mit
Schwert) von Franz Engele (1765). An der Wand daneben befinden sich die
Salzburger Landespatrone, der hl. Rupert und der hl. Virgil, begleitet
von zwei Putten; diese stützen über den Durchgängen ein Salzfass und
ein Kirchenmodell – die Attribute der beiden Heiligen. Darunter sind
Hochreliefs mit der Verkündigung an Maria angebracht. Der an der Wand
stehende Altaraufbau gliedert sich in Säulen und geschwungene
Gebälkstücke sowie ein offenes Retabel, das den Blick auf ein
Glasfenster mit Gottvater auf dem Thron und der Taube des Heiligen
Geistes lenkt; darüber thront eine majestätische Krone. Das Altarblatt
mit der Darstellung des „hl. Andreas, der das Kreuz ergreift“ (1761)
stammt von Anton Zoller (1695–1768). Zum Kirchenschiff hin, etwas
eingerückt, steht der Volksaltar mit einem Hochrelief der
„Brotvermehrung“ – einer Arbeit in versilbertem Kupfertreibwerk von
José (Jos) Pirkner aus dem Jahr 1970.

Die
Glasmalereien in den Fenstern der Seitenschiffe stammen fast alle aus
der Münchner Hofglasmalerei von Franz Xaver Zettler und wurden zwischen
1881 und 1897 eingebaut. Dargestellt sind die Stifterfamilien (Hölzl,
Kranz, Carli, Bödendler, Mayr, Oberkircher, Rohracher) sowie vorwiegend
Heiligenbilder, aber auch die Heiligen Drei Könige und eine Landschaft
mit Schloss Bruck.

Der rechte Seitenaltar, der sogenannte „Kreuzaltar“, wurde 1774 von der damaligen „Todesangstbruderschaft“ gestiftet und von Johann Mussack dem Jüngeren aus Marmor errichtet; anstelle
eines Altarblatts befindet sich dort ein spätgotisches Holzkruzifix (um
1500), das Hans Klocker (ca. 1460–1500) zugeschrieben wird. Im
unteren Bereich – wie alle Statuen dieses Altars in glänzendem Weiß
gehalten – befindet sich die spätbarocke Figurengruppe mit Maria,
Johannes und Maria Magdalena (1775), ein Werk des einheimischen
Bildhauers Johann Paterer; am
Retabel ist ein Flachrelief mit der Darstellung der „Opferung Isaaks“
(1776) angebracht, flankiert von den Statuen des Mose (Gesetzestafeln)
und des Aaron (Brot und Räuchergefäß).

Aus der neugotischen Ausstattung blieben bei der Restaurierung von 1968
folgende Stücke erhalten: die Kanzel – ein qualitativ hochwertiges Werk
von 1859, geschaffen von einheimischen Künstlern (Entwurf: Architekt
Dominikus Stadler; Ausführung: Josef Stauder; Relief mit den
Evangelisten: Matthias Oberegger; Figuren der Heiligen Petrus und
Paulus, der vier Kirchenväter sowie des gekrönten Guten Hirten auf dem
Schalldeckel: Karl Fuetsch) – sowie das Taufbecken im rechten
Seitenschiff aus der Zeit um 1860.

Der Innsbrucker Bildhauer Christoph Geiger schuf um 1510 das Grabmal
für den Gründer des ersten Leihhauses der Grafschaft Lienz, Michael
Freiherr von Wolkenstein-Rodenegg († 1523), und dessen Gemahlin Barbara
von Thun († 1509); dieses Werk weist jedoch bereits Einflüsse der
Renaissance auf. Ursprünglich befand sie sich im Mittelschiff; dort
wurde bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1968 die lange von
Legenden umwobene Gruft der Wolkensteiner lokalisiert und geöffnet.


Der
linke Altar, der sogenannte „Marien-“ oder „Rosenkranzaltar“, wurde
1829/30 von den aus Vorarlberg stammenden Brüdern Josef Simon und Josef
Anton Moosbrugger im Stil des Klassizismus geschaffen; sie orientierten
sich dabei bewusst am Aufbau des rechten Seitenaltars und integrierten
die Statuen von König David (Harfe) und dem Propheten Jeremia (?), die
von Gottlieb Klotz aus Imst in glänzendem Weiß ausgeführt wurden. Die
beiden Gemälde – „Die Geburt Christi“ sowie das Altarbild „Papst Pius
V. vor Maria mit dem Kind“ – stammen aus einer früheren Zeit (um 1770)
und sind Werke von Johann Mitterwurzer (1714–1788). Papst Pius, der dem Dominikanerorden angehörte, ist der Begründer des Rosenkranzfestes. Die Statue der „Rosenkranzmadonna“ (1912) stammt von Josef Bachlechner dem Älteren (1871–1923).

Dem letzten regierenden Fürsten aus dem Haus Görz-Tirol, Graf Leonhard
(gestorben am 12. April 1500), widmete Maximilian I. ein prächtiges
Grabmal, das 1506/07 von dem Innsbrucker Bildhauer Christof Geiger (†
1530/35) geschaffen wurde. Das noch nach spätgotischen Formprinzipien
ausgeführte Werk zählt zu den bedeutendsten Grabdenkmälern Tirols.
Der Innsbrucker Bildhauer Christoph Geiger schuf aus dunkelrotem Marmor
die Grabplatte für den letzten Görzer Grafen Leonhard († 12. April
1500).


Die Orgel von 1618 ist von Andreas Putz aus Passau, versehen mit der
Statue „König David" und den Reliefs von musizierenden Putti von Adam
Paldauf. An den Flügeln des Orgelkastens „Christi Geburt und „Anbetung
der Könige" sowie die Hll. Rupert und Virgil.

Pfarrkirche St. Andrä

Bezirkskriegerdenkmal - Ein bewusst schmucklos gehaltener Sakralraum
von Clemens Holzmeister aus den Jahren 1924/25. Durch das
Zusammenwirken von Holzmeister mit Albin Egger-Lienz wurde eine der
eindrucksvollsten Kriegergedenkstätten in Österreich geschaffen.
Egger-Lienz hat den Raum 1925 mit einem vierteiligen Gemäldezyklus
ausgestattet: „Sämann und Teufel" (Sämann sät Gutes, Satan Hass und
Zwietracht); „Sturm" (Darstellung des Krieges); „Totenopfer" (Sieger
scheint vorerst der Krieg zu sein) und „Der Auferstandene". Diese
ungewohnte und wenig prunkvolle Darstellung war lange Zeit sehr
umstritten und hatte auch zu einem von Rom verhängten Verbot der
Abhaltung von Gottesdiensten geführt, das erst 1983 aufgehoben wurde.
Hier in der Kapelle ist auch die Grabstätte des Künstlers Albin
Egger-Lienz (†1926). Die Namen der in den beiden Weltkriegen gefallenen
3234 Osttiroler sind in der Kapelle und unter den Arkaden verzeichnet.

Seine heutige neugotische Form erhielt der Turm nach der Umgestaltung
des oberen Teils im Zeitraum 1907/09. Ende 1949 konnte, nach dessen
„Einziehung“ im Zweiten Weltkrieg, wieder ein neues Geläut, bestehend
aus sieben Glocken, angeschafft und geweiht werden. Der Glockenstuhl
der Pfarrkirche St. Andrä ist zweigeschoßig und dreifächrig aufgebaut.
Die Anlage ist elektrifiziert, und alle Glocken sind mit Klöppelfängern
ausgestattet. Das Geläut zählt den größten Osttirols.

Friedhöfe im Norden und Nordwesten der Kirche - Die beiden Friedhöfe
sind durch zwei Kriegerfriedhöfe voneinander getrennt. Hier fanden
bereits viele Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte. Die kunstvollen
Werke an den Gräbern stammen unter anderen von bekannten heimischen
Künstlern wie Virgil Rainer, Hermann Pedit sen., Hans Pontiller und Jos
Pirkner.

Alter Stadtturm mit Stadtmauer am Iselsteg

Liebburg

Florianibrunnen am Hauptplatz Lienz mit St. Antonius-Kirche

Alter Stadtturm mit Stadtmauer am Iselsteg

Spitalsbrücke über die Isel
FACHWERKARTIGE EISENKONSTRUKTION 1897 ERBAUT. SEIT DEM 13. JH. ÜBERBRÜCKTE STELLE.
NAMENSABLEITUNG VOM EHEM. LIENZER BÜRGERSPITAL IN UNMITTELBARER NACHBARSCHAFT.

Liebburg am Hauptplatz Lienz

Florianibrunnen am Hauptplatz Lienz

St. Antonius-Kirche in Lienz

Mariensäule am Johannesplatz

Hauptplatz. Die Gaugrafen, die sich erst später „von Görz" nannten,
rodeten den Talboden zwischen den Flüssen Isel und Drau und legten
gegen Ende des 12. Jahrhunderts ein Burgum an. Die ritterständische
Ansiedlung entsprach dem Umfang nach ungefähr dem heutigen Hauptplatz.
Die lang gezogene Dreiecksform verengt sich nach Osten hin. Die
Westseite des Burgums war besonders gefährdet, weshalb der Zugang, das
sogenannte „Mittertor" nur einen schmalen Durchgang frei ließ. Die
kleine ritterliche Ansiedelung mit ca. 30 Häusern gab den Bewohnern
Sicherheit und Schutz. Regelmäßig wurden Wochenmärkte und wohl auch
Ritterturniere abgehalten. Als „civitas" (Stadt), wird diese Anlage
1242 das erste Mal urkundlich erwähnt. Dieser Platz, früher als
„Unterer Stadtplatz" bezeichnet, ist seither das repräsentative Zentrum
von Lienz.
Liebburg, Hauptplatz Nr. 7 Die Freiherrn von Wolkenstein-Rodenegg,
Inhaber der Herrschaft von Lienz, errichteten in den Jahren 1605 bis
1608 die Liebburg. Im westlichen Anbau, heute als „Fronfeste"
bezeichnet, war die Kapelle untergebracht. Nach dem Brand im Jahre 1609
wurde die Liebburg beim Wiederaufbau um die repräsentativen seitlichen
Türme mit Zwiebelhaube erweitert. Die Wolkensteiner nutzten die
Liebburg zuerst als Wohnsitz, später wurde sie das Verwaltungszentrum
der Herrschaft Lienz und seit dem 19. Jahrhundert Sitz verschiedener
Behörden. Der Ankauf durch die Stadt Lienz erfolgte 1980. Architekt
Dieter Tuscher vollführte den gelungenen Umbau zum Rathaus. Für die
vorbildliche Revitalisierung erhielt die Stadt Lienz im Jahre 1991 die
begehrte EUROPA NOSTRA Auszeichnung. Durchschreitet man das ehemalige
kleine Stadttor nach Süden hin, gelangt man auf den Europaplatz. Zu
sehen sind hier die Fundamente eines Rundturmes vom Beginn des 17.
Jahrhunderts, der den Zugang zur Stadt schützte.

Freigelegter Teil der ehemaligen 2.Stadtmauer v. Lienz, die heute noch
d. Westseite dieses Hauses bildet. Sie wurde erbaut 1311-1320. Hier
schloß sich das Meraner Tor an das 871 abgetragen wurde..

Lienzer Bergbahnen -Osttirodler - Sommerrodelbahn - Hochstein

Pfarrkirche „Zur Heiligen Familie"
- Geplant von den Lienzer Architekten Otto Gruber und Hans Buchrainer.
Langgestreckter Bau mit abgesetzter Rundapsis und Turm über dem
Chorraum. Der Eingangsbereich wurde 1963 von Jos Pirkner gestaltet:
Darstellungen von „Mariae Verkündigung" und der „Flucht der Hl. Familie
nach Ägypten" in einer Verbindung von Treibarbeit und
Mosaikhintergrund.
Die Pfarrkirche ist dem Patrozinium der Heiligen Familie unterstellt.
Unter der „Heiligen Familie“ versteht man Josef, Maria und das
Jesuskind. Das Fest der heiligen Familie findet am Sonntag zwischen 26.
und 31.12. (Weihnachtsoktav) statt.

Wenn wir in die Kirche hineinkommen, durchschreiten wir ein großzügiges
Portal und ein riesiges Mosaikfenster, das Szenen aus dem Leben der
Heiligen Familie und der Heilsgeschichte die Jesus Christus mit uns hat.

Der langgestreckte Kirchenbau als Stahlbetonbau mit einer abgesetzten
Rundapsis hat einen Turm über dem Chorraum. Die Gestaltung der
Hauptportals mit getriebenem Kupfer und Mosaikhintergrund mit den
Darstellungen Mariä Verkündigung und Flucht nach Ägypten schuf der
Bildhauer Jos Pirkner 1963.

Die Pfarrkirche Lienz-Hl. Familie steht in der Südtiroler-Siedlung im
Südwesten der Stadtgemeinde Lienz im Bezirk Lienz im Bundesland Tirol.
Die dem Patrozinium Heilige Familie unterstellte römisch-katholische
Pfarrkirche gehört zum Dekanat Lienz der Diözese Innsbruck. Die Kirche
wurde von 1960 bis 1963 nach den Plänen der Architekten Otto Gruber und
Hans Buchrainer aus Lienz erbaut und 1975 zur Pfarrkirche erhoben. Über
dem Eingang ist ein Glasbetonfenster mit dem Thema der Hl. Familie
von 1962 zu sehen.

An der rechten Vorderwand begegnet uns die seltene Darstellung der
Muttergottes als schwangere Frau. Sie wurde vom Südtiroler Bildhauer
Peter Kostner aus St. Ulrich in Gröden 1995 geschaffen. Diese Madonna
steht im inneren Zusammenhang mit dem darunter liegenden Taufbecken.
Hier fei ern wir, dass der Mensch aus dem Wasser und
dem Hl. Geist der Taufe zum Leben aus Gott, der Quelle des Lebens, neu
geboren wird.
In den Mittelgang zurückgekehrt sehen wir im von oben indirekt
einfallenden Licht den Altarraum mit dem Ambo und dem „Tisch des Herrn"
(Steinmetze: Franz und Robert Fritzer). Jesus Christus stiftet
Gemeinschaft in der Feier der Eucharistie. Er ist für uns durch seine
liebevolle Hingabe seines Lebens im Leiden, im Tod und in der
Auferstehung das Brot des Lebens. Das ewige Licht bezeugt die bleibende
Gegenwart Christi in der im Tabernakel aufbewahrten Hl. Kommunion. Sie
lädt zur inneren Einkehr und zur Anbetung ein.
Peter Kostner fertigte 1995/96 die Skulptur im Presbyterium an:
„Christus und sein Gottesvolk". Dargestellt ist Christus als der Gute
Hirt, der seine Hände für die Familie (links), die Kirchenfamilie
(Mitte) und die Völkerfamilie (rechts) öffnet. Der Gute Hirt wird zu
Ostern durch den Auferstandenen und zu Weihnachten durch die Hl.
Familie ersetzt. Die Beziehung unter den Personen und Gemeinschaften
belebt der Hl. Geist, die Liebe, die Gott in den Herzen der Menschen
entzündet.
Den Tabernakel mit eucharistischen Symbolen schuf Walter Unterweger
1963. Über dem linken Seitenaltar befindet sich eine Hl. Anna Selbtritt
(Jesus, seine Mutter Maria, deren Mutter Anna) vom Virgener Schnitzer
Gottfried Fuetsch (1967).

Die Pläne zum Bau der Kirche stammen von den beiden Lienzer Architekten
Otto Gruber und Hans Buchrainer. Die Kirche wurden in den Jahren
1960-1963 errichtet. Der Bau ist sehr schlicht gehalten. Der
hallenartige Innenraum ist durch Säulen gestützt und mit flacher
Holzdecke versehen. Die Kirche ist nach Osten hin ausgerichtet und
besitzt eine runde Apsis. Der Turm befindet sich über dem Presbyterium.
Durch indirekten Lichteinfall wird der Ort des Allerheiligsten mit
Tageslicht beleuchtet.
Nach alter christlicher Tradition ist die Kirche nach Osten, dem
Aufgang der Sonne ausgerichtet. Dieser erneuert jeden Tag die Hoffnung,
dass Jesus Christus, die Sonne unseres Lebens, jeden Tag für uns
aufgeht, einmal endgültig, wenn er wiederkommt zur Vollendung der Welt.
Wenn Sie in der Kirche wieder zurückgehen erinnert das daran, dass
Jesus Christus der Weg ist. Sein Weg zu Gerechtigkeit und Friede, zum
Anbruch des Reiches Gottes war am Ende seines irdischen Lebens der
Kreuzweg. Diesen hat an der Südwand Walter Unterweger
(Lienz/Klagenfurt) in Etappen von 1962-1996 geschaffen.

Der Innenraum ist eine große Halle mit fensterartigen Schlitzen an der
Nordseite, flacher Holzdecke, die linke Seite von Säulen gestützt und
eingezogenem Chor mit starkem Lichteinfall von oben. Der Hauptaltar besteht aus Granit und wurde 1994 um
eucharistische Symbole an der Vorderseite ergänzt. Reliefgruppe
„Christus und sein Gottesvolk" von Peter Kostner (St. Ulrich im
Grödental) von 1995 bis 1998. Am Seitenaltar die Figurengruppe „St.
Anna Selbdritt" von Gottfried Fuetsch (Virgen) von 1967. An der rechten
Chorbogenwand eine Marienplastik von Peter Kostner von 1995. Der
Kreuzweg stammt von Walter Unterweger, 1976 fertig gestellt, 1994
überabeitet und mit gemaltem Hintergrund versehen.
Das Kircheninnere zeigt eine Halle unter einer flachen Holzdecke mit
einer starken Lichtführung in den eingezogenen Chor. Die
Betonglasfenster von Jos Pirkner zeigen über dem Eingang die Heilige
Familie und in der Taufkapelle den Gnadenstrom. An der Südseite
befindet sich als Wandmalerei ein monumentaler Kreuzweg mit
ineinandergreifenden Stationen von Walter Unterweger 1976.
Monumentale Wandmalerei und figurales Kreuzwegband von Walter Unterweger an der Langhauslängswand

Zwergergasse in Lienz

Florianibrunnen vor der Liebburg am Hauptplatz Lienz

Liebburg am Hauptplatz Lienz

Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag,
kann sich gerne dieses Video antun: