Schallaburg

Schollach bei Loosdorf, Juni 2023

Ausstellung „KIND SEIN“. Behütet oder schutzlos? Beflügelt oder unterdrückt? Wie eine Gesellschaft mit ihren Kindern umgeht, sagt viel über sie aus. Die Kindheit prägt uns wie keine andere Zeit. Aber was heißt es eigentlich, ein Kind zu sein – damals und heute? 2023 lädt die Schallaburg dazu ein, die Welt wieder mit Kinderaugen zu sehen.

Die Ausstellung geht der Frage nach, was es heißen kann, Kind zu sein. Damals. Heute. Morgen. In Österreich und in anderen Teilen Mitteleuropas. 15 Räume laden zu einer spannenden Reise mit vielen Aha-Erlebnissen ein. Die Architektur der Räume ist so unterschiedlich und abwechslungsreich wie die Ausstellung selbst. So reicht die Auswahl und Präsentation der Exponate von einem Fallhut aus dem 18. Jahrhundert bis zum Smartphone für Kinder. Eine Frage taucht in den verschiedenen Räumen jedoch immer wieder auf: Was bedeutet Kindsein eigentlich? Und was bedeutet Kindsein für Sie?

 Schallaburg, Juni 2023

Die Schallaburg befindet sich rund sechs Kilometer südlich von Melk in der Ortschaft Schallaburg der niederösterreichischen Gemeinde Schollach. Die Burg wurde im 11. Jahrhundert errichtet. Ab 1540 erfolgte der das heutige Erscheinungsbild prägende Um- und Ausbau zu einem Renaissanceschloss. Seit 1974 dient das Schloss als Ausstellungszentrum des Landes Niederösterreich und gilt zusammen mit dem Stift Melk als eines der beliebtesten Ausflugsziele Niederösterreichs.

 Schallaburg, Juni 2023

Die Arkaden des großen Hofes, der die Form eines Trapezes hat, wurden um 1575 errichtet. Sie erhielten eine Terrakottaverkleidung, die aus rd. 1600 Einzelteilen besteht und die in dieser Art ein singuläres Denkmal in der sogenannten deutschen Renaissance sind.

 Schallaburg, Juni 2023

Der kleine Arkadenhof entstand im 13./14. Jahrhundert und der Arkadeneinbau erfolgte um 1540/50. Im Nordosten des Hofes befindet sich die Kapelle und gegenüber im Westen der die gesamte Anlage weit überragende wahrzeichenhafte Aussichtsturm aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Die acht Geschoße des Turmes sind durch Gesimse, Putzbänder sowie gemalter Flächenquaderung und Streifenpilaster geometrisch und rasterförmig gegliedert.

 Schallaburg, Juni 2023

Funde beweisen eine Besiedelung des Burgberges schon um die Römerzeit. Als erster Besitzer ist Sieghard von Schala bekannt, der 1104 in Regensburg ermordet wurde. Schon kurze Zeit später starben die Grafen von Schala aus. Im Jahr 1242 scheint die Burg in einer Urkunde erstmals als Feste Schala auf. Vom 13. bis in das 15. Jahrhundert war sie im Besitz der Herren von Zelking.

 Schallaburg, Juni 2023

Von 1450 bis 1614 war die Schallaburg im Besitz der Herren von Losenstein. In diese Zeit fällt auch der wesentliche Ausbau der Burg zu einem Renaissanceschloss. Im nahen Loosdorf gründete Hans Wilhelm von Losenstein die Hohe Schule Loosdorf für die protestantische Jugend, dadurch wurde die Schallaburg im 16. Jahrhundert zum Zentrum der Protestanten in Niederösterreich.

 Schallaburg, Juni 2023

Nach dem Tod von Hans Wilhelm von Losenstein mussten die Erben wegen Überschuldung die Burg an die Herren von Stubenberg verkaufen, die ihrerseits 1660 aus religiösen Gründen gezwungen waren, die Herrschaft an die Familie der Kletzl von Altenach zu verkaufen. 1762 erwarb Bartholomäus III. von Tinti die Burg.

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

Der sogenannte „Plankensteiner Ofen" - Prunk-Kachelofen der ersten Hälfte 17. Jahrhundert
um 1910 unter den Grafen von Tinti von Plankenstein auf die Schallaburg gekommen, bei der Renovierung der Schallaburg 1968/1974 abgebaut und seither auf Hochregalen gelagert.

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

Karl Gustav Freiherr Tinti ließ von 1906 bis 1908 den großen Arkadenhof renovieren. Der verarmte Hugo Freiherr von Tinti verkaufte schließlich im Jahr 1940 das Schloss an Josef Freiherr von Nagel-Doornick aus Westfalen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Burg als deutsches Eigentum den USIA-Betrieben einverleibt und nach dem Staatsvertrag von der Republik Österreich übernommen.

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

1968 kaufte das Land Niederösterreich die Anlage, renovierte sie und eröffnete 1974 darin ein Ausstellungszentrum auf internationalem Niveau.

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

Als Kinder bauen wir uns Luftschlösser, müssen aber in einer Welt der Erwachsenen leben. Sollen Erwartungen erfüllen und sind zugleich von vielem ausgeschlossen. Sind Kinder dadurch behütet oder schutzlos? Beflügelt oder unterdrückt? Wie eine Gesellschaft mit ihren Kindern umgeht, sagt viel über sie aus.Was wir über das Kindsein zu wissen glauben, befindet sich in stetiger Veränderung. Im Spannungsfeld Familie und Gesellschaft ist es nötig, das Kindsein immer wieder neu zu verhandeln. Die Kindheit prägt uns wie keine andere Zeit - das steht außer Zweifel. Manche können es nicht erwarten, ihr zu entwachsen. Andere blicken mit Wehmut und Sehnsucht auf sie zurück. Aber was bedeutete es damals, ein Kind zu sein? Und was bedeutet es heute?

 Schallaburg, Juni 2023

Sind wir schon da?
Sind wir Kinder, kann sich eine kurze Autofahrt ewig anfühlen und ein halber Tag auf dem Spielplatz wie im Flug vergehen Auch als Erwachsene empfinden wir Zeit unterschiedlich, viel hängt davon ab, ob man sich langweill oder amüsiert. Im Kindesalter aber ist die Sache noch welt komplizierter, müssen wir doch überhaupt erst lernen, was „Zeit" ist. Begriffe wie „gestem", „heute" oder „morgen" kann unser Gehim erst mit etwa drei Jahren einordnen. Langsam beginnen wir, nicht nur im Moment zu leben. Ein Zurück gibt es nicht. Noch kniffliger ist es, Zeit und Raum zusammenzubringer, etwa einer schwingenden Schaukel auszuweichen Oder eine Straßenkreuzung sicher zu überqueren Mehr als zehn Jahre braucht unser Gehim, bis es die Geschwindigkeit nahender Autos gut abschätzen kann.

 Schallaburg, Juni 2023

Spiel mir das Lied vom Klo
Unser Gehirn ist nicht zu beneiden: Besonders in den ersten Lebensjahren hat es einen Körper zu steuern, der ihm nicht so recht gehorchen will. Ein gutes Beispiel dafür ist das „Sauberwerden". Zuerst ist es nämlich das Nervensystem, das die Entleerung von Darm und Blase steuert. Bis das Gehirn das Kommando über die nötigen Muskeln übernehmen kann, braucht es meist zwei bis drei Jahre. Zu früh mit dem „Sauberkeitstraining" zu beginnen ist also vergebene Liebesmüh. Da hilft es nicht einmal, wenn das Töpfchen eine fröhliche Melodie anstimmt, sobald das Kind sein Geschäft verrichtet.

Singendes Töpfchen, Fisher-Price, 2022

 Schallaburg, Juni 2023

Zahnungsphase einer Kaiserin
Dieser Milchzahn stammt von der späteren Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sisi. Was banal erscheinen mag, ist etwas Besonderes, denn Sisi wurde bereits damit geboren. Das passiert sehr selten, und so gilt ein „Geburtszahn" (Dens natalis) als Glücksbringer. Kein Wunder, dass ihn Sisis Familie in einer aufwendigen Dose aufbewahrt hat!

Milchzahn Kaiserin Elisabeths, 1837, Wien, Schloß Schönbrunn

 Schallaburg, Juni 2023

In einigen Gegenden Indiens wird anlässlich der ersten Menstruation eines Mädchens die Ritusuddhi-Zeremonie begangen. Dabei bekommt das Mädchen den sogenannten Halb-Sari geschenkt, eine Vorstufe zum vollen Sari. Es wird nunmehr als dem Kindesalter entwachsen und bereit für den Heiratsmarkt betrachtet, weshalb die Zeremonie häufig auch auf Kritik stößt.

Halb-Sari, Chennai, Indien, 2010

 Schallaburg, Juni 2023

Immer schön brav sein
In der Schule ging es immer schon um weit mehr als die Vermittlung von Fertigkeiten und Inhalten laut Lehrplan. Schule sollte stets auch ein Ort sein, an dem der Charakter geformt wird. So wie die Lehrpläne unterliegen auch die Parameter der Persönlichkeitsbildung einem laufenden Wandel: Früher standen vor allem Disziplin und Manieren im Mittelpunkt, wie sie auf dieser Schulordnung vermerkt sind. Heute konzentriert man sich oft auf andere „Soft Skills", etwa Teamfähigkeit.

Schulordnung, um 1950, Michelstetten

UNSERE SCHULORDNUNG
1. Wir kommen rein gewaschen, reinlich gekleidet und rechtzeitig in die Schule.
2. Auf dem Schulweg benehmen wir uns artig und anständig.
3. Vor dem Eintritt in das Schulhaus reinigen wir uns die Schuhe.
4. Die Knaben nehmen ihre Kopfbedeckung schon vor dem Eintreten in das Klassenzimmer ab, die Mädchen sogleich nach dem Eintreten.
5. Im Klassenzimmer begeben wir uns sofort auf unsere Plätze und bereiten uns ruhig auf den Unterricht vor.
6. Wenn der Lehrer oder andere Personen das Klassenzimmer betreten oder verlassen, stehen wir auf und grüßen höflich.
7. Während des Unterrichtes bemühen wir uns, gerade zu sitzen und aufmerksam zuzuhören. Werden wir gerufen, erheben wir uns rasch und antworten laut und deutlich.
8. Wenn einer von uns zu spät kommen sollte, entschuldigt er sich sofort. Gegen sämtliche Lehrpersonen sind wir ehrerbietig, gehorsam, offen und wahr.
9. Während der Pause machen wir keinen Lärm. Beim Spiel im Schulhof sind wir nicht ausgelassen. Zu unseren Mitschülern sind wir immer freundlich und hilfsbereit. Wir wollen einander dienen!
10. In allen Streitfällen, die wir nicht allein in Güte schlichten können, wenden wir uns vertrauensvoll an unseren Lehrer. Einen Verlust oder einen Fund von Gegenständen melden wir sofort.
11. Wir halten unsere Schulräume rein. Auch Bücher und Hefte halten wir sauber und in gutem Zustande.
12. Wir werden daheim stets fleißig lernen und unsere Aufgaben gewissenhaft und rein ausarbeiten.

 Schallaburg, Juni 2023

Wie entstand die Idee zu dieser Ausstellung? Wenn man Mutter oder Vater wird, kommt die eigene Kindheit gewissermaßen zurück. Aber auch als Onkel oder Patentante ohne eigene Kinder kann das passieren. Dieser sehr persönliche Zugang weckte den Wunsch, das Thema aufzugreifen und präsenter zu machen. Im Zuge erster Recherchen wurde zudem deutlich: Es gab bislang wenige Ausstellungen, die sich mit den Themen Kind und Kindheit auf psychologischer und soziologischer Ebene auseinandersetzten. „Kind sein“ sollte eine Ausstellung werden, die Erinnerungen aufleben lässt und gleichzeitig dem Kindsein eine wertfreie Bühne bietet. Eine Ausstellung, die neue Fenster aufmacht in die Geschichte, in andere Kulturen und Lebensweisen. Die andererseits auch den heutigen Umgang mit Kindern kritisch beleuchtet. Sie möchte die Augen öffnen für eine wichtige Gesellschaftsschicht, die oft übergangen wird.

 Schallaburg, Juni 2023

Tafeln wie die Großen
In gutem Haus waren Tischmanieren ein Muss. Zum spielerischen Üben gab es für Kinder daher manchmal Miniaturgeschirr, wie es auch in Puppenküchen verwendet wurde. Mitunter waren auch kleine Bierkrüge in Verwendung. Der Kelch mit Patene war dafür gedacht, die Kommunion nachzuspielen. Bei manchen Gefäßen ist allerdings unklar, ob sie als Spielzeug, als Ziergegenstand oder als Salbendose dienten.

Miniaturgefäße, zumeist Augsburg, spätes 17./18. Jh., Silber, Ingolstadt

 Schallaburg, Juni 2023

Männer und ihre Spielsachen ...
Dieses Tretauto ist ein Einzelstück, das ein Vater für seinen Sohn gebaut hat. Was heute altmodisch erscheinen mag, entsprach zur Zeit seiner Entstehung dem Design der aktuellen Automode. Damals waren Autos nahezu reine Männersache. Das hat sich zwar längst geändert, doch gehen Männer und Frauen heute noch anders mit dem Thema um: Laut Umfragen finden Frauen das Auto vor allem praktisch, während es für viele Männer auch als Statussymbol dient. Kein Wunder also, dass der Markt für Spielzeugautos nach wie vor überwiegend auf Buben zugeschnitten ist.

Tretauto, um 1926

 Schallaburg, Juni 2023

Rollenbild auf Schiene?
Fast solange es Eisenbahnen gibt, gibt es auch Spielzeug-Eisenbahnen wie diese, die aus dem Besitz der Enkelsöhne von Erzherzog Franz Ferdinand stammt. Da sich Modelleisenbahnen im Graubereich zwischen Technik und Spielzeug bewegen, gehören sie zu jenen wenigen Spielsachen, für die eine große Fangemeinde auch unter Erwachsenen (meist Männern) existiert. Bis heute faszinieren sie vor allem Buben, denen die Gesellschaft eine größere Nähe zur Technik zuschreibt als Mädchen.

Märklin-Modelleisenbahn, 1930er-Jahre, Schloss Artstetten, Erzherzog Franz Ferdinand Museum

 Schallaburg, Juni 2023

Im feinen Sonntagsblech
Ferdinand Karl war der älteste Sohn des Landesfürsten Leopold V. von Tirol. Im Alter von 13 Jahren bekam er diese Rüstung geschenkt, eine Miniaturversion jener seines Vaters. Gedacht war sie nicht zum Kämpfen, sondern für öffentliche Auftritte. Der Bub trug in diesem Harnisch den Stand seiner Familie zur Schau - und deren Reichtum, denn so eine Rüstung kostete ein kleines Vermögen. Noch im 17. Jahrhundert diente das Rittertum dem Adel als Vorbild. Die Aufschrift auf der Brust - „Leges Urbanitates" („Gesetze der höfischen Bildung") - sollte den Buben an die Ideale der adeligen Welt erinnern.

Halber Kinderharnisch, Christoph Krämer, Innsbruck, 1641, Wien, Kunsthistorisches Museum Wien

 Schallaburg, Juni 2023

Praktisch und stylish
Erste Kinderwagen im heutigen Sinn wurden um 1840 in England entwickelt. Damals wurden sie von Korbflechtern gebaut. Anfangs war der Kinderwagen eine Sache reicher Bürgerfamilien, die sich idyllisch und modisch in Szene setzen wollten. Den Kinderwagen schieben musste freilich das Kindermädchen. Die Nachfrage wuchs rasch. Es entstand ein ganzer Industriezweig, der eine breite Palette an Modellen mit erstaunlichen technischen Details hervorbrachte vom schwenkbaren Verdeck bis zum umbaufähigen Innenraum. Nur Bremsen erfanden die Ingenieure erst in den 1930ern.

Kinderwagen „Excelsior Landau 201", 1886

 Schallaburg, Juni 2023

Design trifft Technik
In den 1960er-Jahren griffen Kinderwagen wieder die Formen des 19. Jahrhunderts auf, versehen freilich mit modernster Technik. Besonders begehrt war italienisches Design. Der „Peg Marco" etwa glänzte mit patentierter Delta-Aufhängung und Öldruckfederung. Außerdem war er - wie fast alle Kinderwagen seit damals - klappbar, um ihn im Kofferraum verstauen zu können. Der gemeinsame Ausflug im Auto war nämlich bereits Teil der Inszenierung von Familie geworden.

Kinderwagen „Peg Marco", 1962

* * *

Papas ganzer Stolz
In den 1950er-Jahren verbreitete sich das Auto rasant. Die Kinderwagen folgten nun dem Design der Auto-Industrie: Sie lagen tiefer, hatten kleine Räder, und manche Modelle wie der „Bavaria" imitierten sogar Stoßstangen. Die Kinderwagen waren damals bewusst nicht (nur) auf Mütter als Zielgruppe ausgerichtet. Man wollte auch die Väter begeistern, die meist darüber entschieden, welches Modell angeschafft wurde. Den Kinderwagen selbst zu schieben, kam damals für die meisten Männer aber nicht in Frage.

Kinderwagen „Bavaria", 1952

 Schallaburg, Juni 2023

Legendärer Kinderreichtum
Herrscherin Maria Theresia brachte in 18 Jahren 16 Kinder zur Welt. Diese Zahl war auch für damalige Verhältnisse hoch, aber nicht einzigartig: Kinderreichtum war für alle adeligen Familien wichtig, und angesichts hoher Kindersterblichkeit war es gut, eine „Reserve" zu haben. Auch von Maria Theresias Kindern erlebten nur zehn das Erwachsenenalter. Drei verstarben als Säuglinge. Sie sind rechts oben als Engel dargestellt. Gestillt von Ammen und aufgezogen von Kinderfrauen, war das Verhältnis zwischen Kindern und Eltern in solchen Familien gewiss kühler als heute.

Maria Theresia im Kreise ihrer Familie, unbekannter Künstler, nach 1756

 Schallaburg, Juni 2023

Das Ausstellungszentrum Schallaburg in Niederösterreich steht nicht nur für reine Wissensvermittlung. Als generationenübergreifendes Gesamtkunstwerk ist sie ein Ort des Diskutierens und Erforschens. Auch die Ausstellung „Kind sein“ will nicht belehren, sondern zum Staunen, Nachdenken und Diskutieren anregen. Es werden Denkanstöße geboten, sich mit dem Thema Kindsein neu auseinanderzusetzen. Schlaglichtern gleich beleuchten wir die verschiedenen Aspekte des Kindseins und die unterschiedlichen Perspektiven dieses großen Themas Kindheit. Wir streifen dabei verschiedene Genres und Epochen und überschreiten kulturelle Grenzen. Wir blicken in der Geschichte zurück, bis in die Antike. Gleichzeitig wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wie beeinflusst die virtuelle Welt das Kindsein, die Kindheit an sich?

Dabei ist „Kind Sein“ mehr als nur eine Aneinanderreihung von Gegenständen. Sie ermutigt vielmehr, etablierte Denk- und Handlungsmuster kritisch zu hinterfragen. Und vor allem: Sie bietet Kindern eine wertfreie Bühne. Auf dieser Bühne findet das unbekannte Kind der Römerzeit genauso Platz wie die junge Elisabeth, die einmal als Kaiserin Sisi bekannt werden wird. Diese Bühne ist voll mit nostalgischen Erinnerungen, modernen Errungenschaften und Kuriositäten. Aber auch mit Statistiken, die berühren. Es ist eine lockere Herangehensweise an ein großes Thema, bewusst nicht streng nach Lehrbuch. Die Ausstellung regt dazu an, miteinander reden – über die eigenen Erinnerungen und das Leben im Heute.

 Schallaburg, Juni 2023

Nach der Auffahrt und vor dem Burggraben befindet sich das sogenannte „Jägerstöckl“. Die Durchfahrt des zweigeschoßigen Längstorbaus hat beidseitig Rundbogentore in rustiziertem rechteckigem Portalfeld mit Verdachung. Nach dem Burggraben wurde ein zweigeschoßiger Quertorbau errichtet, der „Försterstöckl“ bezeichnet wird. Das repräsentative Portal ist mit 1573 bezeichnet. Über der Durchfahrt das Wappen Losenstein/Rogendorf in Kartuschenrahmung mit Engelsstatue (bez. 1598).

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023

Der weitläufige Schlossgarten, der den berühmten italienischen Renaissancegärten nachempfunden ist, lädt zum Entspannen, Lesen und Verweilen ein. Der ideale Ort, um den Tag ausklingen zu lassen!

 Schallaburg, Juni 2023

Die Schallaburg ist ein rund 1000 Jahre altes Gesamtkunstwerk und eines der prächtigsten Beispiele renaissancezeitlicher Baukunst.

 Schallaburg, Juni 2023

 Schallaburg, Juni 2023



Wem der viele Text zu lange war und lieber Bewegtbilder mit Musik mag, kann sich gerne dieses Video antun: