Rudolfsheimer Pfarrkirche

Maria, der Königin der Märtyrer in Wien, Februar 2024

Die Rudolfsheimer Pfarrkirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche und befindet sich im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus am Kardinal-Rauscher-Platz. Sie ist auf den Namen Maria, der Königin der Märtyrer geweiht. Die Rudolfsheimer Pfarrkirche ist seit 2017 die Pfarrkirche der Pfarre Hildegard Burjan.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Das 3-teilige Hochaltarbild stammt vom Maler Josef Reich, gemalt auf Leinwand. In der Bildmitte thronend: Maria als Königin der Märtyrer. Rechts stehend: hl. Apostel Petrus, daneben der hl. Erzmärtyrer Stephanus. Links neben Maria drei Frauengestalten, Glaube (Fides), Hoffnung (Spes) und Liebe (Caritas). Rechte Seitentafel: Abel mit dem Opferlamm, hl. Sebastian und kniend der sel. Rudolf. In der linken Seitentafel: die hl. Katharina Alexandrien eine der 14 Nothelferinnen und die hl. Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik.

Fensterbilder in der Apsis: Rechts das Opfer Abrahams (Gen 22, 1-19). Links das Opfer des Hohepriesters Melchisedek (Gen 14,17). In der Mitte, verdeckt durch das Gesprenge des Hochaltars: Die Hl. Dreifaltigkeit - Vater, Sohn und Hl. Geist. Alle Glasfenster mit Ausnahme eines einzigen über dem rechten Seitenaltar wurden im 2. Weltkrieg durch die Druckwelle einer Fliegerbombe beschädigt.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Im Kircheneingang befinden sich rechts eine Statue der „Mariazeller Muttergottes", sowie des hl. Antonius.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Hildegard Burjan (*1883 Görlitz (Schlesien), † 1933 Wien); 2012 selig gesprochen; Gedenktag: 12. Juni
Seit 2017 Patronin der Pfarre Hildegard Burjan (Rudolfsheim - Neufünfhaus - Schönbrunn-Vorpark), Initiatorin der Kirche Neufünfhaus

Sozialpionierin: ,Heimarbeiterinnenmutter von Wien'
Mit Geld oder Kleinigkeiten ist einem Menschen nicht geholfen, man muss ihn von Vornherein wieder auf die Füße stellen und ihm auch wieder die volle Überzeugung geben: Ich bin jemand, und ich kann etwas leisten. (Hildegard Burjan)

Politikerin: erste christlichsoziale Abgeordnete ,Gewissen des Parlaments'
„Je fester ein Mensch von seiner Weltanschauung überzeugt und durchdrungen ist, desto ruhiger erträgt er andere Meinungen, desto mehr sucht er überall das Versöhnende, Verbindende heraus, und ignoriert bei gemeinsamer Arbeit das Trennende." (Hildegard Burjan)

Gründerin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis (CS)
„Sozial arbeiten heißt auch vorbeugen, heißt Kluften, die innerhalb der Gesellschaft entstehen, mit christlicher Liebe und mitfühlendem Herzen zu überbrücken suchen" „Das Bewusstsein, zu einer Gemeinschaft zu gehören, stärkt jeden Einzelnen." (Hildegard Burjan)

Ehefrau und Mutter
„Hildegard Burjan ist eine moderne, zugängliche und liebenswerte Selige, weil sie auch das Scheitern kannte.
Ihr war bewusst, dass sie der Spannung zwischen Mutter sein und den Aufgaben als Politikerin und Sozialmanagerin nicht ganz gerecht wurde. 'Da bin ich gescheitert' gestand sie ein. Ein Vorbild zu haben, das auch das Scheitern kennt und eingestehen kann, macht Mut, sich als Christ in in die heutige Zeit zu stellen und den Fragen von heute sozial sensibel zu begegnen." (Sr. Karin Weiler CS)

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Die Seitenkapelle rechts wurde im Jahr 2022 restauriert. Der Raum wurde neu gestaltet als Raum für das Wort Gottes. Bewusst wurde auf Symbole oder Bilder verzichtet. Nur das Wort Gottes soll sprechen. Dazu muss man sich Zeit und Ruhe nehmen und es so studieren, dass daraus ein Gespräch mit Gott von selbst entsteht.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Die Rudolfsheimer Pfarrkirche ist wie viele andere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Kirchen ein neogotischer Backsteinbau. Der Entwurf stammt von dem späteren Oberbaurat Karl Schaden. Die Kirche verfügt über einen 76 Meter hohen Turm, der aufgrund der erhöhten Lage Rudolfsheims weit sichtbar ist und in Luftlinie den Südturm des Stephansdoms um sechs Meter überragt. Vier der ursprünglich fünf Bronzeglocken mussten im Ersten Weltkrieg abgegeben werden und wurden 1921 durch Stahlglocken ersetzt. Die Turmuhr wurde von der Stadt Wien in Auftrag gegeben und bereits 1904 mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Kanzel, Taufstein, Beichtstühle und Kirchenbänke wurden vom Innenarchitekten Eduard Zotter entworfen.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Die 14 Kreuzwegstationen sind Reliefs aus einer terracotta-artigen Masse, sehr berührend gestaltet und bemalt.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Bauzeit: 1893-1898; Baustil: Neugotisch, dreischiffig; Mittelschiff: Höhe: 22 m, Länge: 36 m; Turmhöhe: 76 m
Architekt: Karl Schaden, ein Schüler Friedrich v. Schmidts. Diese Kirche gilt als sein Wiener Hauptwerk.
Grundsteinlegung: 27.9.1893 im Beisein Kaiser Franz Josephs. Feierliche Konsekration: 21.11.1899 im Beisein des Kaisers. Titel: „Maria - Königin der Märtyrer". Glocken: zunächst fünf Bronzeglocken, im 1. Weltkrieg davon vier eingeschmolzen, 1921 durch Stahlglocken ersetzt.

Die Apsis mit neugotischem Kreuzrippengewölbe ist als Sternenhimmel bemalt. Ein immer wieder kehrendes Stilelement der Kirche sind Säulen mit korinthischen Kapitellen. Die elektrisch betriebene Orgel der Firma Johann M. Kauffmann mit 1762 Pfeifen (!) wurde 1930 gebaut. Die Kirche Rudolfsheim ist Teil der Pfarre Hildegard Burjan.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Die Orgel aus 1923 mit 27 Registern wurde von Franz Josef Swoboda errichtet und 1930 von Johann M. Kauffmann umgebaut. 1974 wurde diese Orgel von Philipp Eppel auf Elektropneumatik umgebaut und sämtliche Bälge erneuert.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Das dreiteilige Hochaltarbild wurde vom Akademischen Maler Josef Reich angefertigt. Es zeigt Maria als Königin der Märtyrer thronend auf einem Marmorsitz in der Bildmitte. Rechts von ihr steht der hl. Petrus, neben ihm der hl. Erzmärtyrer Stephanus, der Schutzpatron der Erzdiözese Wien. Links neben der „Regina Martyrum“ (Königin der Märtyrer) sind drei Frauengestalten zu erkennen, eine Personifizierung von Glaube (Fides), Hoffnung (Spes) und Liebe (Caritas). Im rechten Seitenbild sieht man Abel mit dem Opferlamm, den hl. Sebastian und kniend den sel. Rudolf von Bern. Im linken Bild sind die hl. Katharina – eine der 14 Nothelfer – und die hl. Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik, dargestellt.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Die beiden Seitenaltäre liegen einander gegenüber und sind, bis auf die Bilder, identisch ausgeführt. Rechts, neben dem Eingang zur Sakristei, ist der hl. Josef, Nährvater Jesu und Bräutigam der Gottesmutter Maria, dargestellt und links, bei der Kanzel, der hl. Severin der Apostel Norikums, + 482. Beide Seitenaltar-Bilder bestehen aus Kupferplatten mit Mosaikimitationen auf Goldgrund, hergestellt von der Wiener Künstlerin Maria Schöffmann.

Die steinerne Kanzel, entworfen von Eduard Zotter, ruht ebenfalls auf Säulen. Sie zeigt Reliefs mit den Symbolen für die vier Evangelisten: Von links nach rechts: Hl. Matthäus (Engel) - hl. Markus (Löwe), hl. Lukas (Stier) - Ornament - hl. Lukas (Stier) - hl. Johannes (Adler). Der prächtige Kanzeldeckel ist mit einer Statue des hl. Erzengels Michael gekrönt.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Der Herz-Jesu-Altar rechts ist zugleich der Sakramentsaltar. Die große Herz-Jesu-Statue ist eine Holzschnitzarbeit aus dem Grödnertal, Südtirol.

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024

Ebenso von Eduard Zotter entworfen: Taufstein, Beichtstühle und die Kirchenbänke.
Der Taufstein-Deckel trägt die Inschrift: „Matth. 28,19 Euntes docete gentes baptizantes in nomine patris et filii et spiritus sancti. Geht zu allen Völkern, lehrt sie, und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes".

 Rudolfsheimer Pfarrkirche, Februar 2024