Basilika Rankweil

Liebfrauenbergkirche, August 2017

Die Basilika Rankweil (offizieller Name Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau Mariä Heimsuchung und Loretokapelle, inoffiziell auch Liebfrauenbergkirche) ist eine römisch-katholische Basilika in der Marktgemeinde Rankweil im österreichischen Bundesland Vorarlberg auf dem mittig im Ort aufsteigenden Liebfrauenberg.

 Basilika Rankweil, August 2017

Sie befindet sich in einer Höhe von 502 Metern (etwa 45 m über dem Ortskern), was ihre markante Stellung im Ortsbild bewirkt. Die zum Bistum Feldkirch gehörende Kirche stammt aus dem 15./17. Jahrhundert und wurde im Jahre 1985 zur Basilica minor erhoben.

 Basilika Rankweil, August 2017 Basilika Rankweil, August 2017

Von der ehemaligen Burg der Grafen von Montfort sind keine Reste mehr vorhanden. Ab dem Jahre 1470 wurde eine bereits vorhandene Wehrkirche erneuert und vergrößert. Vorgelagert im Osten ist ein Kirchhof mit Wehrmauern mit überdachten Wehrgängen mit Schießfenstern und Schießschartenreihe auf der Mauerkrone mit über die Mauerflucht vorstehendem Torturm.

 Basilika Rankweil, August 2017

Wehrgang mit Aussicht

 Basilika Rankweil, August 2017

Aussicht von der Basilika Rankweil

 Basilika Rankweil, August 2017

Aussicht von der Basilika Rankweil

 Basilika Rankweil, August 2017

Aussicht von der Basilika Rankweil

 Basilika Rankweil, August 2017

Beinahe alle Stilepochen haben Spuren in der Architektur hinterlassen und zum markanten Erscheinungsbild geführt. Die letzte Restaurierung fand von 1980 bis 1986 statt. Im Zentrum der Wallfahrt stand ursprünglich das Silberne oder Wundertätige Kreuz. Es ist ein romanischer Holzkern, von einem unbekannten Künstler im 12. Jh. aus Pisa/Italien geschaffen und 1233 hierher gebracht. Im Innern des Holzkreuzes befindet sich ein Partikel des  Kreuzes Christi. Im 18. Jh. bekam das Kreuz eine Silberhülle, auf der die Reliefs des Holzkreuzes barock gestaltet und in Silber getrieben zu sehen sind. Die Botschaft des Kreuzes wird durch den Engelkranz verstärkt. Flankiert wird das Kreuz von den barocken Figuren des Priesters Zacharias (rechts) und des Königs David (links). Unter dem Kreuz befindet sich in einer Nische das Vesperbild „Die Sieben Schmerzen Mariens“ (1600).

 Basilika Rankweil, August 2017

Der Künstler aus Leudersdorf/Eifel gestaltete Tabernakel, Ambo, Altar und Engelkranz (1984-1986). Der Tabernakel stellt den Brennenden Dornbusch dar. Am Ambo wird an die Rettung Israels und an die Geburt Jesu erinnert. An den vier Seiten des Altars werden Geschichten erzählt, in denen Jesus Menschen begegnet: „Jesus und die Kinder“, „Der Auferstandene und Thomas“, „Heilung einer kranken Frau“ und „Der Auferstandene am See“.

 Basilika Rankweil, August 2017

Die Orgel der Liebfrauenkirche von Alois Schönach aus dem Jahre 1873 wurde im Jahre 1961 umgebaut. Die jetzige Orgel von 1985 stammt aus der Werkstatt von Martin Pflüger (Feldkirch/Gisingen). 2007 wurde eine Überholung durchgeführt. Das Instrument hat 24 Register und zwei Vorabzüge auf zwei Manualwerken und Pedal.

 Basilika Rankweil, August 2017

Die zeitgenössische Gestaltung der drei großen Kirchenfenster verdanken wir dem US-amerikanischen Künstler David Reed (2017). Die einfach wirkenden Farben erzählen gemeinsam mit dem Marienfenster vor der Gnadenkapelle in abstrakter Weise von der über 1200-jährigen Kirchengeschichte der Basilika.

 Basilika Rankweil, August 2017 Basilika Rankweil, August 2017

In den Jahren 1657 bis 1658 wurde durch Baumeister Michael Beer eine Loretokapelle (auch Gnadenkapelle und Beichtkapelle) als Seitenschiff errichtet. Die Gnadenkapelle wurde im Jahre 1757 umgebaut. Das Gnadenbild, eine geschnitzte Figur der Maria mit Kind, ist vom Bildhauer Johannes Rueland aus dem Jahre 1470 und seit dem Umbau der Kapelle 1757 von einem vergoldeten Rokokoaltar umgeben.

 Basilika Rankweil, August 2017

Die Gnadenkapelle: Das Seitenschiff wurde als Erweiterungsbau 1657 von dem bekannten Bregenzerwälder Barockbaumeister Michael Beer an die Nordseite angefügt. Als Vorbild diente das Heilige Haus in Loreto bei Ancona/Italien. Im Mittelpunkt des Altares steht das Gnadenbild Unserer Lieben Frau. Es ist ein Frühwerk des spätgotischen Bildhauers Hans Rueland aus dem Allgäu (ca.1460). Der Rokokoaltar (1757) des Rankweiler Bildhauers Josef Spalt zeigt links Maria als Kind mit ihren Eltern Joachim und Anna und rechts die Vermählung Mariens mit Josef. Die Wände sind mit Mosaiken geschmückt (1947). Vor der Gnadenkapelle hängt das Kümmerniskreuz (12. Jh.). Links davon sind verschiedene Votivtafeln von Pilgern (17. bis 19. Jh.) zu sehen.

Basilika Rankweil, August 2017 Basilika Rankweil, August 2017

Ein Schmiedeeisengitter ist vom Kunstschlosser Franz Martin Huber aus dem Jahre 1776 und wurde 1778 eingebaut.

  Basilika Rankweil, August 2017

Die Orgel wurde 1985 von Martin Pflüger aus Feldkirch/Gisingen gebaut. Die Stuckatur an den Decken stammt aus dem Jahre 1678.

 Basilika Rankweil, August 2017

Die Fridolinszelle beherbergt den Stein, auf dem  der Heilige nach seinem ersten Auftritt vor dem Gaugericht in Rankweil im 6. Jh. gekniet und gebetet haben soll. Nach einer Legende zeigen die Vertiefungen seine Arm- und Knieabdrücke. 2012 fand die letzte Renovierung statt.

Fridolin-Stein-Kapelle: Beim ostseitigen Kirchenaufgang wurde in einem gewölbten Raum unter der Sakristei im Jahre 1690 eine Kapelle errichtet, mit einer Figur Hl. Fridolin aus dem 20. Jahrhundert. Die Kapelle beinhaltet einen Quarzmarmorstein, in welchen angeblich der Hl. Fridolin bei einem Gebet mit seinen Knien eingesunken ist, und dabei eine Eindruckstelle entstanden sein soll. Der Stein zeigt auch Gebrauchsspuren, weil durch die Jahrhunderte dort viele Gläubige im Gebet knieten.

 Basilika Rankweil, August 2017

 Basilika Rankweil, August 2017

Rankweil und seine Basilika: Für den 50 Meter hoch aufragenden Liebfrauenberg sind die ersten Spuren einer Besiedelung etwa 1800 Jahre v. Chr. nachgewiesen. Rankweil hat als Wallfahrtsort eine besondere Ausstrahlung. Zunächst stand die Verehrung des Silbernen oder Wundertätigen Kreuzes im Mittelpunkt. Im 14. Jh. wandelte sich die Basilika mehr zu einem Marienwallfahrtsort. Zwölf Pfarrkirchen der Umgebung nennen diese Kirche ihre Mutterkirche.

 Basilika Rankweil, August 2017

Die Wehrkirche: Am 31. Jänner 1445 zogen 4000 Krieger aus der Schweiz über den Rhein, plünderten und verbrannten Altenstadt und Rankweil, so auch die Kirche auf dem Liebfrauenberg. Mit dem runden Festungsturm und dem Wehrgang und Torturm wurde die neue Kirche zu einer Wehrkirche. Der kleine Innenhof diente als Zufluchtsort für die Bevölkerung. Das kleine Fenster über dem Tor gehört zur ehemaligen Nachtwächterstube, die bis 1970 besetzt war. Das Wappen von Papst Johannes Paul II. über dem Torturm erinnert an die Basilikaerhebung im Jahre 1985.

 Basilika Rankweil, August 2017

Basilika Rankweil bei Nacht

 Basilika Rankweil, August 2017