Ravenna

die Mosaikhauptstadt in Emilia-Romagna, Juni 2026

Ravenna ist eine Stadt in Italien mit über 150.000 Einwohnern und liegt in der Region Emilia-Romagna. Von 402 bis 476 war die Stadt Hauptresidenz der weströmischen Kaiser. In den folgenden Jahrzehnten residierten hier auch Odoaker, Theoderich der Große und dessen Nachfolger. Die Stadt ist berühmt für ihre frühchristlichen Kirchen, Taufkapellen, Mausoleen sowie Mosaiken und deshalb ein wichtiges Zentrum für den Kulturtourismus in Italien.

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Basilica di Sant'Apollinare in Classe ist eine imposante frühchristliche Kirche mit Innenbereich aus Marmor und mit aufwendigen, farbenfrohen Mosaiken. Die Außenmauern der Kirche sind schlicht und bestehen aus einer Anordnung von schmalen roten Ziegelsteinen (48 × 4 cm) auf weißem Kalkbett (4 cm), was die Kirche je nach Lichtverhältnissen heller oder dunkler erscheinen lässt. Der in Lombardischen Stilformen über einem runden Grundriss konstruierte mehrgeschossige Glockenturm mit zwei- und dreibogigen Fenster- und Schallöffnungen stammt aus dem 11. oder 12. Jahrhundert. Etwas südlich vom Stadtzentrum gelegen ist die Basilika einfach mit Buslinie 4 um EUR 1,20 erreichbar.

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Sant’Apollinare in Classe gilt mit ihren drei Schiffen ohne Matronea als die imposanteste Basilika der frühchristlichen Zeit. Sie wurde über dem Grab des heiligen Apollinaris, Märtyrers, Schutzpatrons und „Vaters“ des christlichen Ravenna, errichtet und im Jahr 549 n. Chr. geweiht. Die Ikonographie der Dekoration ist innovativ und originell: Erstmals ersetzt die Darstellung Christi in Majestät die Repräsentation des Heiligen, dem die Kirche geweiht ist. Erzbischof Maximianus wollte diese Kirche erhaben gestalten, da sie die Gebeine des Stadtpatrons barg. Darüber hinaus wird die göttliche Natur Christi im Thema der Verklärung betont, dargestellt in der Apsismuschel mit der Hand Gottes, die zwischen den Wolken erscheint, den Figuren von Mose und Elias sowie drei Schafen, die die Apostel Petrus, Jakobus und Johannes symbolisieren. Im Zentrum der Apsis blickt ein mit Edelsteinen besetztes Kreuz auf das Kirchenschiff. Im unteren Teil der Apsis ist Apollinaris mit seinen Anhängern – den zwölf Lämmern – in einer Landschaft mit Felsen, Blumen und Bäumen dargestellt. Die Mosaiken im Triumphbogen sind, der typisch byzantinischen Bauweise entsprechend, in fünf Abschnitte unterteilt und stammen, mit verschiedenen Anpassungen, aus dem 6. bis 12. Jahrhundert.

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Sant’Apollinare in Classe ist eine dem hl. Apollinaris geweihte Kirche in Classe, einer südlich des Hauptortes gelegenen Fraktion von Ravenna. Die Kirche aus dem zweiten Viertel des 6. Jahrhunderts, am Übergang von der Spätantike zur Vorromanik, folgt dem Beispiel der in der Zeit der Völkerwanderung noch zahlreich vorhandenen dreischiffigen Basiliken (deutsch ‚Königshallen‘) der römischen Architektur, einer Bauform, die in der Antike aber nicht nur für manche Aula regia (Audienzhalle eines Herrschers) im engeren Sinn, sondern oft auch für Gerichts- oder Markthallen Verwendung gefunden hatte. Berühmt ist sie vor allem – wie die anderen byzantinischen Kirchen Ravennas – durch die Wandmosaike in ihrem Innern. Die erhaltenen Mosaiken Ravennas zeugen vom Einfluss der zeitgleichen frühen byzantinischen Architektur, während der Baukörper etwa der römischen Basilika Santa Sabina ähnelt, die ein Jahrhundert zuvor errichtet wurde.

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Der Bau der Kirche wurde unter Bischof Ursicinus (533–536 amtierend) begonnen; am 9. Mai 549 wurde sie von Bischof Maximian geweiht. Der reiche Bankier Iulianus argentarius finanzierte den Bau. Die Bezeichnung in Classe rührt von der antiken römischen Stadt Civitas Classis am damaligen (später versandeten) Hafen von Ravenna her, der unter Kaiser Augustus zur Verteidigung der gesamten Adria zum zweitgrößten Kriegshafen des Römischen Reichs ausgebaut worden war. Die Stadt wies eine heterogene Bevölkerung mit vielen Zuwanderern aus den östlichen Provinzen des römischen Reiches auf. So kam auch der hl. Apollinaris aus Antiochia gegen Ende des 1. oder Anfang des 2. Jahrhunderts hierher. Er rief die erste christliche Gemeinde in Ravenna ins Leben und wurde ihr erster Bischof. Die Basilika wurde über seinem Grab errichtet. In der Mitte des 9. Jahrhunderts wurden seine Gebeine in die Kirche Sant’Apollinare Nuovo überführt, da diese zentral in Ravenna und nicht in der abgelegeneren Hafengegend lag und so vor Plünderungen leichter zu schützen war.

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Die geostete Apsis ist durch eine breite Treppe zu erreichen; im oder unter dem Altar befand sich ursprünglich das Grab des hl. Apollinaris. Das Mosaik der Apsis zeigt eine Darstellung der Verklärung; es ist die erste Verklärungsdarstellung, in der Christus durch ein Kreuz symbolisiert wird. Die drei Lämmer auf grüner Wiese symbolisieren möglicherweise Petrus und die Apostelbrüder Jakobus und Johannes. Unter dem Kreuz ist eine saftig grüne, blumenübersäte Landschaft mit Schafen und dem Hl. Apollinaris in der Mitte zu sehen. Der Bischof ist mit einem Messgewand und dem Bischofspallium bekleidet; er erhebt im Gebet die Arme in Orantenhaltung zum Himmel. Ihn umgeben zwölf Lämmer, die die Gläubigen darstellen, die ihrem Hirten folgen.

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Die Krypta ist halbkreisförmig und haftet der Apsismauer an. Die zwei Eingänge sind jeweils mit Gittern versehen. Eine Mittelzelle unter dem Hauptaltar birgt einen Sarkophag aus griechischem Marmor, der die Gebeine des hl. Apollinaris enthielt, die jetzt jedoch im Hauptaltar der Basilika Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna ruhen. Leider war der Zugang nur bis zur Seitenkapelle möglich.

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Das Innere (55,58 × 30,30 m) besteht aus drei Schiffen, die durch zwei Reihen von jeweils zwölf Säulen aus gestreiftem griechischem Marmor mit byzantinischen Kapitellen voneinander getrennt sind. Die langgestreckte Kirche ist – wie in der Spätantike üblich – nicht gewölbt, sondern mit hölzernen Dachstühlen gedeckt; die ursprüngliche Kassettendecke ist nicht mehr erhalten. Vom ehemals mosaikgeschmückten Fußboden haben nur Reste überdauert.

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Die Stadt lag ursprünglich unmittelbar an der Adria. Infolge von Verlandung beträgt die Entfernung des Stadtkerns von der Küste heute etwa neun Kilometer. Der Stadthafen (Darsena di città) ist durch den Canale Candiano mit der Küste und dem Seebad Marina di Ravenna verbunden.

Die Il Moro di Venezia III ist eine der legendärsten Yachten im italienischen Segelsport und spielte eine Hauptrolle beim 28. America’s Cup 1992 in San Diego, Kalifornien. Im Auftrag des Unternehmers Raul Gardini und des Schiffsarchitekten Germán Frers, gebaut von der Werft Tencara in Montedison und unter Skipper Paul Cayard, startete sie gemeinsam mit der Compagnia della Vela aus Venedig zum America’s Cup.

Die Il Moro ist eine Yacht der IACC-Klasse mit einer Länge von etwa 24 Metern und einem Gewicht von 20 Tonnen und zeichnet sich durch modernste technische Lösungen aus. Dieses Boot markierte einen historischen Moment für Italien, entfachte die Begeisterung der Fans und machte den Segelsport auch jenen näher, die damit noch nicht vertraut waren. Sie gewann das Finale des Louis Vuitton Cups gegen die starken Neuseeländer von Black Magic und segelte im Finale des America’s Cup gegen die US-Yacht America Cube des Unternehmers Bill Koch. Sie ist ein Symbol für Fortschritt, Innovation und sportlichen Stolz für ganz Italien.

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Das Theoderich-Mausoleum ist das einzige Bauwerk aus der Zeit Theoderichs, das aus riesigen, quadratischen Blöcken istrischen Steins aus der Höhle von Aurisina errichtet wurde. Doch nicht nur das Baumaterial macht das Mausoleum so bemerkenswert: Seine Architektur ist in der römischen, frühbyzantinischen und byzantinischen Geschichte einzigartig und vereint somit auf perfekte Weise unterschiedliche Einflüsse. Das Äußere des Mausoleums mit seinem Zentralplan ist in zwei übereinanderliegende Zehnecksordnungen gegliedert, während das Innere aus einem kreuzförmigen Untergeschoss und einem kreisförmigen Obergeschoss besteht. Theoderich (493–526) ließ es als seine Grabstätte mehr als einen Kilometer außerhalb der Stadt, in der Nähe einer gotischen Nekropole und unweit des Meeres errichten. Nach Justinians Edikt im Jahr 561 n. Chr. wurde der Sarkophag mit seinen sterblichen Überresten aus dem Mausoleum entfernt, und der Ort, an dem sie ruhen, ist unbekannt. Die Struktur des Gebäudes scheint an die architektonische Tradition zweistöckiger Grabmäler und an die römische Kaiserzeit anzuknüpfen, während die Dekorationsmuster auf zeitgenössische ostgotische Kunst verweisen. Die monolithische Kalksteinkuppel wiegt etwa 230 Tonnen, ist rund 1 Meter dick und hat einen Durchmesser von 10,76 Metern. Die Kuppel weist einen langen Spalt auf, der vermutlich durch die Montagearbeiten entstanden ist; darunter befindet sich ein mit einem barbarischen Muster verzierter Rahmen.

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THEODORICH UND DAS MAUSOLEUM
Theoderich wurde um 454 in Pannonien als Sohn Theodemirs, des Königs der Ostgoten, und Ereleuvas geboren und bekannte sich wie sein Vater zum Arianismus. Sein Volk war dem Oströmischen Reich angegliedert und hatte sich zu jener Zeit auf dem Balkan, am rechten Donauufer, angesiedelt. Schon in jungen Jahren wurde er an den byzantinischen Hof Kaiser Leos gesandt und blieb bis zum Tod seines Vaters in Konstantinopel. Nach seiner Rückkehr nach Pannonien bestieg er 474 den Thron. Einige Jahre später ermutigte ihn der byzantinische Kaiser, die von Odoaker, dem König der Heruler, beherrschte italienische Halbinsel zu erobern, um die Goten von den östlichen Grenzen des Reiches zu vertreiben. Er zog mit seinem Volk über die Alpen und erreichte den Isonzo, wo er Odoakers Heer besiegte und weitere bedeutende Siege bei Verona und am Fluss Adda errang. 493, nach einer fast dreijährigen Belagerung, eroberte Theoderich Ravenna und tötete wenige Tage später Odoaker. Er übernahm die Herrschaft über die Goten und Römer und wählte Ravenna zu seiner Hauptstadt. Später erkannte der byzantinische Kaiser Anastasius seine Herrschaft offiziell an.

Theoderichs Regierungszeit dauerte 33 Jahre und war eine Zeit des Friedens und des Wohlstands. Er ließ große öffentliche Bauwerke errichten und förderte Kunst und Kultur. In Ravenna gab er zahlreiche bedeutende bürgerliche und sakrale Gebäude in Auftrag. Neben seinem eigenen imposanten Mausoleum ließ er den Königspalast umbauen und erweitern, die arianische Kathedrale mit Baptisterium, die Pfalzkirche (heute St. Apollinare Nuovo) und eine Reihe weiterer arianischer Gotteshäuser erbauen.

Theoderichs Herrschaft wurde von Historikern und Schriftstellern wie Kassiodor, Ennodius und Jordanes gepriesen. Seine letzten Jahre waren jedoch von einem Hauch des Geheimnisvollen geprägt, was den legendären Charakter italischer und regionaler Mythen sowie einiger deutscher und nordischer Epen mitprägte. Laut Berichten im Anonymus Valesianus (erste Hälfte des 6. Jahrhunderts) und bei Prokopios, einem Historiker am Hofe Kaiser Justinians, starb der König einen mysteriösen und qualvollen Tod. Theoderich schloss Bündnisse mit den wichtigsten germanischen Völkern und geriet wegen eines Edikts Kaiser Justins gegen häretische Kulte, darunter den Arianismus (523), in Konflikt mit Konstantinopel. Nachdem er Albinus, Symmachus und Boethius zum Tode verurteilt hatte, ließ er 526 sogar Papst Johannes I. gefangen nehmen, weil dieser es versäumt hatte, das Edikt gegen den Arianismus am Kaiserhof aufzuheben. Wenige Monate später, im August desselben Jahres, starb Theoderich, nun misstrauisch gegenüber der Loyalität der Latiner, und hinterließ seinem Volk ein gewaltiges Erbe. Sein Grabmal, erbaut um das Jahr 520, befand sich in einem Gebiet, das bereits in römischer Zeit als Begräbnisstätte genutzt worden war, nordöstlich der Stadt zwischen der Lagune und den Mauern aus der Spätantike. Diese Lage war für die Stabilität des Bauwerks nicht besonders förderlich, doch die Wahl dieses Standorts erwies sich als vorteilhaft.

Das imposante Mausoleum aus Aurisina-Stein besteht aus zwei übereinanderliegenden Kammern und war vermutlich ursprünglich von Säulen und Balustraden umgeben. Das Mausoleum ist 15,82 Meter hoch und liegt heute 3,5 Meter unter dem natürlichen Geländeniveau. Die Mauern sind in Opus-quadratum-Technik errichtet; die Steinblöcke sind trocken verlegt und innen mit Metallklammern verbunden. Die untere Kammer ist 5,85 Meter hoch und hat einen zehneckigen Grundriss. Die Eingangstür befindet sich an der Westseite, wo die Öffnungen für die Scharniere noch sichtbar sind. Die übrigen neun Seiten weisen Nischen mit viereckigem Grundriss auf, die von Rundbögen aus ineinandergreifenden Segmentsteinen bekrönt werden. Ein markantes Gesims umgibt die Bögen.

Die Rückwände der Nischen im Norden, Osten und Süden besitzen kleine Schießscharten. Im Inneren ist die untere Kammer kreuzförmig angelegt, eine in der Antike verbreitete Form, die bereits in Ravenna für das Mausoleum der Galla Placidia und die Kapelle des Heiligen Andreas verwendet wurde. Ein elegantes Gesims verläuft auf Kämpferhöhe des Gewölbes, sowohl außen als auch innen. Unterhalb des inneren Gesimses befinden sich an den Ost- und Westflügeln jeweils vier vorspringende Blöcke, die möglicherweise als Lampenfüße dienten. Die beiden Blöcke an der Ostwand sind mit einem Muschelrelief verziert, während die gegenüberliegenden Blöcke unfertig sind. Die Steinblöcke der unteren Ebene sind mit einer Anathyrose versehen, einer umlaufenden Vertiefung, die sowohl ästhetischen Zwecken diente als auch das Verlegen erleichterte.

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Im Zentrum der Kammer befindet sich ein rotes, wannenförmiges Porphyrgefäß aus der späten Kaiserzeit, das vermutlich als Sarkophag für die Gebeine Theoderichs diente und 1913 nach mehreren Umbettungen hierher überführt wurde. Nach der byzantinischen Besetzung Ravennas im Jahr 540 wurde das Mausoleum geschändet. Es ist nicht bekannt, ob der Leichnam des Königs aus dem Grab entfernt oder vorsichtig an einem anderen Ort beigesetzt wurde. Das Gebäude wurde später für verschiedene Zwecke genutzt. Im 9. Jahrhundert erwähnt Andrea Agnello ein Kloster und eine Kirche namens Santa Maria al Mausoleo di Teodorico oder ad Farum.

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Die Rocca Brancaleone ist eine spätmittelalterliche Festung in der Stadt Ravenna, wurde im 15. Jahrhundert von der Republik Venedig errichtet und beherbergt heute einen der Parks der Stadt. Die Festung wurde an der Nordostecke der Stadtmauer von Ravenna errichtet, in der Nähe des Flusses Montone, der damals am nördlichen Stadtrand entlang floss. Im 19. Jahrhundert, während des Baus des Bahnhofs, wurde ein guter Teil der östlichen Stadtmauer abgerissen, um Platz für die Gleise zu schaffen, die so neben der Festung zu liegen kamen.

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Porta della Cittadella
Dieses Tor war der einzige Zugang zur Zitadelle und verfügte über sowohl einen Eingang für Kutschen als auch einen für Fußgänger, jeweils mit einer eigenen Zugbrücke über den Burggraben. Das nach Südwesten zur Stadt ausgerichtete Tor war ursprünglich höher und mit vorspringenden Zinnen mit Kragsteinen und Abflüssen versehen. Hier konnte man den Feind mit festen oder flüssigen Geschossen und durch Beschuss von oben angreifen. Doppeltore an jeder Seite und ein schweres Fallgitter aus Metall zur Zitadelle hin gewährleisteten ihre Undurchdringlichkeit vor Angriffen nicht nur von außen, sondern auch von innen. Ein kleines, eigenständiges befestigtes Gebäude, das Ravelin genannt wurde, befand sich in der Mitte des Grabens und vor der Zitadelle, wo sich heute die Holzbrücke befindet. Das Ravelin diente der Verteidigung des Zugangs zum Tor und war durch Zugbrücken mit dem Außenbereich verbunden. Zwei weitere Zugbrücken sicherten die Haupteingänge der Festung von außerhalb der Mauern und der Zitadelle.

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SÜD-WESTFRONT
Um dem Artilleriebeschuss zu widerstehen, wurden die Türme und Mauern dieser und der anderen Seiten, mit Ausnahme der Ostfront, mit einem Steilhang versehen. Die Festung von Ravenna gilt als Beispiel einer Festung im Übergang, d. h. sie entstand zwischen dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert, als sich der Einsatz von Belagerungswaffen zunehmend verbreitete. Die Notwendigkeit neuer Lösungen zur Anpassung der Militärarchitektur an die wachsende Feuerkraft der Artillerie war ein zentrales Thema. Die Mauern wurden niedriger und dicker, Wälle wurden errichtet und Rundtürme gebaut, da diese die Einschläge der Kugeln besser streuten als Türme mit scharfen, flachen Oberflächen. Vom Fort, dem sogenannten Arx, ist der Torre della Munizione über eine einst aus Wehrgängen und Zinnen auf vorspringenden Gesimsen bestehende Kurtine mit der Porta della Cittadella verbunden. Der Weg führt weiter in Richtung Torrione di Mezzo und hinauf zum Torre dell'Orto, dem imposantesten Turm der gesamten Festung und dem am stärksten der Stadt ausgesetzten. Sechs Bombardierungsstände außerhalb der Zitadellenmauern und fünf Geschützstände ermöglichten es der Artillerie, den Feind zu beschießen.

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Monumento a Indipendenza an der Piazza Anita Garibaldi
Der Platz verdankt seinen Namen dem Denkmal, das am 10. September 1888 in Anwesenheit von König Umberto I. eingeweiht wurde. Es ist Anita Ribeira de’ Silva di Merinos gewidmet, „Ehefrau und Gefährtin in Ruhm und Leid von Giuseppe Garibaldi“ sowie „den Einwohnern Ravennas, die am Galgen, im Gefängnis, im Krieg und im Exil starben“. Die Ausführung des Werkes wurde dem Florentiner Cesare Zocchi anvertraut. Die vier Löwen des Denkmals symbolisieren die entscheidenden Jahre des Risorgimento: 1831, 1848, 1859 und 1870. Die weibliche Figur, in Gestalt der Göttin Athene, die einem gefallenen Soldaten einen Lorbeerkranz überreicht, repräsentiert die Stadt Ravenna. Die bronzenen Basreliefs stellen stattdessen zwei Momente in Anitas Leben dar: die Furt des Flusses Canavas und ihren Tod durch Malaria, der sich am 4. August 1848 auf der Farm Guiccioli nördlich von Ravenna ereignete.

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Baptisterium der Arianer (Battistero degli Ariani)
Vom ostgotischen Herrscher Theoderich in Auftrag gegebenes 8-eckiges Bauwerk, heute 2 m unter dem Bodenniveau. Die Eintrittsgebühr von EUR 3,- (nicht im Kombiticket inkludiert!) sind am Automaten (rechts im Bild) zu bezahlen. Ob bar oder mit Karte ist egal, denn beides funktioniert mehr ganz schlecht als schlecht - Karte wird abgelehnt, Bargeld kommt retour - und zuvor ist bereits das UI zur Kaufauswahl derart schwachsinnig gestaltet, dass es ohne Hilfe der Mitarbeiterin vor Ort (offenbar ohne Kassiererlaubnis) gar nicht schaffbar ist.

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Aus der Spätantike ist kein anderes Baptisterium erhalten geblieben, das dem arianischen Glauben gewidmet war und dessen Mosaiken die Unterschiede zum orthodoxen Glauben so deutlich zum Ausdruck bringen. Es war vermutlich das erste religiöse Bauwerk, das Theoderich nach der Eroberung Ravennas im Jahr 493 n. Chr. errichten ließ, und stammt wahrscheinlich aus dem späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert. Das Baptisterium bezeugt Theoderichs Willen, arianische Kultstätten für sich und sein Volk zu schaffen. Das achteckige Backsteingebäude mit vier kleinen äußeren Apsiden ist etwa 2,5 Meter tief in den Boden eingesunken. Im Inneren umschließt die scheinbar schlichte und schmucklose Fassade ein Mosaik mit der Taufe Christi in der Kuppel. Das zentrale Medaillon ist von einem Ring umgeben, der den Auszug der zwölf weiß gekleideten Apostel und den Thron mit dem juwelenbesetzten Kreuz im Wechsel mit Palmenzweigen darstellt. Zu beiden Seiten des Thrones führen die Heiligen Petrus und Paulus die Prozession an, einen Schlüssel und die Pergamentrolle mit dem Wort Gottes haltend; die übrigen zehn Apostel halten eine Krone. Die einstigen Marmor-, Stuck- oder Mosaikverzierungen, die heute vollständig verloren sind, sollten sich, wie im älteren orthodoxen Baptisterium, das als ursprüngliche Inspirationsquelle für den Bau diente, entlang der Wände fortsetzen.

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Monumento a Giuseppe Garibaldi am Piazza Giuseppe Garibaldi
Eingebettet im Herzen von Ravenna, Italien, steht das Monumento A Giuseppe Garibaldi als stolzes Symbol der italienischen Einigung und der unverzichtbaren Rolle der Stadt bei der Schaffung der modernen Nation. Giuseppe Garibaldi (1807–1882), verehrt als Held des Risorgimento – der Bewegung des 19. Jahrhunderts, die Italien einte – hinterließ ein tiefgreifendes Erbe, das von Mut, Opferbereitschaft und unerschütterlichem Engagement für die Freiheit geprägt war. Seine dramatische Flucht durch Ravenna im Sommer 1849, bekannt als die „Trafila Garibaldina“, ist eine Schlüsselphase, die die Stadt untrennbar mit seiner Geschichte und der breiteren Erzählung von der italienischen Einigung verbindet. Heute können Besucher des Monumento A Giuseppe Garibaldi nicht nur ein bemerkenswertes Werk der italienischen Skulptur des späten 19. Jahrhunderts erleben, sondern auch einen tief symbolischen Ort, der die Kämpfe und Triumphe einer Nation im Entstehen gedenkt.

Der aufwendig aus leuchtendem Carrara-Marmor gefertigte und von einer imposanten Statue von Giulio Franchi im Jahr 1892 gekrönte Monument zeigt komplizierte Flachreliefs, die entscheidende Momente aus Garibaldis militärischem und persönlichem Leben darstellen. Das Monument befindet sich auf der Piazza Giuseppe Garibaldi, neben dem historischen Teatro Alighieri, und ist für die Öffentlichkeit rund um die Uhr kostenlos zugänglich, und lädt sowohl Gelegenheitsbesucher als auch Geschichtsfans ein, sich in einem öffentlichen städtischen Umfeld mit Italiens Vergangenheit zu beschäftigen. Die Umgebung ist reich an kulturellen Wahrzeichen, darunter das Museum des Risorgimento und andere historische Stätten, die mit Garibaldis Durchreise durch Ravenna verbunden sind, was es zu einem Brennpunkt für die Erforschung der italienischen nationalen Identität und des Erbes macht.

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Das traditionelle Theater Dante Alighieri (Teatro Dante Alighieri) ist das bedeutendste Theater in Ravenna. Es befindet sich in der Altstadt, in der Via Mariani 2.

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Dies ist der Säulenganggarten 'Giardino Rinaldo da Concorezzo', benannt nach Rinaldo da Concorezzo, der Anfang der 1930er Jahre angelegt wurde und mit der nahegelegenen Casa Oriani (ehemals Casa Rizzetti), der heutigen Bibliothek Oriani, verbunden ist. Im Garten befinden sich mehrere originale römische und frühchristliche Sarkophage, die die Feierlichkeit und Bedeutung dieses städtischen Raumes unterstreichen. Der Garten ist bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt, da er sich im Zentrum der „Dante-Zone“, besser bekannt als Zone der Stille, befindet – zwischen der Kirche San Francesco, dem Quadrarco di Braccioforte, der Bibliothek Oriani, der Piazza San Francesco und dem nahegelegenen Haus und Grab Dantes.

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Das Dante-Grabmal (Tomba di Dante) ist eine Gedenkstätte in der architektonischen Gestalt eines Tempelchens, das den Sarkophag mit den Überresten der mutmaßlichen Gebeine des Dichters Dante Alighieri enthält. Es steht an der Außenmauer des Kreuzgangs der ehemaligen Klosterkirche San Francesco in der Stadt Ravenna in Italien. Wenige Jahre vor seinem Tod war Dante nach Ravenna geflohen, wo er von Guido Novello da Polenta aufgenommen worden war. In seinem ravennatischen Asyl vollendete der Dichter seine Göttliche Komödie (ital. Divina Commedia), bevor er dort am 13. September 1321 verstarb.

Dantes Grabmal wurde 1780 vom Architekten Camillo Morigia aus Ravenna im Auftrag des Kardinalslegats Luigi Valenti Gonzaga erbaut, dessen Wappen sich über dem Eingang befindet. Im Inneren befindet sich ein Sarkophag mit Dantes Gebeinen. Die lateinische Inschrift an der Vorderseite wurde 1327 von dem Dichter Bernardo Canaccio verfasst. Das Flachrelief von Dante über dem Sarkophag wurde 1483 von Pietro Lombardo geschaffen. 1519, als Papst Leo X. die Überführung der Gebeine des Dichters nach Florenz genehmigte, entwendeten die Mönche des nahegelegenen Franziskanerklosters diese und hielten sie jahrhundertelang versteckt. Sie wurden 1865 zufällig wiederentdeckt und in den Sarkophag gelegt, wo sie sich noch heute befinden. Der bronzene und silberne Kranz am Fuß des Sarkophags wurde 1921 zum Gedenken an den 600. Todestag des Dichters gestiftet; rechts davon befindet sich die kunstvoll gestaltete Votivampulle des Triestiner Bildhauers Giovanni Mayer, die 1908 von der Stadt Triest gestiftet wurde. Die Lampe, die von der Gewölbedecke hängt, brennt mit Olivenöl aus den toskanischen Hügeln, das jedes Jahr im September von der Stadt Florenz gespendet wird.

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Die zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert errichtete Basilica di San Francesco steht an der Stelle eines älteren Sakralbaus aus dem 5. Jahrhundert, der auf Wunsch des Bischofs Neone (Basilica Apostolorum) erbaut wurde. Seit 1261 ist sie dem Heiligen Franz von Assisi geweiht. 1321 fand hier die Beisetzung Dante Alighieris statt, und noch heute gehört sie zum sogenannten „dantesken Viertel“ der Stadt. Die Kirche wurde mehrmals innen und außen restauriert, zuletzt 1793 unter der Leitung von Pietro Zumaglini. Die unterirdische Krypta ist das, was von der mittelalterlichen Basilika erhalten geblieben ist.

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Die Basilika hl. Franz von Assisi
Im 5. Jh. von Bischof Neon erbaut. Ursprünglich dem Apostel Petrus geweiht, hat sie nach 1261 den Namen S. Francesco angenommen, als sie dem Orden der Franziskaner-Konventualen anvertraut wurde. Dem Gebäude, das mehrmals, und zwar im 10., 11., 16. und 18. Jahrhundert, restauriert wurde, war das ursprüngliche Aussehen 1921 wierdergegeben. anläßlich des 600-jährigen Todesjahres von Dante Alighieri, der hier am 15. September 1321 begraben wurde. Der dreischiffige Innenraum wird durch 2 Reihen von je 12 Säulen aus griechischem Marmor unterteilt. Der ursprüngliche Fußboden befindet sich ca. 4 m unter dem jetzigen, aufgrund der natürlichen Bodenabsenkung. In der Krypta unter dem Hauptaltar kann man Spuren davon sehen. Bereits im 11. Jh. - aufgrund der Senkung - wurde das Gebäude ununterbrochen vom Grundwasser überflutet. Es wurde fast ganz wieder aufgebaut, und zwar 2 m höher als ursprünglich. Auch in den folgenden Jahrhunderten wiederholte sich dieses Phänomen kontinuierlich, so daß gegen Ende des 15. Jh. sowohl der Fußboden als auch die Säulenbasen (außer den letzten beiden an der Apsis) um 1,70 m angehoben wurden und so die heutige Höhe erreichten. Dieser letzte Eingriff hat jedoch einen negativen Einfluß auf die Proportionen, auch wenn er dazu beigetragen hat, das Problem der Senkung wenigstens zeitweise zu lösen.

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Unter dem Fußboden des Presbyteriums ist die Grabstätte des Bischofs Neon entdeckt worden. Während der Ausgrabungsarbeiten im Jahr 1879 wurde die alte Chorpartie mit dem ursprünglichen Mosaikfußboden freigelegt, dessen Niveau mehr als 3,50 Meter tief und damit unterhalb des Grundwasserpegels liegt. Wie alle anderen antiken Gebäude Ravennas war auch das ursprüngliche Kirchengebäude im Laufe der Jahrhunderte im relativ weichen Untergrund abgesunken. Das freigelegte, von Säulen getragene Gewölbe der Chorpartie, in dem das Grundwasser steht, kann auf Knopfdruck innen beleuchtet und dann von außen durch Maueröffnungen hindurch besichtigt werden.

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Kapelle 'dell'Immacolata' (der Unbefleckten Jungfrau Maria)
1525 erbaut. Der Frontbogen, die Säulen, die Kapitelle und die Friese - aus istrischem Gestein - sind Werke des Venezianers Tullio Lombardo (1455-1532), des Schöpfers der Statue des Guidarello, die ursprünglich in dieser Kapelle ihren Platz fand, 1650 dann ins Quadrarco di Braccioforte überführt wurde und schließlici 1827 in die neu gegründete Kunstakademie kam. Der Altar und das Antependium - aus polychromen Marmorgesteinen sind Werke des Ravennaten Domenico Toschini, der sie am 10. Mai 1754 vollendete. Die Statue der Unbefleckten Jungfrau Maria, am 16. Juli 1788 festlich geweiht, ist ein Werk des Bildhauers Antonio Trentanove (Rimini 1739 - Ferrara 1812).

Im Jahr 2018 wurde im Seitenaltar eine lebensgroße, betont realistisch gestaltete Statue des heiliggesprochenen Franziskaner-Paters Maximilian Kolbe († 1941 in Auschwitz) aufgestellt.

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Kapelle des S. Rocco
1532 erbaut. Der Giebel - aus istrischem Gestein - ist ein Werk des Bernardino Saluteri von Como, nach einer Zeichnung des Mailänders Filippo Mariani. Die Kuppel- und, Wandfresken von denen nur einige Spuren übriggeblieben sind, sind Werke des Ravennaten Andrea Barbiani, 175 ausgeführt. Das Gemälde im Zentrum (Öl auf Leinwand), ein Werk des Gaspare da Imola aus dem Jahr 1531, stellt die Madonna mit dem Jesuskind dar, mit S. Francesco d'Assisi, S. Rocco, S. Sebastiano und mit der Stifterin Camilla del Corno, im Profil zu sehen. Der Altar, hierhin aus der 1921 abgerissenen Kapelle Fantuzzi überführt, geht auf die erste Hälfte des 17. Jh. zurück.

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Bei den Ausgrabungsarbeiten wurden ein Marmorsarkophag und wertvoller antiker Goldschmuck gefunden. Der Goldschmuck, der anschließend im Nationalmuseum von Ravenna ausgestellt worden war, wurde dort zusammen mit dem goldverzierten sogenannten „Panzer Theoderichs“, der bei Ausgrabungen im Umfeld des Grabmals Theoderichs gefunden war, entwendet und ist seither verschwunden. Es gilt als sicher, dass in der Basilika San Francesco die Begräbnisfeierlichkeiten für Dante Alighieri stattgefunden haben, dessen Grabmal sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet.

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Die Kirche San Romualdo (1629-1637) in lateinischer Kreuzform mit drei Kapellen pro Seite wurde nach den Plänen von Luca Danesi (1658–1672) für das nahegelegene Kloster der Kamaldulenser-Mönche aus Classe erbaut. Sie entstand anstelle der Kirche San Bartolomeo in Turricola und wurde dem Heiligen Romualdo, dem Gründer der Einsiedelei von Camaldoli, geweiht. Aufgrund der napoleonischen Requisitionen wurde sie nicht mehr für religiöse Zwecke genutzt. Heute dient sie den Orchestern der Stadt als Probenort.

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Kirche San Romualdo (1632)
Nach der Schlacht von Ravenna zogen die Kamaldulenser-Mönche von der Basilika Sant’Apollinare in Classe in die Stadt, wo eine neue Abtei und eine kleine Kirche zu Ehren des Heiligen Romualdo, dem Gründer des Ordens, errichtet wurden. Der Grundstein wurde um 1630 gelegt; der Entwurf stammte vom Ravennaer Architekten Luca Danesi. In der Kirche waren Werke von Künstlern wie Guercino und Giorgio Vasari ausgestellt, von denen viele heute in der Kunstgalerie der Stadt aufbewahrt werden. Nach Napoleons Requisitionen wurde die Kirche ihrer Einrichtung beraubt und in ein Museum umgewandelt, das später als Gedenkstätte für die im Krieg und in Gefangenschaft Gefallenen diente. Nach weiteren Restaurierungen und einer langen Zeit als Museum des Risorgimento ist sie heute ein Konzertsaal für die Orchester der Stadt.

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Die einschiffige Kirche beherbergt einen kunstvollen Altar, der zur Aufbewahrung der Opfergaben des Heiligen Severus errichtet wurde. Er wurde von Camillo Morigia entworfen, die Marmorarbeiten stammen von Giuseppe Toschini und Giuseppe Baroni. Man kann auch Fresken von Giovan Battista Barbiani bewundern, darunter „Die Verzückung des Heiligen Romualdo“ in der Chorlünette und „Die Unbefleckte Empfängnis mit den vier Evangelisten“.

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Die Bibliothek von Ravenna (Biblioteca Classense) hat das handschriftliche und gedruckte Erbe der Stadt zusammengetragen. Nachdem Napoleon 1798 die Ordensgemeinschaften und deren Vermögen aufgelöst hatte, wurde die Classense einige Jahre später zur Stadtbibliothek. Sie übernahm ihren Namen von der Bibliothek der Kamaldulenser-Mönche, die aus der Abtei Classe hierher gebracht worden waren, und bezog auch die Bibliotheksbestände der anderen bedeutenden Ordensgemeinschaften. Zu den wichtigsten Sammlungen gehörten und gehören Kodizes, Inkunabeln, wertvolle Druckausgaben, Autographen, Musikhandschriften, Korrespondenz, Zeichnungen, Holzschnitte, Kupferstiche und Lithografien.

Zu den später erworbenen Sonderbeständen zählen die Sammlung des Architekten Camillo Morigia aus dem 18. Jahrhundert, des Erbauers von Dantes Grabmal, und die „Raccolta Dantesca“, die von dem bibliophilen Verleger Leo Olschki zusammengetragen wurde – die umfassendste Sammlung seltener Ausgaben zu Dantes Werk.

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Vorhalle (1580): Sie wurde von den Kamaldulensermönchen als monumentale Vorhalle für den Speisesaal errichtet. Ein Portal an der Innenwand hinter dem Eingang ist schlicht mit Karyatiden, Quasten und Girlanden aus Früchten und Blumen verziert. Gegenüber befindet sich der imposante Eingang zum Speisesaal mit zwei Becken aus rotem Veroneser Marmor, über denen sich zwei Nischen mit Statuen des Heiligen Benedikt und des Heiligen Romuald, des in Ravenna geborenen Heiligen und Gründers des Kamaldulenserordens, befinden. Die reich mit komplexer religiöser Symbolik verzierten Becken dienten den Mönchen zur rituellen Waschung. Das Portal im spätmanieristischen Stil mit toskanischem Einfluss zeichnet sich durch die imposanten, es tragenden Telamonen aus. Darüber prangt das Wappen der Kamaldulenser mit zwei Tauben, die aus dem eucharistischen Kelch trinken, bekrönt von einem Stern. Direkt darunter befindet sich das Wappen von Pietro Bagnoli (16. Jahrhundert), Abt und Patron des Klosters.

Die Holztür wurde von dem Florentiner Meister Giovanni Vincenzo und dem aus Ancona stammenden Mario Peruzzi gefertigt. Über der linken Tür prangt ein weiteres Emblem der Kamaldulenser; auf der rechten Tür das CLS-Monogramm. Am unteren Rand beider Türen zeigen zwei Tafeln die biblische Geschichte des Propheten Daniel in der Löwengrube.

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Dante-Saal (1580): Der Saal, ursprünglich als Refektorium für die Mönche erbaut, in dem sie gemeinsam aßen und andere wichtige Momente ihres Gemeinschaftslebens begingen, beherbergt hölzerne Stühle von Marco Peruzzi (1580), vor denen die Speisetische standen. Am Eingang diente eine imposante Kanzel aus dem 18. Jahrhundert als Lektorenpult. An der gegenüberliegenden Wand hängt Luca Longhis „Die Hochzeit zu Kana“, an der Decke „Der Traum des Heiligen Romuald“ von Luca und Francesco Longhi. Beide Werke stammen aus dem Jahr 1580. Der Saal diente bis 1798 als Refektorium. Nach verschiedenen Nutzungen etablierte er sich im 20. Jahrhundert als Ort für öffentliche Lesungen der Göttlichen Komödie und Vorträge über den Dichter. Den offiziellen Namen „Dante-Saal“ erhielt er 1920, als Benedetto Croce, damals Bildungsminister, die nationalen Feierlichkeiten zum 600. Todestag Dantes eröffnete. Seitdem ist der Saal von Dante, oder kurz Dante-Saal, regelmäßig Schauplatz der Eröffnungsvorlesung des jährlichen Dante-Festivals (jeweils am zweiten Sonntag im September), der Classensi-Lesungen, renommierter Dante-Konferenzen und zahlreicher weiterer kultureller Veranstaltungen. Er dient außerdem als Repräsentationsbüro der Stadt Ravenna.

Marco Peruzzi, Chorgestühl (um 1580), Holzschnitzerei
Die Wände sind mit Holzchorgestühlen geschmückt, die mit anthropomorphen Figuren verziert sind. Sie stammen aus dem späten 16. Jahrhundert und werden Marco Peruzzi zugeschrieben, wurden aber im 20. Jahrhundert teilweise renoviert.

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Luca Longhi, Die Hochzeit zu Kana (1580), Öl auf Aluminiumplatte, 804 x 520 cm
Das Gemälde wurde von Abt Pietro Bagnoli da Bagnacavallo in Auftrag gegeben, wie die Inschrift unter dem Hals einer der Amphoren im unteren Bereich belegt. Ursprünglich war es in Öl auf eine Wand gemalt, wurde jedoch aus konservatorischen Gründen in den 1970er Jahren abgenommen und auf eine Aluminiumplatte neu montiert. Das Werk erregte bei Zeitgenossen Bewunderung für die Vielfalt der Posen, die Charakterisierung der Figuren und die Komposition der Szene. Es zeigt die Evangeliumsepisode der Verwandlung von Wasser in Wein und bietet zugleich eine Momentaufnahme der damaligen Gesellschaft mit ihren Charakteren, Zeremonien, Bräuchen und Traditionen. Kritiker haben einige Figuren als Porträts von Abt Pietro (dem zweiten sitzenden Apostel in der Gruppe rechts, beginnend mit Christus), dem Historiker Girolamo Rossi (rechts stehend, mit weißer Halskrause und schwarzem Gewand), dem Adligen Pomponio Spreti (dem vierten Apostel rechts), Luca Longhi selbst (der sitzenden Figur mit dem Hut) und seinen Kindern Barbara (der Frau im Vordergrund, die sich dem Betrachter zuwendet) und Francesco (dem dritten Apostel rechts) identifiziert.

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Luca und Francesco Longhi, Der Traum des Heiligen Romuald (1580), Fresko
Zwischen Cherubim, Grotesken und Wappen sticht der Traum des Heiligen Romuald, des Gründervaters des Kamaldulenserordens, im Zentrum hervor. Er ist schlafend nahe Camaldoli dargestellt, wo er der Überlieferung nach den ersten Kern des neuen Mönchsordens gegründet haben soll. Der Überlieferung nach träumte Romuald von einer Himmelsleiter, über der reinblütige Mönche den Himmel erreichten – ein Vorzeichen für das heilige Leben der Kamaldulenser und den ihnen zuteilgewordenen göttlichen Schutz.

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Die alte Klosterbibliothek, heute Aula Magna genannt, wurde von Giuseppe Antonio Soratini entworfen und zwischen 1707 und 1714 im Auftrag von Abt Pietro Canneti erbaut.

Das elegante Vestibül stammt aus den Jahren 1714–1717 und wurde zwischen 1777 und 1778 von Camillo Morigia umgestaltet. In der Aula Magna befinden sich zwei große Globen, ein Erd- und ein Himmelsglobus (1690–1692), ein Werk von Vincenzo Coronelli. Zwischen 1764 und 1782 entwarf Morigia den Saal der Wissenschaften, den Saal der Künste und den Saal der Heiligen Väter. Die letzte Bauphase mit dem Anbau von acht Räumen wurde 1797 abgeschlossen.

Der Zugang erfolgt über eine prachtvolle, barocke Doppeltreppe mit Stuck, Inschriften, Porträts und Statuen. Sie wurde von Canneti in Auftrag gegeben und zwischen 1777 und 1778 von dem in Ravenna geborenen Architekten Camillo Morigia überarbeitet, kurz bevor dieser sich Dantes Grabmal und der Fassade von Santa Maria in Porto widmete. Über dem Portal prangt die Inschrift „In studium non in spectaculum“ (Im Studium nicht im Spektakel).
Dies ist ein gelehrtes Zitat aus Senecas „De tranquilitate animi“ (Über die Seele). Der Dichter und Philosoph prägte den Ausspruch „non in studium sed in spectaculum“ (Nicht im Studium, nicht im Spektakel) in Anspielung auf die Bibliothek von Alexandria, die eher ein Ort der Prachtentfaltung als des Wissens zu sein schien. Die Kamaldulenser-Mönche kehrten die Bedeutung um: Der Raum war zum Studieren da, nicht zur Schau.

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Die Sammlungen und Bibliotheken der Classense-Bibliothek bieten eine große Auswahl an Bänden zu den Naturwissenschaften und der Darstellung der Landschaft. Diese Auswahl zielt darauf ab, die wissenschaftlichen und ikonografischen Aspekte zu vereinen und die zentrale Bedeutung des Bildes hervorzuheben, das zu einem der prägenden Elemente der Entstehung der modernen Naturwissenschaften wurde. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts zirkulierten dank der Entdeckungen der Humanisten und der Entwicklung des Buchdrucks botanische Werke von Klassikern wie Theophrast, Dioskurides und Plinius dem Älteren sowie landwirtschaftliche Abhandlungen der „Scriptores rei rusticae“ und zahlreiche Kräuterbücher – botanische Texte mit Illustrationen. Die Entwicklung der Botanik im 16. Jahrhundert, geprägt durch Feldbeobachtung, ist in den Werken von Leonhart Fuchs, Pietro Andrea Mattioli und Ulisse Adrovandi dokumentiert. Landwirtschaftliche Abhandlungen und die Literatur über das Leben auf dem Land werden durch die Werke von Pietro de’ Crescenzi, Marco Bussato und Bernardino Carroli bis hin zu denen von Filippo Re, dem „Fürsten der Agronomen“, repräsentiert, der den Übergang von der empirischen Praxis zum wissenschaftlichen Experiment markierte.

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Über den beiden Ebenen der Holzregale, über der Galerie, befinden sich Werke von Antonio Martinetti. Wände und Decken sind mit weißem Stuck verziert: Sie rahmen die Porträts berühmter Äbte und Mönche ein und umschließen die Symbole der Akademien vor dem Hintergrund festlicher, flatternder Cherubim. An den vier Enden, an den Ecken der hölzernen Galerie, befinden sich die Statuen der vier wichtigsten Kamaldulenser-Heiligen.

Die Fresken von Francesco Mancini, einem Schüler Carlo Cignanis, wurden zwischen 1711 und 1713 von Abt Canneti in Auftrag gegeben. Das Eingangsportal zeigt die Vereinigung der griechischen und lateinischen Kirche in Anwesenheit von Ambrogio Traversari. Der Kamaldulensermönch, Nachkomme der Familie Traversari, unterstützte die doktrinäre und hierarchische Vereinigung der beiden Kirchen auf dem Konzil von Florenz und fungierte sogar als Dolmetscher, da er Griechisch sprach. Auf der gegenüberliegenden Seite überreicht der Kamaldulensermönch Gratian unter den Augen von Papst Gregor IX. das von ihm neu geordnete Kanonische Buch der Rechtschaffenheit. Schließlich vollendete Mancini 1714 das Deckenfresko: den Triumph der göttlichen Weisheit.

Die Weisheit, vom göttlichen Licht erleuchtet und auf einer von zwei Cherubim getragenen Wolke schwebend, gebietet Theologie, Philosophie und den anderen Wissenschaften, die Mächte des Bösen zu besiegen. Die Ketzerei wird als hässliche alte Frau dargestellt, die ein Buch hält, aus dem Schlangen entspringen; das Schisma als bestienhafter Mann, der sich den Kopf aufzureißen scheint; die Unwissenheit ist blind und trägt eine Augenbinde. Die Mönche waren von diesem Werk begeistert: Sie stellten Mancini nicht nur Essen und alle benötigten Materialien zur Verfügung, sondern zahlten ihm auch 100 Scudi mehr als die vertraglich vereinbarten 500 Scudi. Dies geschah „zur größeren Ehre des heiligen Franziskus“ und „für sein tugendhaftes Werk“.

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Im Frühjahr 2025 öffnete die Aula Magna der Bibliothek von Classe nach einer langen und sorgfältigen Restaurierung wieder ihre Pforten. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts von Abt Pietro Canneti in Auftrag gegeben und ist ein erhabenes Denkmal, das dem Wissen und dem Kamaldulenserorden gewidmet ist und sich der Kultur und ihrer Verbreitung verschrieben hat. Giambattista Canneti (1659–1730), aus Cremones, schlug eine kirchliche Laufbahn ein und nahm den Namen Pietro an. Er wählte das weiße Kamaldulenserhabit. Ab 1704 war er etwa zehn Jahre lang Abt des Klosters Classe. Er erwarb seltene und kostbare Handschriften (darunter den Aristophanes aus dem 10. Jahrhundert), Inkunabeln und eine schier unendliche Anzahl von Werken aus allen Kulturbereichen. Um all diesen Reichtum unterzubringen, gab er den Bau der Bibliothek in Auftrag und beauftragte die talentiertesten Künstler, sowohl Mönche als auch Laien.

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Dom von Ravenna (Cattedrale della Risurrezione di Nostro Signore Gesù Cristo)

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Der Dom von Ravenna oder die Kathedrale der Auferstehung Unseres Herrn Jesus Christus (italienisch Cattedrale della Resurrezione di Nostro Signore Gesù) ist eine römisch-katholische Kirche im westlichen Teil der Altstadt von Ravenna in der Emilia-Romagna, Italien. Die Kathedrale des Erzbistums Ravenna-Cervia dient auch als Pfarrkirche und trägt den Titel einer Basilica minor. Der Vorgängerbau des heutigen Doms, die vom Anfang des 5. Jahrhunderts stammende Basilica Ursiana, wurde im 18. Jahrhundert abgerissen und im barocken und klassizistischen Stil neu errichtet. Der Dom ist seit der Antike Teil des kirchlichen Komplexes mit erzbischöflichem Palast, erzbischöflichem Museum, dem Baptisterium der Kathedrale aus dem 5. Jahrhundert und dem im 10. Jahrhundert begonnenen, runden Campanile.

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Die Metropolitanbasilika in Ravenna wurde 1732 vom Architekten Buonamici an der Stelle der ehemaligen Basilica Ursiana (5. Jahrhundert) erbaut und 1744 von Erzbischof Guiccioli geweiht. Die Basilika hat die Form eines lateinischen Kreuzes. Rechts befindet sich die Kanzel des Heiligen Agnello (6. Jahrhundert). Der Hauptaltar wurde 1760 errichtet. Die vier Gemälde an den Chorwänden stammen aus dem 19. Jahrhundert. Von links nach rechts zeigen sie den Heiligen Severus (Serrangeli), den Heiligen Apollinare (Colignoni), den Heiligen Pier Crisologo (Benvenuti) und den Heiligen Orso (Camuccini). Die Kuppel wurde vom Architekten Buonamici erbaut und später vom Architekten Pistocchi umgestaltet. Der Glockenturm stammt aus dem 9. Jahrhundert.

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Die dreischiffige Basilika wurde auf dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes entworfen, ihr Boden wurde gegenüber dem der antiken Basilika um 3,50 Meter angehoben. Das Mittelschiff ist mit einem Tonnengewölbe mit Lünetten bedeckt, das auf ein hohes, auf korinthischen Pilastern ruhendes Gesims aufgesetzt ist, das sich auch im Querschiff und in der Apsis fortsetzt.

Zentral erhebt sich die klassizistische Vierungskuppel, die durch die acht Fenster des Tambours und die Laterne beleuchtet wird, die an ihrer Spitze eine Höhe von 47,40 Metern erreicht. Von einem elliptischen Grundriss ausgehend ist das Werk Giuseppe Pistocchis mit sechseckigen Kassetten verziert und durch doppelte Rippen in acht Sektoren unterteilt.

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Die Seitenschiffe sind stattdessen in drei quadratische, mit kleinen Kuppeln bedeckte Joche unterteilt, die sich mit fünf rechteckigen, mit Tonnengewölben bedeckten Jochen abwechseln. In das zentrale Tonnengewölbe des Mittelschiffs sind hohe Stichkappen für die Fenster hineingeschnitten. Die drei Rundbögen der Säulenreihe zu den Seitenschiffen ruhen seit der Renovierung 1772 bis 1774 auf je zwei kostbaren Marmorsäulen aus der antiken Basilica Ursiana. Auf der Außenseite korrespondieren dazu die Seitenkapellen, die sich mit ebensolchen Bögen öffnen.

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In der tiefen, reich mit Stuckkassetten verzierten Chorapsis erhebt sich mittig der Hochaltar, den Erzbischof Guiccioli 1760 erbauen ließ. Er besteht aus kostbaren polychromen Steinen wie antikem grünem Porphyr, Carraramarmor, orientalischem schwarzem Marmor und Quittenalabaster und ist mit vergoldeten Bronzen von Bartolomeo Borroni verziert; in ihm befinden sich die Reliquien der ersten neun Bischöfe von Ravenna. Das silberne Ziborium von 1512 wurde von den Franzosen geraubt.

In der Kathedrale befindet sich die 1936 gebaute Orgel von Mascioni opus 487. Das 1995 von Michelotto restaurierte Instrument ist elektrisch übertragen und verfügt über 51 Register. Der Klangkörper ist in zwei einander gegenüberliegende Prospektteile gegliedert, die jeweils auf den seitlichen Emporen des Chors innerhalb symmetrischer Kästen stehen; jeder von ihnen hat eine klassizistische Reliefdekoration und eine Schauseite, die aus 21 Hauptpfeifen mit horizontal ausgerichteten Schildmündungen besteht. Der unabhängige Spieltisch befindet sich auf dem Boden rechts neben dem Hochaltar und verfügt über drei Manuale mit je 61 Tönen und ein konkav-radiales Pedal mit 32 Tönen; die Register, Verbindungen, Koppeln und Annullierungen werden durch schwenkbare Platten bedient, die seitlich und oberhalb der Klaviaturen angebracht sind.

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Cappella di San Giuseppe (Kapelle St. Josef)
Aufsatzbild – Porträt des Heiligen Gregor des Großen, 1600–1649, Öl auf Leinwand
Altarbild – Madonna mit Kind und den Heiligen Orso und Rinaldo, 1590–1599, Öl auf Leinwand
Vorsatzbild – Der Heilige Josef, 1600–1649, Öl auf Leinwand
links – Bronzekreuz
rechts – Bronzener Tabernakel, Werke des Bildhauers Mario Toffetti, zum Gedenken an Kardinal Ersilio Tonini
Hölzerner Chor, 1852–1860

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Cappella del Santissimo Sacramento (Kapelle des Allerheiligsten Sakraments)
Guido Reni (Bologna, 1575-1642), Moses sammelte Manna unter den Juden, Öl auf Leinwand, 310 x 203 cm

Die Ikonographie dieses Altarbildes, das für die Kapelle des Allerheiligsten Sakraments entworfen wurde, interpretiert die Episode des Manna in einem christologischen Schlüssel. Im Buch Exodus (16, 1-36) lesen wir: Das Manna, das das Volk Israel in der Wüste ernährte, war die Gestalt Jesu, das wahre Brot, das vom Himmel herabkam. Es erinnert an den eucharistischen Hymnus des heiligen Thomas von Aquin, dessen letzte Verse so bekannt sind: Panis angelicus fit panis hominum; dat panis caelicus figuris terminum; O res mirabilis: manducat Dominumpauper, servus et humilis; Das Engelsbrot wird zum Menschenbrot; Das himmlische Brot beendet alle Vorzeichen. Was für ein Wunder! Der Herr wird von einem armen und demütigen Knecht gegessen!

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Cappella del Santissimo Sacramento (Kapelle des Allerheiligsten Sakraments)

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Filippo Pasquali (Forlì, 1651–1697), Öl auf Leinwand, 295 × 185 cm
Der heilige Petrus sendet den heiligen Apollinaris nach Ravenna, um die Stadt zum Christentum zu bekehren

Dieses Altarbild zeigt den heiligen Petrus, wie er den heiligen Apollinaris nach Ravenna sendet. Die Episode ist von der Passio Sancti Apollenaris inspiriert, in der der Apostelfürst den ersten Bischof von Ravenna mit folgenden Worten anspricht: „Steh auf und empfange den Heiligen Geist und das Pontifikat und besuche die Stadt Ravenna, die eine große Bevölkerung hat. Predige ihnen den Namen Jesu und fürchte dich nicht. Denn du weißt genau, wer der Sohn Gottes ist, der die Toten zum Leben erweckt und den Kranken Heilmittel gegeben hat.“

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Fragment einer gedrehten Säule aus grünem Serpentinmarmor, an einer Kette befestigt. Sie wird Santo Sassolo von Sant’Apollinare genannt. Einer alten Überlieferung zufolge, die mit der Passio Sancti Apollinaris (6.–7. Jahrhundert n. Chr.) in Verbindung steht, soll sie mit Blut befleckt sein, da sie zum Schlagen von Sant’Apollinare, dem ersten Bischof und Schutzpatron von Ravenna (2.–3. Jahrhundert n. Chr.), verwendet wurde. Santo Sassolo wurde in Ravenna und in der gesamten Romagna als wundertätiges Objekt verehrt. Die Kette diente dazu, sie Anfang Mai auf einem Seitenaltar der Kathedrale auszustellen. Die Reliquie stammt aus der zerstörten Kirche San Pietro in Armentario.

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Jean-Baptiste Wicar (Lille, 1762 – Rom, 1834), Öl auf Leinwand, 290 × 170 cm
Die Herrlichkeit Christi und die Heiligen Antonius von Padua und Jakobus der Ältere

Das Altarbild, ein Geschenk von Antonio Codronchi aus Imola, Bischof von Ravenna von 1785 bis 1826, zeigt die Herrlichkeit Christi zwischen den Heiligen Jakobus dem Älteren und Antonius von Padua. Letzterer befindet sich rechts und ist leicht an seinem Franziskanerhabit zu erkennen.

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Antonio Rossi (Bologna, 1700–1753), Der heilige Christophorus, Öl auf Leinwand, 235 × 160 cm

Das Thema dieses Altarbildes ist der heilige Christophorus, dessen Ikonographie von der in der Legenda aurea überlieferten Tradition inspiriert ist. Christophorus – dessen Name „Christusträger“ bedeutet – war Fährmann, als ihn eines Nachts ein Kind bat, ihn über den Fluss zu tragen. Als sie das andere Ufer erreichten, sagte das Kind, das während der Überfahrt immer schwerer geworden war, zu Christophorus, er sei Jesus: „Sei nicht überrascht, Christophorus, denn du hast die ganze Welt und ihren Schöpfer auf deinen Schultern getragen.“

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Giuseppe Milani (Fontanellato, 1716? - Cesena, 1798)
Die Heiligen Petrus Chrysologus, Romuald und Petrus Damianus, Öl auf Leinwand, 300 x 183 cm

Dieses Ölgemälde auf Leinwand zeigt ein heiliges Gespräch zwischen drei Heiligen der Kirche von Ravenna. Im Hintergrund ist der heilige Petrus Chrysologus, Bischof von Ravenna (426–450) und Kirchenlehrer, dem der Altar geweiht ist, in feierlicher liturgischer Kleidung mit Mitra, Pallium und Bischofsstab, den bischöflichen Insignien, dargestellt. Links kniet der heilige Romuald, Gründer des Kamaldulenserordens, zu seinen Füßen, während rechts der heilige Petrus Damianus, ein Kamaldulensermönch, der wie Romuald aus Ravenna stammt, zu sehen ist.

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Cappella della Madonna del Sudore

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Unbekannter Künstler, 14. Jahrhundert, Bemalte Tafel, 35 x 23 cm
Unsere Liebe Frau vom Schweiß

Diese kleine bemalte Tafel, die die gekrönte Jungfrau mit dem Jesuskind im Arm zeigt, wird in der Kirche von Ravenna hoch verehrt. Ihr zu Ehren wurde 1630 beschlossen, in der Kathedrale eine ihr geweihte Kapelle zu errichten. Der Name dieser Ikone geht auf eine sakrilegische Begebenheit zurück. Als ein Soldat eine Taverne verließ, sah er das Bild der Jungfrau Maria und schlug verächtlich mit einem Messer darauf ein. Bei dieser Gelegenheit soll das heilige Bild Blut geschwitzt haben.

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Cesare Pronti (Cattolica, 1626 – Ravenna, 1708), Das Martyrium des Hl. Ursicinus, Öl auf Leinwand, 250 x 105 cm

Die Hagiographie des Hl. Ursicinus ist eng mit der des Märtyrers Vitale verwandt. Ursicinus, der Überlieferung nach ein ligurischer Arzt, soll in Ravenna gefoltert und vor seiner Enthauptung vom Hl. Vitale getröstet worden sein. Er wird seit Jahrhunderten innig verehrt, und seine Reliquien werden im Hauptaltar der Kathedrale aufbewahrt.
In der Basilika San Apollinare Nuovo ist er sowohl in der Heiligenfolge, der Vitale, Gervasius und Protasius vorangehen, als auch auf einem der bemalten Medaillons im Mittelschiff dargestellt.

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Giuseppe Collignon (Castelnuovo Berardenga – Siena, 1778 – Florenz, 1863)
Der heilige Apollinaris lässt den Apollontempel einstürzen, Öl auf Leinwand, ca. 450 × 300 cm

Der heilige Apollinaris war der erste Bischof von Ravenna und lebte im 2. Jahrhundert n. Chr. Sein Martyrium wird auf das Jahr 180 datiert. Das Altarbild zeigt den Heiligen, wie er unter Gebet die Apollonstatue zerstört. In der Passio Sancti Apollenaris lesen wir, dass der heilige Apollinaris, als er zum Tempel kam und die Statue des Apollon sah, die Anwesenden fragte: „Ist dies die Gottheit, an die ihr euch für Weissagungen wendet?“ Sie antworteten: „Ja, er ist der erste der Götter und der Beschützer der Stadt.“ Der heilige Apollinaris sagte: „Möge er niemals eine richtige Prophezeiung einlösen! Vielmehr wird, sobald er zerstört ist, der Herr Jesus Christus, der wahre Gott ist, der Beschützer der Christen sein, die an diesem Ort leben.“

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Chiesa di Santa Maria del Suffragio und Banca Nazionale Del Lavoro an der Piazza del Popolo

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Chiesa di Santa Maria del Suffragio (Heilige Maria vom Leiden), 1701–1714
Die Kirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts für die Bruderschaft der Beata Vergine dei Suffragi erbaut. Sie ist ein Werk von Francesco Fontana (1668–1708), dem Sohn Carlo Fontanas, und im reinen Barockstil gehalten. Der achteckige Grundriss zeugt von der Schönheit der Frauenbewegung, und an jeder Seite befinden sich Kapellen. Die zweigeteilte Fassade ist mit Statuen und Basreliefs der Ravennatier Bildhauer Celio und Giovanni Toschini (17.–18. Jahrhundert) verziert. Im Inneren befinden sich wertvolle Gemälde von Andrea Barbiani (1708–1779).

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Santa Maria del Suffragio ist eine spätbarocke, römisch-katholische Kirche in der Via Serafino Ferruzzi in Ravenna, Emilia-Romagna, Italien. Die Kirche wurde von Francesco Fontana, dem Sohn Carlo Fontanas, entworfen und zwischen 1701 und 1728 erbaut. Auftraggeber war die Bruderschaft der Suffragi (Beata Vergine dei Suffragi). Der Grundriss ist achteckig. Die acht Stuckstatuen im Inneren stammen von Antonio Martinetti. Der Hauptaltar wurde von Andrea Barbiani geschaffen. Die Statuen und Basreliefs der Fassade wurden von Celio und Giovanni Toschini gestaltet.

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Die Basilica di San Giovanni Evangelista in der italienischen Stadt Ravenna an der Adria ist eine Basilika aus dem 5. Jahrhundert mit einem viereckigen, 42 Meter hohen Westturm aus dem 10. Jahrhundert. Die Kirche befindet sich in der Nähe des Bahnhofs. Vor dem Gebäude befindet sich ein viereckiger Vorplatz mit einem Marmorportal aus dem 14. Jahrhundert, dessen Lünette die Erscheinung des Heiligen Johannes vor Galla Placidia darstellt.

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Der Eingang erfolgt durch ein gotisches Marmorportal aus dem 14. Jahrhundert, das in ein rekonstruiertes Backstein-Atrium führt. Die Westfassade ziert eine sehr hohe, gewölbte Vorhalle, die nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig wiederaufgebaut wurde. Der quadratische Glockenturm (10. bis 14. Jahrhundert) ist 42 Meter hoch und beherbergt zwei Glocken aus dem Jahr 1208.

Der geräumige, helle Innenraum besteht aus einem Mittelschiff, Seitenschiffen und einer Apsis im Osten. Der Großteil des Gebäudes wurde nach den Bombenschäden von 1994 rekonstruiert, doch viele der Säulen und ihre byzantinischen Kapitelle sind original erhalten. Der Fußboden liegt heute etwa 1,5 Meter über seinem ursprünglichen Niveau; er wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder angehoben, um ihn vor dem steigenden Wasser des sumpfigen Geländes zu schützen.

Die Apsis ist innen rund und außen polygonal und mit einer ungewöhnlichen Reihe von sieben Fenstern versehen. Drei weitere Öffnungen unterhalb der Fenster sind heute verschlossen; die Forschung ist sich über den Zeitpunkt uneins, einige vermuten jedoch, dass dies bereits im 5. Jahrhundert geschah. Leider sind einige sehr wertvolle Mosaiken, die einst die Apsis schmückten, im Zuge von „Renovierungen“ im 16. Jahrhundert vollständig verloren gegangen. Darunter befanden sich Porträts der meisten Mitglieder der kaiserlichen Familie Theodosius’ sowie zwei Darstellungen des Evangelisten Johannes, der Galla Placidia vor dem Sturm auf See rettet.

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In einer Kapelle im linken Seitenschiff sind noch Fragmente wunderschöner Fresken aus dem 14. Jahrhundert im Gewölbe erhalten, die die Evangelisten mit ihren Symbolen und vier Kirchenlehrer (Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor) darstellen. Einige Gelehrte haben die Fresken Giotto zugeschrieben, dessen Stil sie zweifellos widerspiegeln, doch wahrscheinlicher ist, dass sie von Giovanni Baronzio da Rimini gemalt wurden.

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Die stillende Madonna. Ikone der venezianisch-slawischen Schule. Zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts.

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Die dreischiffige Basilika ist innen 49 Meter mal 22 Meter groß. Die beiden Seitenschiffe sind vom Hauptschiff durch zwei aus jeweils zwölf Säulen bestehende Säulenreihen abgegrenzt. Die Säulen liegen im Bereich des Chors bedeutend tiefer, wodurch das ursprüngliche Niveau des Fußbodens deutlich wird, der tiefer lag. Weil der ursprüngliche Fußboden sich auf einem tieferen Niveau befand, hat man sich den Originalbau der Basilika – wie auch bei den übrigen alten Bauwerken Ravennas – etwas höher und schlanker vorzustellen, als er heute erscheint. Die Säulen aus grauem Marmor (Bigio antico) haben römische Kapitelle, denen die Original-Natursteinquader lagern, die als die ältesten Ravennas gelten.

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CAPPELLA DEL SANTISSIMO SACRAMENTO (KAPELLE DES HEILIGEN SAKRAMENTS)

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Eine beträchtliche Anzahl von Mosaiken aus der Kirche ist jedoch erhalten geblieben, und zwar aus dem 1213 unter Abt Guglielmo hinzugefügten Bodenbelag. Die naiven Mosaiken, die heute in Segmenten gerahmt und an den Seitenwänden angebracht sind, zeigen eine Reihe faszinierender Motive, darunter Fabelwesen, Szenen aus mittelalterlichen Romanen (wie etwa die Beerdigung eines Fuchses) und vor allem Szenen aus dem Vierten Kreuzzug (1204), darunter die Eroberung von Zara und Konstantinopel.

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Die Basilika Santa Maria in Porto (Basilica di Santa Maria in Porto) war eine bedeutende Kirche in Ravenna, unweit der Porta Nuova an der Via Roma, der Nord-Süd-Hauptstraße durch die historische Altstadt. Sie beherbergt die griechische Madonna.

Das Gebäude, dem eine 1783 fertiggestellte Treppe vorgelagert ist, überblickt einen großen, rechteckigen, mit Blumenbeeten geschmückten Platz und bietet von der Via Cerchio aus einen der faszinierendsten Ausblicke auf die Stadt.

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Die Basilika Santa Maria in Porto, erbaut zwischen 1554 und 1557 nach einem Entwurf von Bernardino Tavella als neuer Standort der Kirche Santa Maria in Porto Fuori, befindet sich im ersten Abschnitt der Via di Roma, nur wenige Schritte vom MAR – Kunstmuseum Ravenna entfernt. Die Basilika wurde teilweise aus dem Material der zerstörten Kirche San Lorenzo in Cesarea errichtet und um 1780 von Camillo Morigia (1743–1795) fertiggestellt, der der vorherigen Barockfassade eine neoklassizistische hinzufügte. Der feierliche und prachtvolle Innenraum hat einen lateinischen Kreuzgrundriss und ist durch Säulen aus istrischem Stein in drei Schiffe unterteilt.

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Im Zentrum der Apsis, zwischen zwei großen rechteckigen Fenstern, können Sie den Verkündigungsaltar von Giovanni Laurentini aus Rimini bewundern.

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An den Seitenwänden befinden sich zwölf symmetrische Kapellen – sechs auf jeder Seite –, die mit Marmor und kostbaren Ornamenten verziert sind und eine wahre Kunstgalerie mit Gemälden aus dem späten 16. und dem 17. Jahrhundert beherbergen. Es gibt Werke von Ippolito Scarsella, Cesare Corte, Palma il Giovane, Francesco Longhi, Giovanni Barbiani, Giovanni Battista Barbiani sowie ein Werk von Andrea Barbiani aus dem 18. Jahrhundert.

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Nahe dem Altar befindet sich das Querschiff, bestehend aus einem quadratischen Seitenschiff mit einer hohen Kuppel und einer halbrunden Apsis, die von einer Marmorbalustrade begrenzt wird. Der Altar, aus dem Jahr 1710, ist aus Marmor gefertigt und beherbergt einen prächtigen Ziborium aus polychromem Marmor, dessen Bau 1633 von Giuseppe Vivoli begonnen und in den folgenden Jahren von Ascanio Mula vollendet wurde.

Am unteren Ende des Querschiffs, auf der linken Seite, befindet sich die griechische Jungfrau, ein Marmor-Basrelief aus dem 9. Jahrhundert, das aus dem Osten stammt und eine betende Jungfrau Maria in einem Mantel darstellt.

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Die Basilika wurde im 16. Jahrhundert nach den Plänen Bernardino Tavellas für die Lateran-Chorherren erbaut. Die Fassade aus istrischem Stein wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach den Plänen Camillo Morigias (1743–1795) im neoklassizistischen Stil umgestaltet. Das Innere ist in drei Schiffe mit einem Querschiff unterteilt, das von einer hohen Kuppel bekrönt wird. Die „Griechische Madonna“, ein Marmorrelief aus dem 11. und 12. Jahrhundert, das eine betende Jungfrau Maria darstellt, wird verehrt. Der Legende nach gelangte sie im Jahr 1100 auf wundersame Weise von Konstantinopel nach Ravenna.

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Der heilige Johannes Paul II.
Karol Józef Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice (Polen) geboren. Am 16. Oktober 1978 wurde er unter dem Namen Johannes Paul II. zum Papst gewählt und war der 264. Papst der katholischen Kirche. Die Stärke seines Glaubens und sein diplomatisches Engagement trugen maßgeblich zum Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa bei. Er verfasste 14 Enzykliken, mehrere Hirtenbriefe und zahlreiche Bücher, darunter den „Katechismus der Katholischen Kirche“, und unternahm 104 Apostolische Reisen in alle Welt. Er stiftete den Weltjugendtag, das Fest der Göttlichen Barmherzigkeit und die leuchtenden Geheimnisse des Heiligen Rosenkranzes. Er setzte sich leidenschaftlich für die Familie und das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ein. Am 13. Mai 1981 wurde Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz angeschossen und verletzt. Anschließend traf er sich mit seinem Angreifer und begnadigte ihn. Papst Johannes Paul II. starb am 2. April 2005 und wurde am 27. April 2014 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 22. Oktober, der Jahrestag seiner Amtseinführung im Jahr 1978.

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Die Porta Nuova gilt als eines der schönsten Stadttore Ravennas. Sie befindet sich im Süden der Stadt, am Ende der Via di Roma und am Anfang der Straße nach Rimini, der heutigen Via Cesarea. Sie wurde 1580, anlässlich der Einweihung einer neuen Holzbrücke über den Fluss Ronco erbaut, der parallel zur Stadtmauer verlief.

Das Tor ist mit kostbarem Marmor verziert, und der Torbogen wird von zwei Säulen aus grauem Granit mit korinthischen Kapitellen eingefasst, die ein Marmorgesims tragen. Über dem Attikageschoss, flankiert von zwei Füllhörnern, befindet sich das Wappen von Papst Innozenz X. mit einer Taube, die einen Olivenzweig im Schnabel trägt – dem Symbol des Friedens. Auf der Taube sind drei Lilien abgebildet, die von Balken gekreuzt werden.

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Porta Sisi: Einst hieß sie Ursicina oder Sisina, benannt nach einem frühen Märtyrer, und diente zusammen mit der Porta Adriana als mahnender Eingang für Pilger und Bischöfe. 1568 erhob man sie neu, mit zwei Granitsäulen in dorischem Stil und einem schmiedeeisernen Gitter mit dem Reiter San Vitale obendrauf

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Das Stadttor Porta San Mamante (oder San Mama) liegt südlich der Stadt zwischen der Via Baccarini, der Via Bastioni und der Via San Mama, in der Nähe des benachbarten Stadttors Porta Sisi. Ursprünglich waren diese beiden Stadteingänge nur durch den Fluss Padenna getrennt, der vom Stadtzentrum durch diesen Abschnitt der Stadtmauer floss. Obwohl einige Quellen bestätigen, dass es eines der ältesten Tore Ravennas ist, wurde es höchstwahrscheinlich um das 11. Jahrhundert erbaut, da es im Nationalstatut als „neu“ erwähnt wird.

Das heutige Aussehen des Tores geht auf ein Projekt zurück, das 1613 von Kardinallegat Domenico Rivarola initiiert wurde. Dies belegt die Inschrift auf der Gedenktafel im Dachgeschoss über dem Bogen, die von zwei aufgerichteten Löwen getragen wird: „S. P. Q. RAV. Portam hanc Prisca potentiae monumentum temporis iniuria collapsam hostiumque incursionibus devastam erigi aperiri MDCXIII.“ Das heutige Bauwerk aus Ziegeln und istrischem Stein besteht aus zwei Säulen mit toskanischen Kapitellen auf einem Sockel, der einen massiven Architrav trägt.

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Osteria dalla Zabariona in der Via Giuliano Argentario

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Porta Adriana: Bekanntes Stadttor mit Bogenöffnung, das seine Ursprünge im Mittelalter hat und im 16. Jahrhundert erneuert und ausgebaut wurde.

Die Porta Adriana, auch bekannt als Porta Aurea Nova (oder Porta Cavour, wie sie von den Einwohnern Ravennas genannt wird), liegt in unmittelbarer Nähe der Altstadt, zwischen der Via Cavour und der Via Maggiore.
Sie wurde vermutlich im 10. Jahrhundert n. Chr. am rechten Ufer des Montone, einem Nebenfluss der Padenna, erbaut, als dieser noch nahe an der Altstadt vorbeifloss. 1545 wurde das monumentale Stadttor aus militärischen Gründen vom Kardinallegaten Capoferro verlegt und neu errichtet. Einige Jahrzehnte später (1583) gestaltete Kardinallegat Guido Ferreri sie um und verzierte sie mit Marmor und Paterae der Porta Aurea, die Kaiser Claudius 42 n. Chr. erbauen und im selben Jahr abgerissen hatte. Daher rührt der Name Porta Aurea Nova, der noch heute auf dem Giebel zu sehen ist.

Zwei Flachreliefs mit Darstellungen von Pinien, dem Symbol der Stadt, wurden an den Sockeln der Seitensäulen angebracht. Die beiden Löwen wurden ebenfalls restauriert, und beidseitig des Torbogens, zwischen den Säulenbasen, wurden zwei Gänge angelegt. Beidseitig des Tores ist noch immer ein Teil der gemauerten Stadtmauer mit einem dekorativen Bord aus weißem und rotem Veroneser Kalkstein zu sehen. 1904 wurden alle Gesimse und Seitensäulen in Zement neu errichtet, und die Paterae wurden entfernt.

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Piazza del Popolo - Lebhafter, von historischen Gebäuden gesäumter Platz mit Cafés und Steinsäulen aus dem 15. Jahrhundert. Mit einer Turmuhr ausgestattet ist der Palazzo della Torre dell’Orologio (wörtlich: Palast des Uhrturms), der ehemalige Hauptsitz der Banca Nazionale del Lavoro, entworfen vom Architekten Camillo Morigia und durch einen großen Bogen mit der Präfektur verbunden

Die Piazza del Popolo ist das pulsierende Herz Ravennas. Seit über sieben Jahrhunderten beherbergt sie die Machtzentren (das Rathaus und das Präfekturgebäude, einst Sitz der päpstlichen Gesandtschaft) und ist ein beliebter Treffpunkt für alle Bürger. Die Ursprünge des Platzes reichen bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück, als die Familie Da Polenta die Stadt beherrschte. Die heutigen Abmessungen des Platzes wurden in den Jahren 1470/80 mit der Herrschaft der Venezianer über Ravenna festgelegt. Was ursprünglich eine einfache Verbreiterung entlang des Ufers der Padenna war, wurde erweitert und gab dem Platz so sein heutiges Aussehen.

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Prefettura di Ravenna im Palazzo Apostolico - Das alte Rathaus von Bernardino da Polenta wurde anlässlich der Ankunft des ersten venezianischen Podestà, Vittore Delfino, wiederaufgebaut und später mit Wappen, einem steinernen Balkon und Terrakotta-Zierelementen in den Bögen verziert.

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Monumento a Giuseppe Garibaldi
Giuseppe Garibaldi (* 4. Juli 1807 in Nizza; † 2. Juni 1882 auf Caprera) war ein italienischer Freiheitskämpfer und einer der populärsten Protagonisten des Risorgimento, der italienischen Einigungsbewegung zwischen 1820 und 1870.

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Das Dante-Grabmal ist eine Gedenkstätte in der architektonischen Gestalt eines Tempelchens, das den Sarkophag mit den Überresten der mutmaßlichen Gebeine des Dichters Dante Alighieri enthält. Es steht an der Außenmauer des Kreuzgangs der ehemaligen Klosterkirche San Francesco in der Stadt Ravenna in Italien.

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Es wurde vollständig an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet, der sich auf dem überdachten Flussbett der Padenna befand, wo einst die „Loggia dei mercanti“ (Kaufmannsloggia) stand. Der Baumeister war Pietro Grossi, weitere Arbeiten wurden jedoch 1765 von Dionigi Monaldini und 1857/58 von Elbino Riccardi ausgeführt, dem wir die Fensterdekorationen und Zinnen verdanken. Im Inneren befinden sich Werke von Giacomo Bellabarba, Giulio Garavini und Gaetano Savini. Letzterer schuf auch die Fresken des äußeren Bogengangs.

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Palazzo del Comune di Ravenna, 1681
Das Rathaus von Ravenna besteht aus zwei über Eck miteinander verbundenen Gebäudeteilen, dem Palazzetto Veneziano und dem Palazzo del Comune (auch als Palazzo Merlato bekannt). Der erste Palast wurde von den Venezianern wenige Jahre nach Eroberung der Stadt als Sitz ihrer Gouverneure erbaut. Nachdem ein damals noch dort vorbeiführender Fluss (Padenna) versiegte, wurde zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert der zweite Gebäudeteil errichtet. Das Rathaus und das gegenüber stehende Bankgebäude sind die prominentesten Bauten an der zentralen Piazza del Popolo.

Sankt Apollinaris (links) und Sankt Vitalis auf venezianischen Säulen, auf der Piazza del Popolo

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Öffentliche Uhr, 1783
Die beiden miteinander verbundenen Kirchen San Sebastiano und San Marco wurden im 15. Jahrhundert von den Venezianern zu einem einzigen Gebäude zusammengelegt, das gleichzeitig als öffentliche Uhr dienen sollte. Zwischen 1783 und 1785 renovierte Camillo Morigia (1743–1795) die Fassade und brachte die Uhr an der dem Platz zugewandten Seite des Turms an. 1789 wurden Uhrwerk und Zifferblatt von Cristino Fornacini aus Bologna erneuert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr das Gebäude weitere Veränderungen.

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Mercato Coperto, 1919-1922 - Meeresfrüchte- und -Fleischgerichte sowie Craftbier in einem Restaurant mit entspannter Atmosphäre in einer stilvollen Markthalle.

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Das Gebäude steht an einem Ort, der seit dem 5. Jahrhundert als Handelszentrum bekannt ist; hier befand sich auch eine der ältesten Fischergesellschaften, die im 10. Jahrhundert gegründete „Schola Piscatorum“. Der heutige Bau entstand nach den Plänen von Eugenio Baroncelli und Tobia Gordini, nachdem 1915 die sogenannte „Esedra Vignuzzi“ abgerissen worden war. Die Architektur ist klassisch gehalten, die Fassade besteht aus Sichtziegeln, der Innenraum ist vierachsig, und das Dach mit seinen großen Oberlichtern wird von einer Metallfachwerkkonstruktion getragen, die von imposanten gusseisernen Säulen gestützt wird. Es wurde von 1981 bis 1983 von der Stadtverwaltung restauriert.

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Chiesa di Santa Maria Maggiore, 6. Jahrhundert, Rekonstruktion von 1671
Die heutige Kirche wurde 1671 nach einem Entwurf von Pietro Grossi auf den Überresten eines frühchristlichen Bauwerks, das von Ecclesius, Bischof von Ravenna (522–533), in Auftrag gegeben worden war, vollständig neu errichtet. Das alte Gebäude besaß drei Schiffe, die von sechzehn Marmorsäulen getragen wurden; der Neubau behält den basilikaartigen Grundriss mit wiederverwendeten Originalsäulen und Kapitellen bei. In der Antike war die Apsis mit Mosaiken geschmückt; die heutige ist im Barockstil gehalten. Der zylindrische Glockenturm stammt aus dem 9./10. Jahrhundert. Im Inneren befinden sich wertvolle Gemälde und Skulpturen der Spätrenaissance sowie das Grabmal des Ravennaer Architekten Camillo Morigia (1743–1795).

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Das Innere der Kirche ist durch zwei Reihen von Rundbögen in drei Schiffe unterteilt. Diese werden von Säulen getragen, die von korinthischen Säulen der ursprünglichen frühchristlichen Kirche flankiert werden. Die Säulen wurden 1671 von Architekt Pietro Grossi renoviert.

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Die Apsis ist noch die ursprüngliche, obwohl sie ihre ursprünglichen Merkmale, darunter das Mosaik mit der sitzenden Madonna mit Kind, vollständig verloren hat. Unter dem Apsisbogen befindet sich der polychrome Marmorhochaltar mit einer weißen Marmorstatue der Madonna mit Kind aus dem 17. Jahrhundert.

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Die Kirche ist auch unter dem Namen „Santa Maria dei Tumori“ (Heilige Maria von Tumoren) bekannt, da ihr ein Altar gewidmet ist.

Unsere Liebe Frau von den Tumoren oder „der Schwellungen“
In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die alte Basilika Santa Maria Maggiore wiederaufgebaut, und das Fresko, das sich zuvor an der Südwand nahe dem Haupteingang befand, wurde auf diesem Seitenaltar angebracht. Das Bild wurde jahrhundertelang unter dem Namen „Sancta Maria a tumoribus“, Unsere Liebe Frau von den Tumoren, verehrt. Ein weiterer Name war „Unsere Liebe Frau der Schwellungen“, der sich auf die Schwellungen im Gesicht oder an anderen Körperteilen bezog, die häufig bei unheilbaren Krankheiten auftreten.

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Mausoleo di Galla Placidia (Mausoleum der Galla Placidia) - Kapelle aus dem 5. Jahrhundert in Form eines lateinischen Kreuzes mit bunten römischen Mosaiken.

Berühmt ist es vor allem – wie die anderen byzantinischen Kirchen und Bauten Ravennas – durch die Wandmosaiken im Innern. Sie sind ausgezeichnet erhalten und stellen die ältesten Mosaiken Ravennas dar. Mit den anderen byzantinischen Bauten in Ravenna gehört das Mausoleum der Galla Placidia seit 1996 zum UNESCO-Welterbe.

Mosaik rechter Hand bei Betreten

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Galla Placidia ließ das Gebäude als ihren persönlichen Schrein errichten, doch da sie in Rom starb, fanden ihre sterblichen Überreste vermutlich nie ihre letzte Ruhestätte in Ravenna. Das Mausoleum gilt dank seiner beeindruckenden Verbindung von Mosaikdekoration und Architektur als eines der außergewöhnlichsten Denkmäler der Spätantike. Die Schlichtheit und Strenge der Außenfassaden stehen in starkem Kontrast zum Reichtum des Inneren. Die Mosaikdekoration wurde zwischen 425 und 450 n. Chr. fertiggestellt, und das Mausoleum zeichnet sich unter den Monumenten Ravennas durch seine feierliche Symbolik und seine höchste künstlerische Qualität aus. Die Dekoration bedeckt ununterbrochen den oberen Teil des Gebäudes mit Gewölben, Bögen, Kuppeln und Lünetten und offenbart die enge Verbindung zwischen Architektur und Mosaik.

Mosaik mit dem Hl. Laurentius gegenüber bei Betreten

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Der Tradition gemäß wurde das Mausoleum als Grabstätte der Kaiserin Galla Placidia, der Tochter von Kaiser Theodosius dem Großen von dieser selbst zwischen den Jahren 425 und 430 erbaut. Die Kaiserin starb im Jahre 450 in Rom und es ist eher unwahrscheinlich, dass sie in dem Mausoleum beigesetzt wurde.

In der Kuppel ist ein goldenes, von Sternen umgebenes Kreuz auf blauem Grund dargestellt; an den vier Ecken sind die Symbole der vier lebenden Wesen der Apokalypse abgebildet, während in den darunter liegenden Lünetten zwei Apostel und zwei Tauben, die aus einer Schale trinken, zu sehen sind. Entlang der Wände sind trinkende Hirsche und Weinreben dargestellt. Weitere bemerkenswerte Mosaiken sind die blaue Wiese mit stilisierten Blumen im Gewölbe am Eingang und der Gute Hirte mit einer Darstellung des bartlosen Christus in einer Lünette. Die Ikonographie symbolisiert, dass das Heil – erhöht im Kreuz, dem Symbol Christi – durch Christus und durch Opfer (das Martyrium des Heiligen Laurentius und das Wirken der Apostel) erlangt werden kann.

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Die Decke stellt ein tiefblaues Himmelsgewölbe geziert mit weiß-goldenen Sternen dar. Die Sterne in den Tonnengewölben gelten aufgrund ihrer besonderen Gestaltung als die schönsten Sternendarstellungen der Spätantike. Zu sehen sind ferner die Symbole der vier Evangelisten, acht in der Literatur in der Regel als Apostel angesprochene Figuren (darunter Petrus und Paulus), sowie ein jugendlicher bartloser Jesus in der Eingangslünette, der als guter Hirt seine Schafe weidet und eines liebevoll streichelt, während er gleichzeitig ein goldenes Kreuz hält, als Zeichen der Hoffnung und Symbol für die Überwindung des Todes. Christus wird in dieser Darstellung in der Literatur als „thronender Imperator“ beschrieben (er hält das Kreuz wie ein Zepter; sein Pallium ist purpurn, was die Farbe der Kaiser war). Tauben und Hirsche laben sich an frischem Wasser, die Farben der Darstellung reichen von Blautönen über Gelb und Ocker zu Dunkel- und Hellgrün. Auffallend ist die Flächigkeit der Darstellung: die Schafe sind quasi „gestapelt“, es gibt keine Überschneidungen.

Mosaik in der Eingangslünette. Der Gute Hirte. Zwischen 424 und 450 entstanden.

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Basilica di San Vitale - Für ihre kunstvollen, farbenfrohen byzantinischen Mosaiken bekannte Kirche in oktogonalem Gebäude mit Kuppel.

Karl der Große ließ sich von der Basilika San Vitale inspirieren, als er beschloss, die Pfalzkapelle in Aachen zu errichten, ein Symbol der Macht des Heiligen Römischen Reiches. San Vitale, erbaut zwischen 525 und 547 n. Chr., ist ein außergewöhnliches Bauwerk, das mit dem traditionellen dreischiffigen Grundriss der Ravennaer Basilika bricht und ein Meisterwerk byzantinischer Architektur darstellt. Hier verschmelzen Elemente östlicher Kunst mit westlicher Erfahrung, und Architektur und Mosaikdekoration gehen untrennbar miteinander ein. Das achteckige Bauwerk wird von einer aufsteigenden Kuppel bekrönt, die auf acht Pilastern mit Exedren ruht. Östliche Einflüsse finden sich in den Matronea, Pastroforia, Säulen, Kapitellen und Kämpferkapitellen, westliche Einflüsse im zangenförmigen Narthex, den Treppentürmen, dem Tambour und der Bautechnik der Kuppel, die in Tonröhren ausgeführt ist. Der Innenraum zeichnet sich durch eine ausgeprägte Vertikalität und einen Mosaikschmuck aus, der den Raum durch das einfallende Licht optisch vergrößert. Die ikonografische Darstellung konzentriert sich auf zwei Hauptthemen: die Heilige Kommunion mit der Darstellung des Mystischen Lammes, Szenen aus dem Alten Testament und Opfergaben sowie die Erlösung des Menschen mit den Figuren der Propheten, Apostel und Evangelisten. Auch die beiden Kaiserbilder mit Theodora und Justinian und ihrem Hofstaat gehören zum ikonografischen Ensemble.

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Die Basilika San Vitale, die seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist eines der größten Meisterwerke der frühchristlichen und byzantinischen Kunst in Italien. Wir befinden uns im Herzen von Ravenna, nur wenige Meter vom Mausoleum von Galla Placidia mit seinen Mosaiken zu Ehren der Schwester des römischen Kaisers Flavius Honorius entfernt.

Die Basilika, die in nur wenigen Jahren zwischen 532 und 547 auf Veranlassung von Bischof Ecclesius erbaut wurde, besticht schon von weitem durch ihre besondere geometrische Form und die perfekte Mischung aus römischen Architekturelementen, wie der Kuppel und den beiden Türmen, und byzantinischen Elementen, wie den eleganten Kapitellen und dem Sichtmauerwerk.

Es ist jedoch das Innere mit den prachtvollen Mosaiken der Apsis und dem imposanten zentralen Gewölbe mit seinen Fresken aus dem 17. Jahrhundert, das die Besucher vor allem begeistert. Auf dem Boden vor dem Altar, im Bereich des Presbyteriums, sticht hingegen ein kreisförmiges, in Marmor gestaltetes Labyrinth hervor, das in einer Muschelform seinen Anfang nimmt und die Pilgerfahrt der Seelen ins Heilige Land symbolisiert.

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Die Basilica San Vitale in Ravenna zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten der spätantik-frühbyzantinischen Zeit. In ihr verbinden sich Architekturformen aus dem Oströmischen Reich mit für das damalige Italien typischen Bautechniken.

Die Basilika entstand in einer Zeit des Umbruchs, als der oströmische Kaiser Justinian I. Krieg gegen das ostgotische Königreich in Italien führte. Berühmt ist die als Zentralbau errichtete Kirche vor allem für ihre Mosaikausstattung im Innern, insbesondere die Porträts von Justinian und seiner Frau Theodora. Mit den anderen frühen Kirchenbauten in Ravenna gehört San Vitale seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. 1960 erhielt sie durch Papst Johannes XXIII. den Ehrentitel Basilica minor.

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Bekannt ist San Vitale, wie viele der spätantiken Monumente Ravennas, für seine reiche Mosaikausstattung. Diese teilt sich in Wand- und Bodenmosaiken auf. Letztere breiteten sich ursprünglich als verschiedenartige ornamentale und florale Muster über den gesamten Kirchenraum aus und sind eher in matten Erdtönen gehalten.

Die Apsis wird dominiert durch den in der Apsiskalotte auf einer Himmelskugel thronenden, bartlosen Christus. Die Darstellung auf der “Himmelskugel”, mit der das gesamte Weltall gemeint ist, ist eine künstlerische Umsetzung des Ehrennamens “Kosmokrator” (Weltenherrscher). Ihm werden von zwei Engeln der Titelheilige Vitalis, dem Christus eine Märtyrerkrone überreicht, und der als Stifter der Kirche dargestellte Bischof Ecclesius zugeführt. Die berühmtesten Mosaiken von San Vitale dürften allerdings die im Apsisgewände befindlichen Porträts von Justinian und Theodora in Begleitung ihres Hofstaates sein.

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Der Kern des Zentralraums wird durch acht Pfeiler, welche die Kuppel tragen, ebenfalls als Oktogon definiert. Den Raum zwischen den Pfeilern füllen durch zweisäulige Arkaden gegliederte, halbrunde Nischen, welche sich auch in den Emporen fortsetzen. Die Kuppel, mit einem Durchmesser von 15,70 m, ruht auf einem achteckigen, durchfensterten Tambour, wurde in der für Italien typischen Leichtbauweise aus Ringen von Tonröhren, den sogenannten tubi fittili, errichtet und nach außen mit Pyramidendach überdeckt. Die Dekoration der Kuppel stammt aus dem späten 18. Jahrhundert. Dieser zentrale Raumteil ist von einem etwas niedrigeren, doppelgeschossigen Umgang umgeben.

Während die Ausgestaltung des Altar- und Apsisbereichs noch auf die Entstehungszeit San Vitales zurückgeht, entstand der heute zu sehende Bildschmuck des zentralen Kuppelraums erst in der Neuzeit. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts beauftragten die Benediktiner-Mönche den Künstler Serafino Barozzi mit der Ausschmückung der ihnen anvertrauten Kirche. Diesem schloss sich bald darauf Jacopo Guarana an. Vollendet wurde das Werk von Ubaldo Gandolfo, der bereits zuvor mit Barozzi zusammengearbeitet hatte. Bei den Fresken handelt es sich um zeittypische illusionistische Malerei. Im Kuppelscheitel werden der Heilige Vitalis und der Heilige Benedikt im Himmel gezeigt.

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Bereits der Triumphbogen, der zum Altarraum überleitet, weist in seiner Laibung fünfzehn farbenprächtige Medaillons auf. Sie alle sind von Blumen überfangen und werden von leuchtend grünen Delphinen mit überkreuzten Schwänzen gehalten. Den Scheitelpunkt nimmt ein bärtiger, langhaariger Christus ein. Er ist in purpurne Kleider gehüllt und trägt in seiner Rechten das prophetische Buch mit den sieben Siegeln aus den Offenbarungen des Johannes. Dessen schwer zu deutender Inhalt war im frühen Christentum ein viel diskutiertes und beliebtes Motiv, weshalb es als Buch oder Pergamentrolle auch mehrfach im Presbyterium auftaucht. Rechts und links von Christus sind jeweils sechs seiner namentlich genannten Apostel zu sehen sowie Gervasius und Protasius, die dem Vitalis zugeschriebenen Söhne. Sie wurden durch die im 5. Jh. erschienene Hagiographie dieses ursprünglich mailändischen Märtyrers bekannt. Als Mailand unter Kaiser Theodosius aufgegeben und Ravenna neue Hauptstadt des weströmischen Reiches wurde, ernannte man Vitalis zu dessen Schutzpatron. Seine Vita, in der auch seine Familie Erwähnung fand, sollte der Bevölkerung sowohl ihn als auch die neue, wichtige Rolle Ravennas nahe bringen.

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Die Bibel erzählt außerdem, dass Abraham wenige Jahre später von Gott auf die Probe gestellt und angewiesen wurde, ihm diesen Sohn, «deinen einzigen, den du liebst», zu opfern (Gen 22,2–8). So zeigt das Mosaik auf der rechten Seite, wie Abraham gerade mit seinem Schwert ausholt, um den auf dem Altar gebundenen Sohn zu töten. Er wird jedoch von Gott, der seinen absoluten Gehorsam erkennt, im letzten Moment daran gehindert. In der neueren Forschung wird diese Bibelstelle daher nicht mehr als Opfer, sondern als Bindung Isaaks bezeichnet. Abraham bricht erleichtert ab und entdeckt, als er sich umschaut, einen Widder, den er Gott anstelle seines Sohnes darbringen kann. Die linke Szene der Lünette thematisiert hier somit die Erscheinung Gottes, veranschaulicht durch die drei Engeln und die dextera dei, die rechte Hand Gottes, die schräg über Abraham aus den Wolken ragt. Zum anderen versinnlicht sie mit dem geschlachteten Kalb das Blut- und mit dem Brot das eucharistische Messopfer. Die Opferung Isaaks auf der rechten Seite wird hingegen als symbolisches Vorbild für das Opfer Christi gewertet, wobei der Widder für dessen am Kreuz vergossenes Blut steht. Diese Szene gehört zu den beliebtesten Themen der frühchristlichen Kunst.

Matthäus und Lukas, die Opfer des Abel und Melchisedek, Moses und Jesaia

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Die Szene auf der linken Seite des Mosaiks stammt aus der Genesis 18,1-15 und erzählt, wie Gott dem 90-jährigen und kinderlosen Ehepaar Abraham und Sara einen Besuch abstattet.

Das Gastmahl Abrahams und das Opfer Isaacs, Jeremias und Moses

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Baptisterium der Kathedrale - Battistero Neoniano (o degli Ortodossi): Achteckiges Baptisterium, zum großen Teil aus dem 5. Jahrhundert, mit berühmten byzantinischen Mosaiken.

Das Baptisterium der Kathedrale von Ravenna (auch Baptisterium der Orthodoxen oder Neonische Taufkapelle genannt) ist im späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert errichtet worden und damit bezogen auf den Baubeginn das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Die aufwändige Wand- und Gewölbedekoration entstand in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Mit weiteren frühchristlichen Kirchenbauten in Ravenna gehört die Taufkapelle zum UNESCO-Welterbe.

BATTISTERO DEGLI ORTODOSSI: Das neonische oder orthodoxe Baptisterium ist das älteste Bauwerk Ravennas und wurde in den ersten Jahrzehnten des 5. Jahrhunderts errichtet. Es ist ein einzigartiges Beispiel frühchristlicher Kunst, da seine Architektur und Innenausstattung bemerkenswert gut erhalten sind. Das Backsteingebäude in traditioneller achteckiger Form ist etwa 3 Meter in den Boden eingesunken und hat dadurch sein ursprüngliches Aussehen verändert. Zwischen 451 und 468 n. Chr. ordnete Bischof Neon die dreistufige Innenausstattung an: Die unteren Bögen mit Arabeskenmosaiken, die Propheten darstellen; die Fensterebene mit Stuckarbeiten; die Kuppel mit einem zentralen Medaillon, das die Taufe Christi zeigt; und zwei Ringe. Der erste Ring zeigt den Einzug der Apostel, der zweite ist mit einer Reihe von architektonischen Paneelen verziert, die durch Kandelaber getrennt sind; im Zentrum wechseln sich Throne mit dem juwelenbesetzten Kreuz mit Altären mit den Evangelien ab, dem Symbol für das Kommen Christi. Der blaue Hintergrund bricht mit der Tradition der goldenen Mosaiken des Ostens. Im Zentrum der Kuppel zeigt ein Mosaik auf goldenem Grund Johannes den Täufer, dargestellt als alter, bärtiger Mann, der Christus im Jordan tauft. Die Taube des Heiligen Geistes steigt von oben herab.

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In der Mitte der Raums steht ein achteckiger Taufbrunnen aus dem 13. Jahrhundert aus anscheinend bereits zweitverwendetem griechischem Marmor und Porphyrstücken. Im 16. Jahrhundert wurde das Becken unter Verwendung der älteren Teile neu errichtet. Der Ambo, von dem aus der Priester die Taufzeremonie leitete, stammt noch aus dem 5. Jahrhundert. Er ist aus einem einzigen Marmorstück gehauen.

Die Wände zwischen den Apsiden sind mit Inkrustationen aus rotem ägyptischen Porphyr, so genanntem grünem Porphyr aus dem griechischen Lakonien (Krokeischer Stein) und Marmor geschmückt. Darüber schließt sich eine Fensterzone mit Arkade an, deren Bögen von marmornen Säulen mit ionischen Kapitellen gestützt werden. Zwischen den Bögen befinden sich große Reliefs aus Gipsstuck, die ursprünglich farbig gefasst waren. Sie zeigen sechzehn Propheten des Alten und Neuen Testaments in Scheinnischen.

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Die Kuppel ist mit Mosaiken versehen. Die Kuppelmitte nimmt ein großes Medaillon mit der Taufe Christi ein. Jesus Christus steht in der Mitte des Flusses Jordan, Johannes der Täufer, mit einem Fell bekleidet, hält ein Kreuz und schüttet mit der anderen Hand Wasser über das Haupt Jesu. Die hellen Partien (u. a. die Köpfe von Christus und Johannes sowie das Ausgießen des Taufwassers aus der Schale) wurden bei Restaurierungen Mitte des 19. Jh. teilweise ergänzt: Ursprünglich war Christus bartlos, die Taufe wurde durch Auflegen der Hand auf das Haupt Christi vollzogen.

Das Medaillon der Kuppel umgeben zwei konzentrische Friese. Der innere zeigt die zwölf Apostel, die von Petrus und Paulus angeführt werden. Im äußeren Ring sind acht Nischenarchitekturen dargestellt: vier Altäre mit den Büchern der Evangelien und dazwischen jeweils vier Hetoimasien. Wahrscheinlich handelt es sich um eine symbolische Darstellung des Himmlischen Jerusalem, wo Christus als Richter auf seinem Thron sitzt und die Erwählten mit einem Platz in der Nähe des Wortes Gottes belohnt werden.

Baptisterium der Kathedrale (Battistero Neoniano), Ravenna, Inneres, Kuppel mit Deckenmosaik

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Chiesa di Sant' Eufemia, 1742-1747
Diese zentrale Kirche wurde im 18. Jahrhundert nach den Plänen von Gianfrancesco Buonamici (1692–1759) auf den Fundamenten eines alten frühchristlichen Gotteshauses errichtet. Der Legende nach entstand hier das erste Gotteshaus Ravennas, gegründet vom heiligen Apollinaire, einem Jünger des heiligen Petrus, der hier die Reliquien der heiligen Eufemia di Aquileia aufbewahrte. Im Inneren befinden sich Gemälde von Antonio Burrini (1656–1727) und Andrea Barbiani (1708–1779) sowie Dekorationen von Domenico Barbiani (1714–1777).

Dieses profanierte Kirchengebäude dient als Eingang zur Domus dei Tappeti di Pietra (Haus der Steinfliesen). Dort kann man Mosaiken in einem byzantinischen Palast aus dem 6. Jahrhundert bewundern, dessen Boden heute drei Meter unter dem Straßenniveau liegt. Der Zugang erfolgt durch diese Kirche.

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Domus dei Tappeti di Pietra: Archäologische Stätte mit Mosaiken mit Hirtenmotiven aus der byzantinischen Ära unter einer Kirche von 1747.

Originales Bodenmosaik „Tanz der Dschinns der vier Jahreszeiten“, 6. Jahrhundert n. Chr.
Eine Kopie befindet sich in der Mitte des Raumes.

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Die Domus dei Tappeti di Pietra (Haus der Steinteppiche) in der oberitalienischen Stadt Ravenna ist eine frühbyzantinische Villa des 6. Jahrhunderts n. Chr. mit Mosaikfußböden. Die Mosaikfußböden befinden sich im Erdgeschoss der byzantinischen Villa, deren Niveau sich heute 3 Meter unterhalb des Straßenniveaus befindet. Der Zutritt zu dem großen archäologischen Museumsraum erfolgt über die Kirche Santa Eufemia in der Via Barbiani, etwa 100 Meter von der Basilika San Vitale entfernt. In dem Ausstellungsraum werden großflächige Mosaikfußböden gezeigt, die mit geometrischen Elementen und pflanzlichen Motiven verziert sind. Auf einem der Mosaiken ist der „Tanz der Jahreszeiten-Genien“ abgebildet, eine seltene Darstellungsform im Kreise tanzender Jahreszeiten. Ein anderes dargestelltes Motiv ist das eines Schafträgers

Mosaik des „Guten Hirten“, 4. Jahrhundert n. Chr., Kopie nach dem Original

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Dieser Wohnbereich wurde zwischen dem Ende des 5. und dem 6. Jahrhundert n. Chr. mehrfach restauriert. Der südliche Teil diente weiterhin als Wohnstätte: Der rekonstruierte Grundriss zeigt Räume, die auf einen weiten Innenhof hinausgingen, in dessen Mitte sich ein achteckiger Brunnen befand. Dieser offene Raum verband alle Räume des Hauses. Ein Empfangssaal, höchstwahrscheinlich ein Triclinium, weist hochwertige Mosaiken mit feiner Ikonographie auf. Das Emblem zeigt den Tanz der vier Jahreszeiten, begleitet von einem Panflötenspieler. Der Frühling trägt eine kurze rote Tunika und sein Haar ist mit Blättern und Blüten geschmückt; der Herbst trägt eine weiße Tunika; der Winter, in einen grünen Mantel gehüllt, trägt seinen Hut mit einem Kranz aus Sumpfgras; der Sommer ist nicht mehr da. Der barhäuptige Panflötenspieler im Hintergrund trägt Kleidung wie der Herbst. Die Darstellung des Kreislaufs der Zeit ist in der spätantiken Mosaiktradition einzigartig, da sie ein Thema aufgreift, das in den Speisesälen der Römerzeit üblich war. In dieser Zeit erlangte der nördliche Bereich des Geländes im Zusammenhang mit dem Bau der Kirche St. Euphemia eine religiöse Bedeutung. Ein Raum mit Mosaikboden, der von der Straße durch eine Vorhalle zugänglich war, diente als wahrhaft monumentaler Eingang zu einem Sakralbau.

RAUM 1: Dieser Raum diente der Begrüßung externer Besucher, bevor diese vom Hausbesitzer in den öffentlich zugänglichen Empfangsräumen empfangen wurden. Spätes 5. – frühes 6. Jahrhundert n. Chr.

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PORTA TEGURIENSE - EIN ANTIKES STADTTOR
Die Porta Teguriense verdankt ihren Namen dem Fluss Tegurio, der in der Nähe dieses Mauerabschnitts floss und den Hauptzugang zum monumentalen Stadtkern markierte. Als Ravenna zur Hauptstadt des Weströmischen Reiches wurde, ließ Kaiser Honorius die erste Stadtmauer erweitern und veränderte damit den Großteil der römisch-republikanischen Stadtstruktur aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. grundlegend. Die Porta Teguriense ist somit Teil der außergewöhnlichen Bautätigkeit der Spätantike, der die Stadt die von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommenen Denkmäler verdankt.

Von der ältesten Bauphase – dem 5. Jahrhundert – sind heute nur noch Spuren des äußeren Bogens (zum Garten der Teresa Gamba hin) erhalten. Außerdem sind noch Überreste des Turms zu sehen, der im frühen Mittelalter erbaut und während der venezianischen Herrschaft renoviert wurde. Er diente dem Schutz der Stadt vor äußeren Gefahren und vor den Überschwemmungen der Flüsse Ronco und Montone. Von den einst 5 km langen Stadtmauern aus der Zeit ihrer größten Ausdehnung sind heute nur noch 2700 Meter sichtbar und werden durch Schutz- und Sanierungsmaßnahmen bewahrt. Die Restaurierungsarbeiten am ältesten Stadttor sowie die Instandsetzung und Stabilisierung des angrenzenden Mauerabschnitts ermöglichen es den Besuchern, die vielschichtige Geschichte dieser Stadt von großer historischer, künstlerischer und kultureller Bedeutung besser zu verstehen.

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Basilica di Sant'Apollinare Nuovo - Von Theoderich dem Großen erbaute, palastartige Kapelle mit Sakralkunst, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Der Fassade ist heute ein einfacher Säulengang aus Marmor aus dem 16. Jahrhundert vorgestellt. Die Außenwände der Seitenschiffe sind durch Rundbogenfenster, fensterlose Blenden sowie kräftige Lisenen gegliedert. Ein Gesims, das aus einem dreistufigen Ziegelband besteht, verbindet die Fensterbögen mit den Lisenen, ein Element, das vermehrt bei Bauten in Nordsyrien verwendet wird. Am zylindrischen 38 Meter hohen Campanile finden sich in den unteren Stockwerken einbogige Fenster, in den Stockwerken darüber zweibogige und in den oberen Stockwerken dreibogige romanisch-ottonische Fenster. Dies lässt den Turm schmaler erscheinen. Die Form des Turms stammt ursprünglich aus der römischen Militärarchitektur; dort waren solche Türme vor allem in Stadtmauerbefestigungen integriert.

Westfront der Kirche mit Narthex und Campanile

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Die Basilika Sant’Apollinare Nuovo gilt als das bemerkenswerteste Bauwerk unter den von Theoderich direkt in Auftrag gegebenen Gebäuden. Sie wurde im späten 5. und frühen 6. Jahrhundert als arianische Pfalzkirche zu Ehren Christi errichtet und später, nach dem Edikt Justinians im Jahr 561 n. Chr., von Erzbischof Agnellus orthodox geweiht. Ihre Mosaiken stellen eine harmonische Verschmelzung westlicher und östlicher Elemente dar, sowohl in Bezug auf Dekoration als auch Architektur, wobei letztere ein charakteristisches Merkmal der Kunst Ravennas ist. Die Basilika ist in drei Schiffe unterteilt, und die Mosaiken erstrecken sich entlang des Mittelschiffs. Sie stammen aus der Zeit Theoderichs, mit Ausnahme der Prozession der Märtyrer und Jungfrauen sowie einiger von Justinian vorgenommener Verfeinerungen.

Im oberen Teil des Mittelschiffs befindet sich der älteste monumentale Zyklus aus den Evangelien, der das Leben und die Wunder Jesu darstellt; darunter sind feierliche Figuren auf goldenem Grund zu sehen. Im unteren Teil verdeutlicht die Prozession der Märtyrer und Jungfrauen eine weitere Abgrenzung von der römischen Welt und dem Naturalismus jener Zeit. Sie stellt den höchsten Ausdruck byzantinischer Orthodoxie und feierlicher Kunst dar. Die Mosaikdekorationen aus der Zeit Theoderichs und Justinians spiegeln die stilistische Entwicklung der Mosaiken von Ravenna wider.

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Das Mittelschiff, doppelt so breit wie die Seitenschiffe, mündete in eine Apsis – innen halbkreisförmig, außen polygonal. Diese Apsis wurde im 16. Jahrhundert umgebaut und im 18. Jahrhundert neu gestaltet, wodurch sie ihr heutiges Aussehen erhielt. Das kürzlich restaurierte Bauwerk bewahrt jedoch den Grundriss der Apsis aus dem 6. Jahrhundert. Die Apsis wurde 1950 erneuert. Sie war höchstwahrscheinlich mit Mosaiken geschmückt, die bei einem Erdbeben im 7. Jahrhundert zerstört worden waren.

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CAPPELLA DEL SANTISSIMO SACRAMENTO - KAPELLE DES HEILIGEN SAKRAMENTS

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Der Innenbereich ist 35 Meter lang und 21 Meter breit und besteht aus einem erhöhten Mittelschiff und zwei niedrigeren Seitenschiffen, die durch je eine Säulenreihe getrennt werden. Die Säulen bestehen aus Marmor, der aus Konstantinopel importiert wurde und haben ein Leier- oder auch Lederblattkapitell. Dabei handelt es sich um eine einfache Form des korinthischen Kapitells: die Akanthusblätter sind weniger ausgearbeitet und weisen eine grobe Ornamentik auf. Die Säulen sind durch Bögen verbunden, die kassettiert sind. Darüber befindet sich die Mittelschiffwand, die ein reich gestaltetes Mosaikfeld hat. Vor dem 16. Jahrhundert befand sich zwischen der Arkadenzone und den Mosaiken noch ein weiterer 1,5 Meter breiter Wandstreifen, der bei der Erhöhung des Bodenniveaus von 1611 durch die Franziskaner entfernt wurde. Der Obergaden besteht aus je elf Fenstern, deren Zwischenraum mit weiteren Mosaikdarstellungen geschmückt ist. Die jetzige Kassettendecke stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie ersetzt die ursprüngliche Decke, die man wegen ihrer prachtvollen Mosaiken „hl. Martin im Goldhimmel“ genannt hatte.

Der gesamte Innenraum war einst mit Mosaiken verziert. Heute sind nur noch die Mosaike im Mittelschiff vorhanden. Sie stammen vornehmlich aus der Zeit Theoderichs. Auf der südlichen Mittelschiffswand wird ein Zug von 26 männlichen Heiligen dargestellt, deren Prozession vom hl. Martin angeführt wird. Die nimbierten Heiligen tragen einfache weiße Tuniken, allerdings trägt der hl. Martin ein purpurnes Obergewand, und der hl. Laurentius erhielt ein goldenes Gewand, da er in Ravenna sehr verehrt wurde. In ihren verhüllten Händen tragen die Märtyrer Kränze und die Märtyrerpalme. Die Inschrift oberhalb ihrer Häupter identifiziert sie. Sie ziehen von Westen – einem Palast – nach Osten, zum thronenden Christus, der von zwei Engeln flankiert wird.

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Theoderich, der kultivierte König der Ostgoten, ließ die Basilika zwischen 493 und 526 als Palastkirche für den arianischen Kult erbauen und weihte sie Christus dem Erlöser. Der Herrscher gab einen Mosaikzyklus in Auftrag, der seine Herrschaft zu Land und zu Wasser, seinen Hof und die Gestalt Christi verherrlichen sollte. Der Arianismus galt der orthodoxen Kirche als Häresie: Er leugnete das göttliche Wesen Christi, verehrte ihn aber als Vorbild für das ewige Heil. Nach dem Ende der Ostgotenherrschaft mit der byzantinischen Eroberung der Stadt wurde die Kirche im Jahr 561 n. Chr. dem Heiligen Martin neu geweiht und es wurden neue Mosaiken von ausgezeichneter Qualität geschaffen.

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Das gegen Ende des 5. oder Anfang des 6. Jahrhunderts Christus, dem Erlöser geweihte Gebäude wurde auf Veranlassung Theoderichs des Großen (451/56–526) errichtet. Eine Bauinschrift ist zwar erhalten (sie wird unter anderem von dem Chronisten Agnellus in seinem Liber Pontificalis Ravennatis wiedergegeben); diese erlaubt aber keine nähere Datierung. Es ist lediglich nachvollziehbar, dass die Kirche unter Theoderich a fundamentis, also von den Grundmauern auf, errichtet wurde. Sie diente dem Ostgotenkönig als Palastkirche. Vermutlich gab es bereits einen Vorgängerbau, denn auf dem hinter der Kirche gelegenen Areal befand sich zuvor der Palast der Regentin Galla Placidia. Der an dessen Stelle errichtete Palast Theoderichs ist auf einem Mosaik in der Kirche abgebildet; von dem nicht mehr vorhandenen Gebäude wurden nur die Grundmauern und einige Fragmente von Mosaikfußböden ergraben.

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Das Gebäude folgt dem Beispiel der in der Zeit der Völkerwanderung noch zahlreich vorhandenen dreischiffigen Basiliken (deutsch ‚Königshallen‘) der römischen Architektur, die in der Antike aber nicht nur für manche Aula regia (Audienzhalle eines Herrschers) im engeren Sinn, sondern oft auch für Gerichts- oder Markthallen Verwendung gefunden hatte. Zeitlich steht der Bau am Übergang von der Spätantike zur Vorromanik, die besonders in Ravenna auch Parallelen zur zeitgleichen frühen byzantinischen Architektur aufweist (hier besonders die Mosaiken). Theoderich war am Hof des oströmischen Kaisers Leo I. in Konstantinopel aufgewachsen, hatte als hoher Offizier in der oströmischen Armee gedient und besiegte 490/491 Odoaker in Italien als rex des Gotenverbandes und magister militum im Auftrag von Kaiser Zenon.

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Nach 540, als die Byzantiner die Stadt in ihren Herrschaftsbereich eingliederten und der Arianismus zur Irrlehre erklärt wurde, wurde die Basilika zwischen 556 und 565 dem Patrozinium des hl. Martin unterstellt. Dies geschah unter dem damaligen Erzbischof Ravennas, Agnellus. Gegen Mitte des 9. Jahrhunderts, als die Reliquien des hl. Apollinaris, des ersten Bischofs von Ravenna, von der Kirche Sant’Apollinare in Classe in die Martinskirche innerhalb der Stadtmauern überführt wurden, wurde die Kirche dessen Patrozinium geweiht. Die Basilika Sant’Apollinare in Classe lag außerhalb und war Plünderern leichter zugänglich. Der Zusatz nuovo wurde dem Namen deshalb gegeben, um sie von Sant’Apollinare in Veclo zu unterscheiden.

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La Cappella della Pace e della Vittoria - Die Kapelle des Friedens und des Sieges

Die Funktion des Oratoriums: Am 30. November 1919 wurde die Kapelle des Friedens und des Sieges geweiht. Dieses Oratorium, das sich im linken Seitenschiff der Basilika Sant’Apollinare Nuovo befindet, wurde von Rektor Don Andrea de Stefani als Zeichen der Anerkennung und zum Gedenken an den ersten Luftangriff auf Ravenna am 12. Februar 1916 während des Ersten Weltkriegs in Auftrag gegeben. Bei dieser Gelegenheit wurde die Basilika Sant’Apollinare Nuovo durch eine Bombe, die von einem österreichischen Wasserflugzeug abgeworfen wurde, schwer getroffen. Die Kapelle diente auch dem Gedenken an den Wiederaufbau der Basilika und der Schaffung eines Ortes der andächtigen Andacht für die Gefallenen aus ganz Italien, auch für die Unbekannten, und für die Tragödien und das Leid, das auch die alliierten Nationen im Krieg erlitten hatten.

Der Maler Carlo Donati: Das Gesamtkonzept der Kapelle und ihrer Dekoration wurde dem Maler Carlo Donati (Verona 1874–1949) anvertraut, einem Künstler mit tiefem religiösem Empfinden, der auch die dazugehörige Ausstattung entwarf.

Der sakrale Raum ist ein kleiner quadratischer Raum, dessen Decke von einem mit Arabesken verzierten Oberlicht unterbrochen wird. Der schmiedeeiserne Kronleuchter erhellt den weißen Marmoraltar-Sarkophag, der durch ein Altarbildnis ergänzt wird, ebenfalls aus Schmiedeeisen – mit Kerzenleuchtern, Altarkreuz mit Kartaglorien und Blumenvasen. Die Namen der Verstorbenen und der Wohltäter, die das Oratorium finanzierten, sind in den Sockel der Kapelle eingraviert. Das figürliche Programm wird durch zwölf Ölgemälde illustriert, die eine Art großes Polyptychon bilden, das durch einen geschnitzten Rahmen und die jeweilige Bildunterschrift ergänzt wird. Fünf Hauptthemen dieses reichen und vielschichtigen Bildzyklus lassen sich zusammenfassen.

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Gemäldezyklus: Im Zeichen des Schmerzes, die Flamme der Nächstenliebe
Auf dem Bildfeld links vom Eingang ist ein sterbender Soldat dargestellt, gestützt von zwei Rotkreuzschwestern – eine davon ist Armanda Ravuzzi aus Ravenna –, die seine Wunden mit der italienischen Flagge trocknen. Neben ihnen sind zwei Militärgeistliche abgebildet, die Chrysanthemen bzw. einen Kelch tragen. Hinter dieser Gruppe sind zwei Gefallene des Ersten Weltkriegs verewigt: die Leutnants Anselmo Calvetti aus Ravenna und Ermenigildo Monti. Die dritte Rotkreuzschwester, kniend und mit Verbandsmaterial in der Hand, ist Herzogin Elena von Aosta: Sie war von 1911 bis 1921 Generalinspektorin des Italienischen Roten Kreuzes. Auf dem Seitenbildfeld hält ein französischer Soldat einen Eichenzweig, Symbol des Sieges, während er mit dem anderen eine von Bomben beschädigte Kirche segnet.

Cor lesu, pax et reconciliatio nostra
Im zentralen Altarbild wird das intensive Licht des Herzens Christi hervorgehoben: der Dreh- und Angelpunkt des gesamten Figurenkomplexes. Der Maler Carlo Donati stellt außerdem die Jungfrau vom Rosenkranz, den heiligen Josef und vier Engel dar. Am Fuße des heiligen Gesprächs kniend sind Papst Benedikt XV. zu erkennen, der ein großzügiges Darlehen für die Restaurierung der Basilika Sant’Apollinare Nuovo unterzeichnete, sowie der Erzbischof von Ravenna, Pasquale Morganti, der den Rektor Don Andrea de Stefani begleitet. Dieser empfängt einen Olivenzweig von Christus und bietet dem Erlöser selbst das durch die Bombenangriffe beschädigte Modell der Basilika von Ravenna zum Schutz an. In dieser jüngsten Ikonenmalerei ließ sich der Maler Carlo Donati von dem berühmten Bild des Bischofs Ecclesio inspirieren, der die Basilika San Vitale dem Christus Kosmokrator in den Mosaiken von San Vitale in Ravenna darbringt.

Die Siege Grappas
Neben dem Hauptaltarbild mit dem Herzen Christi wird des Majors Francesco Baracca gedacht, des berühmten Fliegers aus Lugo, der zusammen mit anderen Kriegstoten die Madonna del Grappa stiftete.

Der große Gott segne Italien.
Auf diesem Bildfeld gleich am Eingang, wo sich auch Carlo Donatis feines Gespür für Porträtkunst zeigt, segnet Monsignore Angelo Bartolomasi, Bischof von Castrense und Primas der Militärgeistlichen, die Modelle einiger berühmter religiöser Denkmäler des unerlösten Italiens und der alliierten Nationen: wahre Trophäen, die von den Gefallenen des Ersten Weltkriegs mitgebracht wurden. In dieser Gruppe erkennen wir König Viktor Emanuel III. von Italien und einige andere hochdekorierte Männer aus der Romagna, von denen einige im Kampf gefallen sind: Der kniende Soldat ist der Flieger Luigi Ridolfi aus Forlì, der stehende Soldat hinter dem König ist Leutnant Luigi Spinelli, während auf der gegenüberliegenden Seite, rechts im Bild, die Leutnants Mario Fantozzi aus Ravenna und Decio Raggi aus Forlì zu sehen sind. Auf dem Seitenbildfeld sticht die Personifizierung Großbritanniens hervor: Drei britische Soldaten opfern das Heilige Grab von Jerusalem.

Die Unschuldigen
Über dem Eingang der Kapelle, auf einem spitzbogigen Tisch, ist schließlich das Opfer der Unschuldigen symbolisch dargestellt: Ein Mädchen in Todesangst empfängt die Heilige Eucharistie vor dem düsteren Hintergrund einer Nacht, die von den Silhouetten der die Stadt bombardierenden Flugzeuge erhellt wird. Bewegte Familienmitglieder versammeln sich um das junge Opfer. Die vom unschuldigen Maler gewählte Ikonographie erinnert an mittelalterliche Trauer. Weitere gefallene Soldaten sind im oberen Bereich der Kapelle abgebildet. In den Ecken wurden Waffentrophäen gemalt.

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Auf der gegenüberliegenden Wand ist eine Prozession von 22 jungfräulichen Märtyrerinnen dargestellt, die sich von Classe zu der von vier Engeln flankierten, thronenden Muttergottes mit dem Kind bewegt. Die Jungfrauen tragen goldbestickte Tuniken und weiße Schleier und wie die männlichen Märtyrer den Siegeskranz in der verhüllten Hand. An der Spitze der heiligen Jungfrauen ziehen die Weisen aus dem Morgenland.

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Im Obergaden sind zwischen den Fenstern 32 Darstellungen von Aposteln und Propheten zu sehen. Darüber befinden sich in rechteckigen Feldern abwechselnd Darstellungen der Wunder und der Passion Christi sowie Baldachine. Dabei sind die Darstellungen nicht nach der Chronologie der Bibel, sondern nach der liturgischen Leseordnung angeordnet.

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Sogenannter Palast Theoderichs (Palazzo di Teodorico), SAN SALVATORE AD CALCHI, 7.-8. Jahrhundert
Das Gebäude steht auf dem Gelände des ehemaligen Palastkomplexes des Gotenkönigs Theoderich (454–526). Ursprünglich diente es vermutlich als Wachgebäude (6.–8. Jahrhundert) und wurde später in eine Vorhalle (Narthex) vor der Kirche San Salvatore ad Calchi umgewandelt, die Anfang des 16. Jahrhunderts zerstört wurde. Die Backsteinfassade weist einen zentralen Bogen mit einer darüberliegenden, geräumigen Nische auf; seitlich befinden sich von Marmorsäulen getragene Sprossenfenster. Im Inneren sind interessante Fragmente von Bodenmosaiken zu sehen, die im Bereich des Kaiserpalastes von Theoderich gefunden wurden.

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Erzbischöfliches Museum (Museo Arcivescovile di Ravenna) - Religiöse Kunst und Objekte aus der Region sowie eine byzantinische Kapelle mit aufwendigen Mosaiken.

Das Erzbischöfliche Museum von Ravenna (Museo arcivescovile di Ravenna) befindet sich im Erzbischöflichen Palais in unmittelbarer Nähe des Domes und des Baptisteriums der Kathedrale und geht auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück: Im Zuge des Um- bzw. Neubaus des Domes von Ravenna unter Erzbischof Niccolò Farsetti wurden die dort befindlichen Inschriften, Mosaikfragmente und Steindenkmäler (ab dem 6. Jahrhundert) in einem eigenen Lapidarium aufgestellt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Museum umgebaut und um Objekte aus Kirchen der Diözese ergänzt. Es folgten Ausgrabungsfunde aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der Erzbischöfliche Palast von Ravenna stammt aus dem späten 4. und frühen 5. Jahrhundert n. Chr. und geht auf den Auftrag von Bischof Ursus oder Orso zurück. Der Bischofskomplex umfasste die ursprüngliche Kathedrale, die laut Quellen Basilica Ursiana genannt wird, das Baptisterium und die Residenz des Prälaten. Wir befinden uns im Südosten der Stadt. Einige Jahre später, im Jahr 402, wurde die Hauptstadt des Weströmischen Reiches von Mailand nach Ravenna verlegt.

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Das Farsetti-Lapidarium
1734 beschloss die Mensa Arcivescovile von Ravenna, die Basilica Ursiana, die Kathedrale der Stadt, zu renovieren. Das damals genutzte Gebäude war ursprünglich im späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert erbaut, im Hochmittelalter weitgehend umgebaut und im 16. Jahrhundert erneut erweitert worden. Der Architekt Buonamici, der den Neubau entwarf, beabsichtigte ursprünglich, das Presbyterium der alten Kathedrale mit den beiden Kapellen aus dem 17. Jahrhundert zu erhalten und nur den Hauptteil zu ersetzen. Während der Arbeiten stürzte jedoch die Apsis ein, die damals noch ein kostbares mittelalterliches Mosaik enthielt.

Daher wurde beschlossen, das gesamte Gebäude bis auf die beiden Kapellen neu zu errichten.
Beim Abriss stellte man fest, dass ein Großteil der weißen, geäderten Marmorplatten des Fußbodens aus dem 16. Jahrhundert in Wirklichkeit alte, wiederverwendete und falsch herum verlegte Inschriften waren. Erzbischof Maffeo Niccolò Farsetti (1727–1741), ein Liebhaber antiker Fundstücke und bestrebt, den Bischofspalast mit Spuren der ruhmreichen Vergangenheit des Erzbistums Ravenna zu bereichern, beschloss, alle gefundenen Wertgegenstände aufzubewahren und ließ im kleinen Atrium der Andreaskapelle einen kleinen Steinmetzraum einrichten. Farsettis Steinmetzraum gilt daher als Vorläufer des heutigen Erzbischöflichen Museums. In diesem ersten Museum wurden 85 Stücke an den Wänden ausgestellt, deren ursprüngliche Anordnung durch Zeichnungen von Buonamici belegt ist. Die frühe Sammlung umfasste die in den Bodenplatten gefundenen Inschriftenplatten sowie weitere Fundstücke aus dem Abriss der Kathedrale und – vorsorglich – einige Stücke aus Sakralbauten der Stadt und der Umgebung.

Von Farsettis Lapidarium bis zum Erzbischöflichen Museum
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Lapidarraum am selben Ort unter Verwendung der bereits im 18. Jahrhundert genutzten vier Wände neu organisiert. Diese zweite Präsentation ist uns auch durch einige Zeichnungen aus dieser Zeit bekannt. Ein Vergleich der Zeichnungen zeigt, dass im 19. Jahrhundert erneut 85 Stücke ausgestellt wurden, von denen jedoch nur 73 zweifelsfrei als Objekte des ersten Lapidarraums identifiziert werden können. Im 20. Jahrhundert wurde die Sammlung in zwei neuen Ausstellungen präsentiert. Die erste entstand nach der Restaurierung der erzbischöflichen Kapelle und des ältesten Teils des Bischofsgebäudes. Sie wurde vom Leiter der Denkmalpflege von Ravenna unter der Aufsicht von Giuseppe Gerola initiiert und 1932 eröffnet. Die frühe Sammlung wurde um zahlreiche Stücke aus dem Dom, den Sakralbauten der Diözese sowie aus archäologischen Ausgrabungen in der Stadt und Umgebung erweitert.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Museum dank der Initiative von Monsignore Mario Mazzotti, dem Leiter des erzbischöflichen Archivs und Museums, im Zuge einer umfassenden Restaurierung der verschiedenen Nebengebäude des Doms zwischen 1955 und 1969 durch die Hinzunahme neuer Exponate erweitert. Dabei erreichte die Sammlung ihren heutigen Umfang. Die neuen Ausstellungsstücke umfassten weiterhin die ursprüngliche Sammlung Farsettis, die in den beiden Eingangshallen des Museums konzentriert war. Die Anordnung der Exponate orientiert sich jedoch an der chronologischen Abfolge der Zeiträume. In diesem Raum befinden sich die Stücke aus Farsettis Lapidar, die beim Abriss des Doms geborgen wurden, ergänzt durch die Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Domboden geborgenen Transennae. Die Exponate decken einen Zeitraum von der Antike bis zum mittleren Mittelalter ab.

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Ein Sarkophag aus der Kathedrale
Das Erzbischöfliche Museum von Ravenna bewahrt diesen kostbaren Sarkophag aus prokonnesischem Marmor auf. Er stammt aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. und gelangte 1961 auf Wunsch des damaligen Direktors, Monsignore Mario Mazzotti, in die Sammlung des Museums. Dieses Artefakt zeichnet sich durch zwei bedeutende Merkmale aus. Zum einen durch seine Provenienz: 1761 wurde der Sarkophag in den Altarraum der Kathedrale von Ravenna aus dem 18. Jahrhundert eingesetzt. Die beiden lateinischen Inschriften auf dem erneuerten Deckel, die auf Wunsch des Erzbischofs von Ravenna, Ferdinando Romualdo Guiccioli, eingraviert wurden, erinnern an dieses feierliche Ereignis, bei dem die Reliquien der heiligen Erzbischöfe der Stadt in den Sarkophag überführt wurden.

Das zweite bemerkenswerte Merkmal ist seine Verzierung. Tatsächlich ist dieser Sarkophag in der typischen frühchristlichen Ikonographie dargestellt, die sich durch Ädikula mit muschelförmiger Krone auszeichnet und von einem anonymen Künstler im Flachrelief gearbeitet wurde. An den Längsseiten sind jeweils ein Pfau, Symbol der Unsterblichkeit, abgebildet, der aus der Quelle des wahren Lebens trinkt (oben hervorgehoben durch das christologische Monogramm), und zwei Lämmer, die an einer Dattelpalme fressen: das Wort Gottes, das reiche Frucht bringt. Die Palmen und Kreuze wiederholen sich an den Längsseiten, während an den kurzen Seiten nur die Kreuze zu sehen sind.

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Farsettis Lapidar und das moderne Museum
Dieser Raum beherbergt Objekte verschiedener Herkunft aus Farsettis Lapidar sowie weitere Materialien, die im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts in die Museumssammlungen aufgenommen wurden. Die Stücke umfassen einen Zeitraum von der Antike bis zum mittleren Mittelalter. Die antiken Exponate sind hauptsächlich Stelen und ausgeschnittene Tafeln von Sarkophagfronten aus Norditalien. Diese Exponate stammen aus der Zeit vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr. An der Nordwand sind Exponate aus den frühen Jahrhunderten des Mittelalters unterschiedlicher Herkunft ausgestellt.

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Der Elfenbeinthron - Thron des Erzbischofs Maximian (6. Jh.), Elfenbein
Die Maximianskathedra ist ein Bischofsstuhl (Kathedra) aus der Mitte des 6. Jahrhunderts, der sich im Museo arcivescovile in Ravenna befindet. Er wird dem ravennatischen Bischof Maximianus zugeordnet und ist komplett mit Elfenbeintafeln dekoriert, die alt- und neutestamentliche Darstellungen zeigen.

Im Zentrum des Raumes steht ein einzigartiges Stück, für das das Erzbischöfliche Museum weltweit bekannt ist: der Elfenbeinthron von Erzbischof Maximian. Dieser kostbare Sitz besteht aus einem ursprünglich aus Ebenholz gefertigten Gestell, auf dem 27 fein gravierte, rechteckige Elfenbeintafeln angebracht sind, die durch ebenfalls aus Elfenbein gefertigte Bänder mit Pflanzenmotiven verbunden sind. Ursprünglich umfasste das Gestell 39 gravierte Tafeln; die heute fehlenden wurden durch mit Pergament bespannte Holztafeln ersetzt. Der Thron gelangte in den 1930er Jahren im Zuge von Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten in das Erzbischöfliche Museum. Zuvor befand er sich an verschiedenen Orten. Ende des 18. Jahrhunderts war er nachweislich im Cartilogio, dem Anbau des Chors der alten Kathedrale, die 1773 abgerissen wurde, um Platz für die Sakristei zu schaffen. Dort wurden, den Quellen zufolge, die Dokumente des erzbischöflichen Archivs und später der Bibliothek aufbewahrt. Im Zentrum der Vorderseite des Throns befindet sich ein Monogramm, das von vielen Kritikern als Abkürzung des Namens des Erzbischofs Maximian (546–556), des Prälaten von Ravenna zur Zeit Justinians, interpretiert wird, der den prächtigen Thron geschenkt bekommen hatte. Dennoch bestehen weiterhin Zweifel am Ort und ursprünglichen Bestimmungsort des Throns. Sicher ist hingegen, dass die Anfertigung des Throns, wo auch immer er hergestellt wurde, vier verschiedenen Künstlern zugeschrieben wird, von denen einer die Zierbänder schuf. Die auf dem Thron angebrachten Figurentafeln zeigen Szenen, die von Episoden aus dem Alten und Neuen Testament inspiriert sind. Die Tafeln sind aus Elfenbein gefertigt, und die Bilder wurden durch Gravur in die Oberfläche eingearbeitet.

Die zu betrachtenden Reliefs des Throns befinden sich auf der Rückseite, von vorne betrachtet. Zwischen zwei Bändern mit prächtigen Pflanzenfriesen sind fünf Reliefs angebracht, die Johannes den Täufer in der Mitte und die vier Evangelisten darstellen. Johannes der Täufer hält das Lamm, Symbol des Erlösers, in einem Kreis; die Evangelisten halten jeweils eine Papyrusrolle, die in der Antike als Grundlage für die Schrift diente. An den Seiten der Rückseite befinden sich je fünf Reliefs, die die Geschichte Josefs, des Juden, nach dem Alten Testament erzählen. Auf der linken Seite zeigen die Reliefs die Episode, in der die Brüder ihren Eltern von Josefs Tod berichten, Josef in den Brunnen hinabgelassen wird, während das Lamm geschlachtet wird, Josef an die Händler verkauft wird, Josef an Potifar verkauft wird und Josef zu Unrecht angeklagt und eingekerkert wird. Auf der rechten Seite zeigen die Reliefs Josef auf dem Thron, wie er seine Brüder empfängt, den Trick mit den Bechern im Getreide, Josef, wie er dem Pharao seinen Traum erklärt, Jakob, der seinen Sohn Josef umarmt, und den Traum des Pharaos.

Die Innenseite der Rückseite bot Platz für acht Tafeln, von denen nur noch fünf erhalten sind. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi: die Verkündigung, den Beweis der Jungfräulichkeit Marias durch das Wasserprobe, Josefs Traum und die Reise nach Bethlehem, die Geburt Christi und das Wunder der Hebamme mit der verdorrten Hand sowie Maria mit dem Kind. Auf der Außenseite der Rückseite war Platz für sechzehn Tafeln, von denen sieben erhalten sind. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi: die Taufe Christi, den Einzug in Jerusalem, die Speisung der Fünftausend, die Vermehrung von Brot und Fisch, das Wunder bei der Hochzeit zu Kana, die Heilung des Blindgeborenen und die Begegnung Christi mit der Samariterin am Brunnen.

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Erzbischöfliche Kapelle Sant'Andrea - Erzbischöfliche Kapelle Sant'Andrea
Die St.-Andreas-Kapelle, auch Erzbischöfliche Kapelle genannt, wurde in der Zeit Theoderichs zwischen 494 und 519 n. Chr. als privates Oratorium für katholische Bischöfe errichtet. Sie ist die einzige erhaltene erzbischöfliche Kapelle aus frühchristlicher Zeit, die bis heute unversehrt geblieben ist. Der Eingang führt in eine rechteckige Vorhalle, an die sich ein kleiner Schrein in Form eines griechischen Kreuzes mit einer winzigen Apsis anschließt. Beide Bereiche sind mit Mosaiken verziert, obwohl sie in der Vergangenheit umfangreiche Restaurierungen erfahren haben. Das Tonnengewölbe der Vorhalle ist mit Vögeln, Lilien und Rosen geschmückt, während auf dem Tympanon am Eingang ein Christus, der auf Löwen und Schlange tritt, die Szene dominiert. Es ist die Darstellung eines Christus, der die Mächte des Bösen besiegt: Die gesamte Kapelle verkörpert angeblich einen starken antiarianischen Geist und bekräftigt somit die Prinzipien der katholischen Orthodoxie. An den Wänden befindet sich die berühmte Inschrift, die die Funktion des Lichts preist, und ein Chrismon, Symbol Jesu Christi aus den griechischen Buchstaben I und X, erstrahlt auf dem Gewölbe des Schreins. Vier Engel, abwechselnd mit den Symbolen der vier Evangelisten, halten den Clipeus. Die Dekoration der vier Intrados zeigt in den ersten beiden das Antlitz Christi und die Apostel, in den beiden letzten das Chrismon mit den Märtyrern.

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Die Erzbischöfliche Kapelle (Cappella Arcivescovile) befindet sich im ersten Stock des Erzbischöflichen Palastes von Ravenna und gehört heute zum Erzbischöflichen Museum. Sie ist teilweise mit Mosaikarbeiten ausgeschmückt. Sie war das private Oratorium trinitarischer Bischöfe seit Beginn des 6. Jahrhunderts. Gewöhnlich wird sie Petrus Chrysologus zugeschrieben, der 433–450 Erzbischof von Ravenna war, jedoch wurde sie erst von Petrus II. erbaut, der das Amt 494–519 innehatte.

In der Bewertung der Kapelle als UNESCO-Weltkulturerbe durch das ICOMOS heißt es: „Die Bedeutung dieses Bauwerks liegt in der Tatsache, dass es als einziges privates frühchristliches Oratorium bis zum heutigen Tag erhalten geblieben ist. Seine Ikonografie ist wichtig wegen ihrer stark anti-arianischen Symbolik.“

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Die Kapelle ist von kreuzförmigem Grundriss. Die Mosaike wurden schon beim Bau oder bald danach angefertigt. Heute ist die Kapelle dem Apostel Andreas geweiht, sie war jedoch ursprünglich Jesus Christus gewidmet. Dies bezeugt die Lünette über der Tür zum Vestibül, auf der Christus in der Kleidung eines römischen Feldherrn dargestellt ist, wie er auf eine Schlange und einen Löwen tritt. Die unteren Teile der Wand sind mit Marmorplatten verkleidet. Das übrige Innere der Kapelle war mit reichen Mosaiken in der Art von Bildteppichen ausgekleidet, die im Gewölbe erhalten sind, ansonsten jedoch im 16. Jahrhundert von dem manieristischen Maler Luca Longhi durch Temperamalereien ersetzt wurden.

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Der heilige Jakobus der Ältere (1770–75)
Lorenzo Petroncelli (Rom, 1724–1801) Silberguss im Wachsausschmelzverfahren, gepresst und ziseliert; Höhe 60 cm

Der heilige Johannes der Evangelist (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts)
Lorenzo Petroncelli (Rom, 1724–1801) Silberguss im Wachsausschmelzverfahren, gepresst und ziseliert; Höhe 60 cm

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Pastoralstab der Mailänder Heiligen
Hl. Ambrosius – Hl. Petrus Märtyrer - Hl. Karl Borromäus – Hl. Pasquale Bajlon
Im Besitz von Monsignore Pasquale Morganti, Erzbischof von Ravenna 1904–1921
Gegossenes, vergoldetes, ziseliertes und geprägtes Silber

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Der Triumph Davids
David ist auf einem Triumphwagen dargestellt, Goliaths Kopf auf seinem Schwert aufgespießt. Das Bild zeigt den Moment unmittelbar nach dem Kampf mit dem Philisterriesen Goliath. Der kräftige junge Mann trägt einen Beutel an der Seite, in dem er die fünf glänzenden Kieselsteine ​​aus dem Fluss aufbewahrt, mit denen er Goliath getötet hat. Nach dem Kampf nahm David Goliaths Schwert, schlug ihm den Kopf ab und brachte ihn zu König Saul nach Jerusalem. Der Heerführer Abner geleitete ihn zu Saul.

Das Gemälde zeigt diesen zweiten Moment. David fährt auf einem Triumphwagen, hinter ihm sitzt eine Person mit einem levantinischen Turban, vermutlich General Abner. Vor ihm spielen einige Frauen verschiedene Musikinstrumente. Für diesen musikalischen Empfang gibt es im ersten Buch Samuel (1 Sam 17), das diese Episode schildert, keinen Beleg. Er ist jedoch typisch für die biblische Tradition, wie etwa das Danklied, das Mirjam und andere Frauen nach dem Durchzug durch das Rote Meer sangen.

 Ravenna - Emilia-Romagna, Juni 2026

Salomons Urteil
David wurde von Salomo beerbt. Der König wird gerufen, um die wahre Mutter eines Kindes zu bestimmen, das von zwei Frauen beansprucht wird. Die Episode wird im 1. Buch der Könige (1 Kön 3,16–28) erzählt. Zwei Prostituierte werden vor ihn gebracht. Sie berichten, dass sie beide, wenige Tage nacheinander, Kinder geboren und im selben Haus geschlafen haben. Eines Nachts starb eines der beiden Babys, und laut Anklage tauschte eine der Frauen ihr totes Kind gegen das lebende der anderen aus. Nachdem Salomo den Streit der beiden Frauen mitgehört hat, befiehlt er, das Baby in zwei Hälften zu teilen, sodass jede Frau eine Hälfte erhält. So erfährt Salomo sofort, wer die wahre Mutter ist: nicht diejenige, die das Urteil billigt, sondern diejenige, die Salomo inständig bittet, das Baby der anderen Frau zu geben und es aus Liebe zu ihrem Sohn nicht zu töten. Im Gemälde ist alles szenisch dargestellt. Auf der einen Seite ist Salomo auf seinem Thron zu sehen, der befiehlt, das Baby in zwei Hälften zu teilen, auf der anderen Seite zwei Frauen, von denen die Mutter den König anfleht, während die andere verwirrt zusieht. Beide Gemälde stammen von demselben anonymen Künstler im venezianischen Stil und datieren aus den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts.

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Das Kreuz, bekannt als das „Kreuz des Bischofs Agnellus“
Geprägtes Silber auf einem Sockel aus Fichtenholz; 128 × 122 cm

Das Kreuz wird mit Bischof Agnellus (557–570 n. Chr.) in Verbindung gebracht, wie eine Notiz im Liber pontificalis von Andrea Agnello aus der Mitte des 9. Jahrhunderts belegt. Untersuchungen der ältesten geprägten Silberfolienfiguren des Kreuzes lassen eine Datierung ins 12. Jahrhundert erkennen. Ein Blick auf die Art der Gewänder genügt, um den Unterschied zu jenen zu erkennen, die viele Heilige und Bischöfe auf den Mosaiken von Ravenna aus dem 6. Jahrhundert tragen.

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Prozessionskreuz des Meisters „Andrea“
Silberfolie mit gegossenen Seitenteilen auf mit transluzenter Emaille überzogener Silberfolie; 43 × 33 cm (Seitenteile: 9 × 9 cm)

Die Inschriften auf dem Kreuz nennen den Namen des Stifters, Anastasio Macarava, des Domschatzmeisters, der das Kreuz 1366 stiftete, und des Goldschmieds Andreas, der es anfertigte. Die gegossenen Silberfiguren an den Seitenarmen im betont expressionistischen Stil erinnern an die Kultur der Emilia-Romagna. In Bologna ist der Goldschmied Andrea di Bartolomeo nur durch Urkunden aus der Zeit von 1355 bis 1396 belegt.

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DUOMO, 1734-1745: Diese barocke Kathedrale wurde nach dem Entwurf von Gianfrancesco Buonamici (1692–1759) nach dem Abriss der alten Basilika von Ursiana erbaut. Der Bau wurde Anfang des 5. Jahrhunderts von Erzbischof Orso in Auftrag gegeben. Die Kathedrale ist in Form eines lateinischen Kreuzes mit drei Schiffen angelegt und besitzt einen großen Bogenportikus. Die neoklassizistische Kuppel mit elliptischem Grundriss, die die ursprüngliche Kuppel in den Jahren 1780–1782 ersetzte, stammt von Giuseppe Pistocchi (1744–1814). Im Inneren befindet sich ein Marmorambo aus der Zeit von Bischof Agnello (557–570). Der runde Glockenturm stammt aus dem 10. Jahrhundert.

ERZBISCHOFSPALAST, 3.-16. Jahrhundert und später
Der in der Neuzeit hinter der Kathedrale wiederaufgebaute Teil schließt sich nahtlos an den ältesten Teil der Gebäude an, die einst als Residenz des Bischofs Orso (3.–5. Jahrhundert) dienten. 1896, nach einem Entwurf von Luigi Capanna, präsentiert sich der Platz heute so, wie er heute ist. Im Inneren befinden sich die Sammlung des Erzbischöflichen Museums und Gemälde von Girolamo Curti (1570–1631). Durch den Portikus des Eingangs, im „Garten des Erzbischofs“, erblickt man die Außenseite der Kapelle „Sant’Andrea“ (5. Jahrhundert), deren Inneres mit prächtigen Mosaiken geschmückt ist, sowie den massiven Salustra-Turm (2.–3. Jahrhundert), möglicherweise ein Überrest eines römischen Portals und vermutlich das „Castellum aquae“ des Trajana-Aquädukts.

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Quadrarco di Braccioforte
Der Quadrarco di Braccioforte ist kein imposantes Monument, sondern vielmehr eine stimmungsvolle, offene Oase der Geschichte. Unmittelbar neben Dantes Grabmal (Tomba di Dante) und der Basilika San Francesco gelegen, bildet er einen ruhigen, grünen Rückzugsort, der an einen geheimen Garten erinnert. Er ist eine ehemalige Grabstätte, die einst zum Franziskanerkloster gehörte, und bietet einen Ort der besinnlichen Stille im Herzen der „Zone der Stille“ (Zona del Silenzio).

Nahe Dantes Grabmal kann man diesen prächtigen Garten bewundern. Im Quadrarco, rechts vom Eingang, befinden sich die Sarkophage „Pignatta“ und „Traversari“. Beide stammen aus dem 5. und 6. Jahrhundert und wurden später für die Bestattung von Mitgliedern adliger Familien aus Ravenna wiederverwendet, von denen sie ihre Namen haben. Drei weitere, schlichter verzierte Sarkophage stehen im angrenzenden kleinen Garten, wo sich ein grüner Hügel erhebt, der an den Ort erinnert, an dem Dantes Gebeine während des Zweiten Weltkriegs aufbewahrt wurden.

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Basilica di San Francesco an der Piazza San Francesco
Rechts die Krypta von Rasponi und die Hängenden Gärten des Provinzialpalastes (Die Krypta von Rasponi und die Hängenden Gärten des Provinzialpalastes)

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Der Palazzo della Provincia, erbaut zwischen 1925 und 1928 nach den Plänen des Architekten Giulio Ulisse Arata aus Piacenza, ist ein Beispiel neoromantischer Architektur mit Anklängen an den byzantinischen Stil.
Der Palazzo Provincia entstand auf den Ruinen eines Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert, das der Familie Rasponi gehörte und 1922 von einer Gruppe Faschisten in Brand gesteckt wurde, da es damals Sitz des Genossenschaftsverbandes war. Bis 1886 diente der Palast als Patrizierhaus, bevor er zum bekannten Hotel Byron wurde. Von dem ehemaligen Gebäude sind die Krypta und die Dachgärten erhalten geblieben. Die vier asymmetrischen Baukörper des Palastes gruppieren sich um den Innengarten, der durch eine malerische Quelle und einen neugotischen Turm zusätzlich aufgewertet wird.

Der Palast überblickt die Piazza Caduti per la Libertà und die Piazza San Francesco, deren monumentale Säulenhalle mit spätbyzantinischen Elementen, die sich harmonisch in die romanische Fassade der Basilika einfügt, zum Ehreneingang führt. Der Eingang von der Piazza San Francesco mündet in ein Vestibül mit einer majestätischen Treppe, die mit Galerien für Frauen und kunstvoll geschnitzten Marmorbalustraden mit originalen Fragmenten aus dem Mittelalter verziert ist. In den 1930er Jahren, nach dem Bau der nahegelegenen Piazza Littoria (heute Piazza Caduti), wurde der Palast umgebaut. Die Ostfassade wurde zum neuen Haupteingang und erhielt zu diesem Anlass eine prächtige weiße Marmorverkleidung. Der Ratssaal, dessen Sockel mit Marmorintarsien verziert ist, besticht durch eine hölzerne Kassettendecke und Fresken entlang des lünettenförmigen Abschlusses. Im Konferenzraum des Präsidenten zeigen die Wandgemälde von Antonio Morocutti und Giovanni Majoli die wichtigsten typischen Tätigkeiten in der Provinz Ravenna, wie Landwirtschaft, Töpferei, Salzgewinnung und Bauernmarkt.

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Centro storico Ravenna, Piazza del Popolo
Colonna di San Vitale (links) und Colonna di Sant'Apollinare (rechts)

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Comune di Ravenna an der Piazza del Popolo

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Dieses prächtige mittelalterliche Rathaus wurde Ende des 13. Jahrhunderts (1280–1288) erbaut, kurz darauf gefolgt vom nahegelegenen Palast des Apostolischen Legaten. In dieser Zeit begann man, die heutige Piazza del Popolo als Zentrum der öffentlichen Macht und der städtischen Repräsentation zu begreifen. Ihre Gestaltung wurde im 15. Jahrhundert abgeschlossen, nachdem der Fluss Padenna zugeschüttet und der allgemeine Stadtplan festgelegt worden war: Der Platz erhielt nun die Proportionen des Lateinischen Forums, wie sie Leon Battista Alberti in seiner Abhandlung „De re aedificatoria“ (um 1450) vorschrieb.

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Chiesa di Santa Maria del Suffragio und Banca Nazionale Del Lavoro an der Piazza del Popolo

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Ravenna wird auch die 'Mosaikhauptstadt' genannt und so sind die Altstadtgassen stilecht mit mosaikbesetzten Straßenschildern versehen. Knapp 100 dieser Schilder stammen aus der Hand bzw. dem Labor von Anna Fietta, einer ortsansässigen Künstlerin mit einem großen Team an MosaikkünstlerInnen.

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Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: