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Die Rudolfsheimer Pfarrkirche ist eine römisch-katholische Pfarrkirche und befindet sich im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus am Kardinal-Rauscher-Platz. Sie ist auf den Namen Maria, der Königin der Märtyrer geweiht. Die Rudolfsheimer Pfarrkirche ist seit 2017 die Pfarrkirche der Pfarre Hildegard Burjan.

Das 3-teilige Hochaltarbild stammt vom Maler Josef Reich, gemalt auf
Leinwand. In der Bildmitte thronend: Maria als Königin der Märtyrer.
Rechts stehend: hl. Apostel Petrus, daneben der hl. Erzmärtyrer
Stephanus. Links neben Maria drei Frauengestalten, Glaube (Fides),
Hoffnung (Spes) und Liebe (Caritas). Rechte Seitentafel: Abel mit dem
Opferlamm, hl. Sebastian und kniend der sel. Rudolf. In der linken
Seitentafel: die hl. Katharina Alexandrien eine der 14 Nothelferinnen
und die hl. Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik.
Fensterbilder in der Apsis: Rechts das Opfer Abrahams (Gen 22, 1-19).
Links das Opfer des Hohepriesters Melchisedek (Gen 14,17). In der
Mitte, verdeckt durch das Gesprenge des Hochaltars: Die Hl.
Dreifaltigkeit - Vater, Sohn und Hl. Geist. Alle Glasfenster mit
Ausnahme eines einzigen über dem rechten Seitenaltar wurden im 2.
Weltkrieg durch die Druckwelle einer Fliegerbombe beschädigt.

Im Kircheneingang befinden sich rechts eine Statue der „Mariazeller
Muttergottes", sowie des hl. Antonius.

Hildegard Burjan (*1883 Görlitz (Schlesien), † 1933 Wien); 2012 selig gesprochen; Gedenktag: 12. Juni
Seit 2017 Patronin der Pfarre Hildegard Burjan (Rudolfsheim -
Neufünfhaus - Schönbrunn-Vorpark), Initiatorin der Kirche Neufünfhaus
Sozialpionierin: ,Heimarbeiterinnenmutter von Wien'
Mit Geld oder Kleinigkeiten ist einem Menschen nicht geholfen, man muss
ihn von Vornherein wieder auf die Füße stellen und ihm auch wieder die
volle Überzeugung geben: Ich bin jemand, und ich kann etwas leisten.
(Hildegard Burjan)
Politikerin: erste christlichsoziale Abgeordnete ,Gewissen des Parlaments'
„Je fester ein Mensch von seiner Weltanschauung überzeugt und
durchdrungen ist, desto ruhiger erträgt er andere Meinungen, desto mehr
sucht er überall das Versöhnende, Verbindende heraus, und ignoriert bei
gemeinsamer Arbeit das Trennende." (Hildegard Burjan)
Gründerin der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis (CS)
„Sozial arbeiten heißt auch vorbeugen, heißt Kluften, die innerhalb der
Gesellschaft entstehen, mit christlicher Liebe und mitfühlendem Herzen
zu überbrücken suchen" „Das Bewusstsein, zu einer Gemeinschaft zu
gehören, stärkt jeden Einzelnen." (Hildegard Burjan)
Ehefrau und Mutter
„Hildegard Burjan ist eine moderne, zugängliche und liebenswerte Selige, weil sie auch das Scheitern kannte.
Ihr war bewusst, dass sie der Spannung zwischen Mutter sein und den
Aufgaben als Politikerin und Sozialmanagerin nicht ganz gerecht wurde.
'Da bin ich gescheitert' gestand sie ein. Ein Vorbild zu haben, das
auch das Scheitern kennt und eingestehen kann, macht Mut, sich als
Christ in in die heutige Zeit zu stellen und den Fragen von heute
sozial sensibel zu begegnen." (Sr. Karin Weiler CS)

Die Seitenkapelle rechts wurde im Jahr 2022 restauriert. Der Raum wurde
neu gestaltet als Raum für das Wort Gottes. Bewusst wurde auf Symbole
oder Bilder verzichtet. Nur das Wort Gottes soll sprechen. Dazu muss
man sich Zeit und Ruhe nehmen und es so studieren, dass daraus ein
Gespräch mit Gott von selbst entsteht.

Die Rudolfsheimer Pfarrkirche ist wie viele andere in der zweiten
Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Kirchen ein neogotischer
Backsteinbau. Der Entwurf stammt von dem späteren Oberbaurat Karl
Schaden. Die Kirche verfügt über einen 76 Meter hohen Turm, der
aufgrund der erhöhten Lage Rudolfsheims weit sichtbar ist und in
Luftlinie den Südturm des Stephansdoms um sechs Meter überragt. Vier
der ursprünglich fünf Bronzeglocken mussten im Ersten Weltkrieg
abgegeben werden und wurden 1921 durch Stahlglocken ersetzt. Die
Turmuhr wurde von der Stadt Wien in Auftrag gegeben und bereits 1904
mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet. Kanzel, Taufstein,
Beichtstühle und Kirchenbänke wurden vom Innenarchitekten Eduard Zotter
entworfen.

Die 14 Kreuzwegstationen sind Reliefs aus einer terracotta-artigen Masse, sehr berührend gestaltet und bemalt.

Bauzeit: 1893-1898; Baustil: Neugotisch, dreischiffig; Mittelschiff: Höhe: 22 m, Länge: 36 m; Turmhöhe: 76 m
Architekt: Karl Schaden, ein Schüler Friedrich v. Schmidts. Diese Kirche gilt als sein Wiener Hauptwerk.
Grundsteinlegung: 27.9.1893 im Beisein Kaiser Franz Josephs. Feierliche
Konsekration: 21.11.1899 im Beisein des Kaisers. Titel: „Maria -
Königin der Märtyrer". Glocken: zunächst fünf Bronzeglocken, im 1.
Weltkrieg davon vier eingeschmolzen, 1921 durch Stahlglocken ersetzt.
Die Apsis mit neugotischem Kreuzrippengewölbe ist als Sternenhimmel
bemalt. Ein immer wieder kehrendes Stilelement der Kirche sind Säulen
mit korinthischen Kapitellen. Die elektrisch betriebene Orgel der Firma
Johann M. Kauffmann mit 1762 Pfeifen (!) wurde 1930 gebaut. Die Kirche
Rudolfsheim ist Teil der Pfarre Hildegard Burjan.

Die Orgel aus 1923 mit 27 Registern wurde von Franz Josef Swoboda
errichtet und 1930 von Johann M. Kauffmann umgebaut. 1974 wurde diese
Orgel von Philipp Eppel auf Elektropneumatik umgebaut und sämtliche
Bälge erneuert.

Das dreiteilige Hochaltarbild
wurde vom Akademischen Maler Josef Reich angefertigt. Es zeigt Maria
als Königin der Märtyrer thronend auf einem Marmorsitz in der
Bildmitte. Rechts von ihr steht der hl. Petrus, neben ihm der hl.
Erzmärtyrer Stephanus, der Schutzpatron der Erzdiözese Wien. Links
neben der „Regina Martyrum“ (Königin der Märtyrer) sind drei
Frauengestalten zu erkennen, eine Personifizierung von Glaube (Fides),
Hoffnung (Spes) und Liebe (Caritas). Im rechten Seitenbild sieht man
Abel mit dem Opferlamm, den hl. Sebastian und kniend den sel. Rudolf
von Bern. Im linken Bild sind die hl. Katharina – eine der 14 Nothelfer
– und die hl. Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik, dargestellt.

Die beiden Seitenaltäre liegen
einander gegenüber und sind, bis auf die Bilder, identisch ausgeführt.
Rechts, neben dem Eingang zur Sakristei, ist der hl. Josef, Nährvater
Jesu und Bräutigam der Gottesmutter Maria, dargestellt und links, bei
der Kanzel, der hl. Severin der Apostel Norikums, + 482. Beide
Seitenaltar-Bilder bestehen aus Kupferplatten mit Mosaikimitationen auf
Goldgrund, hergestellt von der Wiener Künstlerin Maria Schöffmann.
Die steinerne Kanzel, entworfen
von Eduard Zotter, ruht ebenfalls auf Säulen. Sie zeigt Reliefs mit den
Symbolen für die vier Evangelisten: Von links nach rechts: Hl. Matthäus
(Engel) - hl. Markus (Löwe), hl. Lukas (Stier) - Ornament - hl. Lukas
(Stier) - hl. Johannes (Adler). Der prächtige Kanzeldeckel ist mit
einer Statue des hl. Erzengels Michael gekrönt.

Der Herz-Jesu-Altar rechts ist zugleich der Sakramentsaltar. Die große
Herz-Jesu-Statue ist eine Holzschnitzarbeit aus dem Grödnertal,
Südtirol.

Ebenso von Eduard Zotter entworfen: Taufstein, Beichtstühle und die Kirchenbänke.
Der Taufstein-Deckel trägt die Inschrift: „Matth. 28,19 Euntes docete
gentes baptizantes in nomine patris et filii et spiritus sancti. Geht
zu allen Völkern, lehrt sie, und tauft sie im Namen des Vaters und des
Sohnes und des Hl. Geistes".
